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Plugins für Foobar

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Plugins für Foobar

Foobars Funktionsumfang lässt sich sehr stark erweitern. Diese Konzeption einer Software ist nichts Ungewöhnliches und vielen Nutzern sind diese oft „Plugins“ genannten Erweiterungen sicherlich auch von anderen Programmen her bekannt. Die Plugins für Foobar sind meinem Wissen nach allesamt – wie Foobar selbst – kostenlos. Allerdings übernimmt, wenn überhaupt, allein der Hersteller des Plugins den zugehörigen Support: Es kann also sein, dass ältere Plugins mit neueren Foobar-Versionen nicht mehr (korrekt) arbeiten und auch nicht weiterentwickelt werden.

Im Prinzip werden Plugins nicht viel anders in Foobar eingebunden als Codecs, die wir im ersten Teil dieses Artikels ausführlich betrachtet haben. Sie kommen grundsätzlich als dll-Datei häufig von den Webseiten des Herstellers und bringen nicht selten kleine Anleitungen zur Installation und Benutzung mit. Leider ist das aber auch nicht immer der Fall und man wundert sich trotz korrekter „Installation“, dass sich Foobars Funktionsumfang offenkundig nicht verändert hat. Da hilft dann nur intensives Suchen und Nachfragen beim Hersteller.

Plugins kann man neben unzähligen Fundstellen im Internet auch von der Foobar-Webseite direkt beziehen, dort werden sie Components genannt.

foobar website

Foobars Webseite für Plugins/Components

Installiert bzw. einfach abgelegt werden Plugins unter dem Pfad „C:\Programme\Foobar2000\components“, wenn Foobar dort installiert wurde (stets aber im Ordner components). „Aktiviert“ werden sie dann durch einen Neustart foobars.

foobar

Download und Installation eines Plugins

Welche Components respektive Plugins bereits installiert sind und in welcher Version, sieht man unter File – Preferences – Components. Die Spalte Modul deutet auf den Namen der zugehörigen dll-Datei hin.

foobar

Screenshot installierte Components mit einem Beispiel für das Plugin „Columns UI“

Nun muss letztlich jeder selbst entscheiden, welche Plugins sinnvoll sind und welche nicht. Ausprobieren schadet nicht, denn Plugins richten keinen Schaden an – außer man vergreift sich mit ihnen direkt an den Audiodateien. Die liegen ja aber hoffentlich gut verstaut in einer Datensicherung.

Als Beispiele seien im Folgenden einige wenige Plugins aufgeführt, die ich nützlich finde und die man leicht über die oben erwähnte Seite der Foobar-Website findet, weshalb ich jeweils keine direkten Downloadlinks angebe.

ColumnsUI

ColumnsUI oder übersetzt „Spalten-User-Interface“ stellt alternative Playlisten und Oberflächenelemente bereit: Ist unter File-Preferences-Display-User Interface Module gewählt und Foobar neu gestartet, hält es die erwähnten Playlisten, eine Auswahlliste für Playlisten (Playlist Switcher) oder auch eine Artwork-Ansicht bereit.

Wahl der Benutzeroberfläche

Unter dem Menüpunkt File – Preferences – Display – ColumnsUI gibt es auf dem Reiter Main einen Button Quick Setup, der die schnelle Wahl zwischen vorgefertigten Oberflächenelementen erlaubt.

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Screenshot Wahl der Oberflächenelemente des Plugin ColumnsUI per Quick Setup

Ebenso lassen sich dort im Abschnitt FCL importing and exporting sämtliche Einstellungen dieses Plugins speichern und auf andere Rechner übertragen. So kann man ausgiebig testen und immer wieder zu einem vorigen Stand zurück springen. Das Experimentieren lohnt sich; dieses Plugin ist vielseitig.

Auf dem Reiter Layout lassen sich detailliert Einstellungen für die per Quick Setup gewählten Oberflächenelemente von ColumnsUI festlegen und als Preset direkt darüber speichern und dadurch leicht wechseln. Die Baumansicht links dient zur Wahl des zu ändernden Oberflächenelements. Apply setzt die geänderten Einstellungen sofort in Foobar um.

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Detaileinstellungen der Oberflächenelemente von ColumnsUI

Die unzähligen Möglichkeiten der restlichen Reiter seien hier nicht weiter betrachtet. Allerdings bieten nicht alle Plugins einen derart großen Funktionsumfang

Album list panel

Dieses Plugin bietet alternativ zur Album list einen in die Foobar-Oberfläche integrierten Blick auf die Datenbank und ist ebenso wie das Plugin ColumnsUI sehr weit anpassbar. ColumnsUI ist auch Voraussetzung zur Verwendung dieses Panels.

Das Bild unten zeigt das Panel links mit schwarzen Hintergrund und weißer Baumansicht der Ordner und Dateien. Dort ist für jede Datei oder jeden Ordner auch ein Kontextmenü mit den spezifischen Funktionen nutzbar. Ein Doppelklick auf einen Ordner oder eine Datei erzeugt eine neue Playliste mit diesen Titeln.

An dieser Stelle muss eine besondere Funktion erwähnt werden: Wie wir bereits im Abschnitt „Datenbank“ dieses Artikels im Teil „Optimierung des Handlings der Datenbank“ gesehen haben, lassen sich unter File – Preferences – Media Library – File Types – Exclude Dateien bestimmter Arten von Foobars Auswahllisten und Datenbankansichten ausschließen. Automatisch schließt Foobar aber auch Dateien aus, die sowieso nicht „wiedergegeben“ werden können wie z. B. pdf-Dateien. Diese muss man also nicht zwingend in diese Exclude-Liste eintragen.

Folgende Funktionen werden für Album list angeboten:

  • Baumansicht
  • Kontextmenü
  • Wahl der Anzeigeinhalte, Farben und Textarten
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Aktiviertes Plugin Album list panel mit dem Dialog für dessen Einstellungen

Wie das Panel in Foobars Oberfläche eingebunden wird, sehen wir im Modul „Layoutgestaltung der Oberfläche“.

Seine Konfiguration über File – Preferences – Media Library – Album list panel ist umfangreich möglich:

Funktion

Bedeutung

Reiter General

View

Double-click action

Middle button action

Komplizierte Einstellungen zu den Anzeigemodi im Textfeld View. Hier sehe ich keinen Anpassungsbedarf, da die voreingestellten Schemata üblichen Darstellungen entsprechen.

Es wird festgelegt, was passiert, wenn auf einen Eintrag in der Baumansicht doppelt geklickt wird. Bei mir erzeugt ein Doppelklick eine neue Playlist: Die Einstellung dafür wäre also: Send to new playlist, ohne new wird die letzte Aktive Playlist genutzt und die/der Titel hinzugefügt. Der Zusatz autosend erzeugt eine neue Playlist beim ersten Klick, nutzt dann aber immer dieselbe Playlist weiter. Dazu kann man den Namen dieser Playlist im Textfeld ganz unten eingeben und den Haken bei auto send to playlist setzen.

Das Gleiche wie bei Doppelklick gibt es daneben auch für die mittlere Maustaste, die aber Notebooks oft nicht haben.

Reiter Advanced

Appearance

Behaviour

Einstellungen zum Erscheinungsbild (Scrollbalken, Fensterstil, Knotenanzeige, Texteinzüge)

Autoplay on send to playlist: Nach dem Hinzufügen zu einer Playliste beginnt die Wiedergabe
Auto-collapse on item expand: Schließt den letzten Knoten im Baum, wenn einer neuer geöffnet wird.
Process keybopard shortcuts: Einschalten der Tastaturkürzel Foobars für das Panel
Apply core sort settings to…: Foobars eingestellte Sortierreihenfolge für Playlisten anwenden
Select added items: Nach dem Hinzufügen werden die Titel in der Playliste selektiert

Farben und Textart werden eingestellt über File – Preferences – Display – Columns UI – Colours and Fonts: Im Abschnitt Colours des Reiters Colours wird Element gesetzt auf Album list und Mode auf Custom, wenn man selbst einstellen will, wie das Panel aussehen soll. Darunter befinden sich für Vordergrund (Foreground) und Hintergrund (Background) Farbeinstellungen. Mit Change kann man jeweils die Farben wählen. Änderungen werden sofort in Foobars Hauptfenster angezeigt.Im Abschnitt Fonts des Reiters Fonts lässt sich nach gleichem Muster die Schriftart einstellen.

Audio CD Writer

Wer die Brennsuite Nero installiert (auch die kostenlose Version), kann sich über die in Foobar integrierte CD-Brenn-Funktion freuen. Im Kontextmenü einer Playliste lässt sie sich dann dort unter Convert -Write CD… starten. Falls eine Warnmeldung erscheint, ist das Datenvolumen der gewählten Titel zu groß, um auf dem Datenträger Platz zu finden. Man kann den Brennvorgang dann nur abbrechen und die Titelauswahl verändern.

Der Audio-CD-Brenn-Dialog ist unkompliziert. Die markierten Titel einer Playlist werden auf CD gebrannt, wobei alle von Nero unterstützten CD- oder DVD-Brenner genutzt werden können.

Die erwähnenswerten Funktionen des Dialoges: Natürlich ganz oben das Listenfeld zur Gerätewahl (man wird selten mehr als einen Brenner installiert haben), zudem das sog. Burn gaplessly, das nicht gewollte Pausen zwischen den Tracks vermeidet sowie das ReplayGain Processing, dem wir uns später in einem anderen Modul dieses Artikels näher widmen wollen. An dieser Stelle nur so viel: ReplayGain verstärkt oder schwächt die Lautstärke der zu brennenden Titel so weit, dass insgesamt ein einheitlicher Lautstärkeeindruck entsteht. Diese Funktion wird vor dem eigentlichen Brennen von Foobar ausgeführt. Die Optionen, die hier über den Button […] Verwendung finden können, sind in dem erwähnten Modul dieses Artikels detailliert erläutert.

Leider lässt sich die Brenngeschwindigkeit nicht einstellen, was schon mal dazu führt, dass die CD mit 52facher Geschwindigkeit gebrannt wird, was CD-Player-Fehlerkorrekturen zum Schwitzen bringen könnte. Für Partysampler z.B. ist es aber ideal: Man wird als Meister-DJ durchgehen, wenn man den Gästen die zur Party gehörten Gassenhauer auch gleich in derselben Reihenfolge auf CD mit nach Hause zu geben kann! Es sei aber noch erwähnt, dass Foobar eine WAV-CD, nicht etwa eine MP3-CD oder -DVD brennt.

Die Funktion DSP Processing erlaubt eher spielerische Funktionen zur Klangveränderung und Dither ist nur für Nutzer interessant, die hochaufgelöstes Audiomaterial wie z.B. 96kHz/32Bit auf eine auf 44,1kHz/16Bit lautende CD brennen möchten. In allen Fällen, wo die Audiodateien bereits in 16Bit/44,1kHz (egal ob MP3 oder WAV oder…) vorliegen, schadet diese Funktion dem Klang der CD eher bzw. wird nicht wirken!
OK startet dann den Brennvorgang, wenn man vorher einen unbeschriebenen CD-Rohling ins Laufwerk gelegt hat.

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CD-Brennen mittels der Software Nero BurnLite 10 (kostenlos für Privatgebrauch) unter Windows 7

Lässt sich die Brennfunktion nicht aktivieren und erscheint kein Brenn-Dialog, so wird von Foobar eine Microsoft-Webseite geöffnet, die einen Patch für Windows bereit stellt. Dieser wird offenbar hin und wieder benötigt; wann genau, konnte ich nicht herausfinden, zumal der Patch für BluRay-Brenner gedacht ist. Ich konnte das nur auf einem Rechner provozieren, auf dem Windows XP mit einem relativ lückenhaften Patchlevel, also einem veralteten Stand des Betriebssystems, installiert war. Das Installieren des (kostenlosen) Patches von Microsoft brachte dann aber den Brennerfolg. Wie man den Patch installiert, verrät die erwähnte Webseite von Microsoft.

ASIO support

Nutzer, die den kostenlosen Audio-Treiber ASIO4ALL nutzen wollen, um den klangschädlichen Kernel-Mixer von Windows zu umgehen, müssen zuvor dieses Plugin installieren. Details zu ASIO4All finden sich im Modul „Einstellungen“ dieses Artikels.

On Screen Display (OSD)

Wie der Name verrät, geht es bei diesem Plugin einzig darum, grafisch außerhalb von Foobar oder innerhalb der Playeroberfläche bestimmte Daten der Tags einer Audiodatei während des Abspielens anzuzeigen. Ähnlich wie bei einem CD-Player kann man dann einstellen, dass die Spielzeit und Tracknummer angezeigt werden. Natürlich bietet Foobar dem gegenüber als Vorteil, dass sehr detailliert festgelegt werden kann, welche Informationen erscheinen und wie sie aussehen – versuchen Sie das mal ihrem CD-Player beizubringen …

Das Ergebnis kann so aussehen:

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Aktiviertes On Screen Display

Für das Plugin sollen nur die wichtigsten Einstellungen unter File – Preferences – Display – On Screen Display näher betrachtet werden. Die eigentliche Formatierung der Anzeige erkläre ich unten genauer.

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Dialog für die On Screen Display-Einstellungen

Funktion

Bedeutung

Overlay

Title auto-pop

Volume display

Apply/Test

Eingeschaltet: OSD immer im Vordergrund und überdeckt somit alle Fenster, ausgeschaltet: tritt in den Hintergrund.

Voreinstellungen für die (konfigurierbare) Titelanzeige vornehmen.

Voreinstellungen für die Lautstärkeeinblendung vornehmen.

Geben die Anweisung, gerade vorgenommene Änderungen sofort/probeweise anzuzeigen, ohne auf ein entsprechendes Foobar-„Event“ zu warten.

Reiter General

Automatically pop-up on

Style

Position

Je nach Wahl erscheint das OSD bei diesen Foobar-„Events“ (eine in Foobar ausgelöste Aktion wie Play oder Stop); so lässt beispielsweise Play das OSD erscheinen, sobald ein Titel beginnt zu spielen.

Stil und Verhalten der Anzeige:
Display forever oder Display time steuern, wie lange die Anzeige nach einem Foobar-„Event“ erscheint; Interval update ist wichtig, wenn Spielzeiten eingeblendet werden sollen, die sich ja sekündlich ändern; Schriftart und Farbe lassen sich einstellen, Outline und Anti-aliasing geben eine Umrandung für das OSD und lassen es optisch schön „rund“ aussehen; meine „Idealmaße“ vom Bild oben sehen so aus: 90/87/L/L.

Steuert, wo das OSD erscheint, gerechnet von links oben auf dem Desktop.

Reiter Effects

Transparenzeinstellungen und mittels Transition Ein- und Ausblenden des OSDs.

Reiter Format

Definition des Anzeigeformates mittels einfacher „Befehle“. Darauf gehe ich unten genauer ein.

Reiter Volume

Konfiguration der Lautstärkeanzeige bzgl. Breite und Höhe des Bildschirmes, Schrittweite und Minimumanzeige.

Das Format des OSD wird auf dem Reiter Format eingestellt. Dabei kommt eine Befehlssprache zum Einsatz, die an Microsoft Excel oder einfache prozedurale Programmiersprachen erinnert. Tatsächlich lässt sich mit etwas Überlegung doch einiges an Logik in die Anzeige integrieren. Anhand der persönlichen Einstellungen für mein Netbook mit 8,9 Zoll-Display und einer Auflösung von 1024 x 600 Pixel wollen wir nun exemplarisch sehen, was man einstellen könnte. Genaue Hilfestellungen und alle Funktionen werden (englischsprachig) erläutert, wenn man auf dem genannten Reiter den help-Button drückt. Es begegnet uns hier wieder die schon vielfach erwähnte Datei „titleformat_help.html“ aus Foobars Programmverzeichnis.

Wie wird nun das On Screen Display formatiert? Im Reiter Format unter File – Preferences – Display – On Screen Display befindet sich ein Texteingabefeld. Dort hinein schreibt man die Formatierungsinformationen. Ein Beispiel ist nach der Installation schon eingetragen. Dieses habe ich erheblich verändert. Hier ist es erklärt:

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Erläutertes Beispiel zum Format des On Screen Display

$crlf$ erzwingt jeweils einen Zeilenumbruch – die Enter-Taste wirkt hier nicht, auch wenn es optisch hier im Textfeld zunächst so aussieht.

Ohne die „Berechnungen“ zu Kürzung der Texte der Metadaten wird das Ganze sehr einfach: Farbe und Metadatenfeld jeweils mit „$“ voran eingeben, fertig.

Das transparente weiße Kästchen im Hintergrund (siehe Bild weiter oben) wird zunächst über den Reiter General im Abschnitt Style eingestellt, die Transparenz wie erwähnt über den Reiter Effects; die verwendete Schriftart ebenfalls über den Reiter General und dort im Abschnitt Style mit Font.

Computer-Audio: Foobar2000 Mediaplayer: Anleitung, Tipps & Tricks - Teil 2

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