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Tagging im Detail und Einbindung von Covern

Inhaltsverzeichnis

  1. 7 Tagging im Detail und Einbindung von Covern

Für das saubere Tagging der Audiosammlung bieten unter anderem Werkzeuge wie das vorzügliche „MP3Tag“ (Freeware) Hilfe. Aber auch Foobar bietet komfortable Funktionen dafür. Beleuchten wir dieses Thema also ein wenig näher.

In den Tags eines Titels können beispielsweise der Albumname, der Künstler oder das Erscheinungsjahr eines Titels enthalten sein. Tags werden also titelweise gespeichert. Ordner enthalten keine Tags.

Um die Tags in Foobar einzusehen und möglicherweise direkt per Tastatureingabe zu ändern, klickt man in einer Playlist mit der rechten Maustaste auf den betreffenden Titel – dann Properties und lässt den Reiter Metadata anzeigen.

Beispiel für die Anzeige der Metainformationen bzw. Tags eines Musiktitels in Foobar

Beispiel für die Anzeige der Metainformationen bzw. Tags eines Musiktitels in Foobar

Leere Felder in der Value-Spalte bedeuten fehlende Tags. Es gibt keine „Pflicht“-Tags. Welche Tags gefüllt werden, muss danach entschieden werden, wie später mit den Dateien umgegangen werden soll. Wer zum Beispiel gern nach Anzahl der Discs eines Albums sortierten oder filtern möchte, muss den Tag „Total Discs“ eben für jeden Track füllen (siehe Bild oben: dort ist es leer). Wie das komfortabel geht, sehen wir weiter unten.

Es gibt je nach Dateiformat auch sehr technische Tags wie beispielsweise den Encoder einer MP3-Datei, die also auf das Werkzeug bezugnehmen, das sie erzeugt hat. Man kann diese Tags auch einfach ignorieren.

Leider unterscheiden sich die Tag-Standards der Audioformate voneinander – es gibt zum Beispiel ID3 (MP3), WMA (WMA) oder Vorbis (FLAC) -, was die Namen und Anzahl der Tags betrifft, wie man hier im Detail sehen kann.

Foobar „weiß“ natürlich, dass die Tags der einzelnen Audioformate differieren und erstellt daher gemeinsame Tags, die nur intern in Foobar verwaltet werden. Dies bedeutet: Bei womöglich unterschiedlichen Tags im Metadatenfeld „Album“ von Musiktiteln wertet Foobar diese Informationen beim Lesen einer Datei intern aus und stellt sie immer auf die gleiche Weise als Feld „Album“ dar. Ergo: Der Nutzer muss sich nicht darum kümmern, welches Audioformat und damit welcher Tag-Standard gerade genutzt wird. Diese Funktion erleichtert den Umgang mit unterschiedlichen Formaten erheblich.

Nicht jede Audiodatei besitzt die Tag-Informationen bereits von der Quelle aus. Oft sind diese gar nicht oder nur teilweise vorhanden oder allein durch den Dateinamen festgelegt: Ein beliebtes Schema für Letzteren ist zum Beispiel „Künstler-Album-Titelnummer-Titel.mp3“. Wenn es um die Sortierung oder das Suchen und Finden von Titeln geht, kann Foobar damit weniger anfangen, wenngleich eine schlüssige Verzeichnis- und Dateibenennung für die Sortierung auf Windows- beziehungsweise Explorer-Ebene zweifelsohne unerlässlich ist. Sie hilft zum Beispiel sehr beim Kopieren auf mobile Player oder beim Brennen auf CDs.

Audiodateien aus Onlineshops, die also nicht selbst direkt von einem Datenträger kopiert, sondern direkt von der Plattenfirma geliefert wurden, enthalten die Tags in der Regel schon. Man ist hier also fein raus und kann sich entspannt zurücklehnen.

Der Trick ist nun, bei fehlenden beschreibenden Informationen beziehungsweise Tags diese nachträglich innerhalb der einzelnen Audiodateien dauerhaft zu speichern. Natürlich nicht in mühsamer Kleinarbeit für jede Datei einzeln per Tastatureingabe, sondern möglichst dateiübergreifend mit Automatismen.

Nun, welche Strategien gibt es zum Taggen von Audiodateien? Mit Foobar kommen Folgende in Frage:

  1. Direktes Taggen beim CD-Rippen mit Foobar mittels Lesen der Tags aus einer Datenbank im Internet und gleichzeitigem Schreiben in die Audiodateien. Das wird weiter unten ausführlich beschrieben, ist simpel und fast immer erfolgreich.
  2. Manuelles Eingeben in Foobars Properties-Dialog. Auch das wird weiter unten beschrieben.
  3. Foobar kann Tags aus Dateinamen konvertieren und schreiben. Das geht mit dem Button Tools aus dem Properties-Dialog eines Titels (siehe oben), ist aber mühsam, da man hier mit Tagfeldern zunächst manuell hantieren und ein sogenanntes „Format“ erstellen muss. Wesentlich effizienter agiert hier das bereits genannte Freeware-Werkzeug MP3Tag, welches außerhalb von Foobar eingesetzt wird und im 2. Teil dieses Artikels teilweise besprochen wird.
  4. Digitale Musik ohne Umwege getaggt kaufen. Man kann seinen Lieferanten im Internet also auch einfach danach auswählen, wie gut oder vollständig die Dateien getaggt sind. Dabei hilft aber leider nur das Motto „Versuch und Irrtum“.

Ich hatte oben bereits erwähnt, dass sich Foobar aufgrund der unterschiedlichen Tag-Formate der Audiodateiformate darum kümmert, in jedes Audiodateiformat die für dieses Format passenden Tag-Informationen zu schreiben. Foobar arbeitet mit internen Tags, die dann auf die einzelnen Formate angewandt werden.

Speichert man nun zum Beispiel die Namen eines Albums über Foobars Properties-Dialog, wie wir ihn oben anhand des Titels „Hitchhiker“ vom Album „Le Noise“ gesehen haben, so entscheidet Foobar aufgrund des Audiodateiformates des Titels, wie dieser Name dort gespeichert wird. Wäre das nicht so, würde der Properties-Dialog bei jedem Audiodateiformat anders aussehen und man müsste andauernd umdenken.

Für die schwierige Aufgabe der automatischen Ermittlung der Tags – Foobar weiß im besten Falle zunächst einmal nur, wie viele Titel zum Album gehören und wie lang diese sind – gibt es den Zugriff auf eine Onlinedatenbank namens „FreeDB“. FreeDB ist eine für jedermann offene und von den Nutzern selbst gepflegte Titeldatenbank im Internet. Jeder kann sich also an ihrer Pflege beteiligen.

Foobar fragt nun anhand des „Profils“ eines Albums – also seiner Titellängen und Titelanzahl – an, um welches Album es sich handelt. Auch für sehr seltene Titel findet man in der Regel Treffer. Anschließend werden auf Knopfdruck die in der Onlinedatenbank gespeicherten Tags abgerufen und in die auf dem Rechner befindlichen Audiodateien gespeichert. Fortan kann man diese inklusive der so bezogenen Tags nutzen.

Das funktioniert leider i.d.R. nur albumweise; einzelne Titel lassen sich auf diesem Wege nicht taggen. Bestimmte Werkzeuge Dritter wie die erwähnte Software-MP3-Tag bieten sogar die Möglichkeit, das Albumcover direkt in eine Audiodatei zu schreiben, so dass es auch dann für Foobar zur Verfügung steht, wenn nur ein Titel des Albums in eine Playlist eingefügt wird. Wie man Cover in Foobar anzeigt, wird ebenfalls in Teil 2 dieses Artikels erläutert, wenn es dann um die Einstellungen zur Benutzeroberfläche geht.

Apropos CD-Cover – es folgt ein kleiner Exkurs:

Foobar kann mit der sogenannten „Cover Art“ oder „Album Art“, also Grafiken von CD-Booklets, umgehen, wenn diese entweder als Datei im Ordner des Albums auf der Festplatte oder direkt in jedem Titel enthalten sind.

Liegen die Cover als separate Datei in den Ordnern vor, kann man Foobar im Dialog File – Preferences – Display – Album art sagen, welchem Namensschema diese Dateien folgen sollen. Man sollte sie also möglichst immer gleichnamig zum Beispiel „folder.jpg“ benennen (Coverdateiname und Albumname dürfen nicht gleich sein).

Alternativ – siehe untenstehender Screenshot – kann die Albumart-Liste auch um den Eintrag *jpg ergänzt werden: Diesen einfach unter dem Reiter „Front cover“ zu den bereits vorhandenen Einträgen hinzufügen beziehungsweise eintippen. Ein im jeweiligen Albumordner abgelegtes JPG-Bild wird dann unabhängig vom gewählten Dateinamen beziehungsweise „immer“ als Cover-Bild angezeigt.

Das Thema Coverbilder wird ausführlich im 2. Teil dieses Artikels vertieft.

Angaben zu Coverbildern

Wie erreicht man aber die FreeDB-Tagging-Funktionen?

1.Beim Rippen von Datenträgern: File – Open audio CD, Button Rip (dauerhaft speichern) oder Play (nur abspielen), dann im Bereich Information lookup – Lookup. Rippen und taggen finden hier auf einfache Weise gleichzeitig statt. Das Ergebnis sind später vollständig getaggte Audiofiles.

Beispiel für die Abfrage von freedb-Tagginginformationen während des Rippens einer Audio-CD

Der Fortschrittsanzeige für die Suche folgt:

foobar2000

Ergebnis dieser Abfrage

Die Funktion Wipe out existing tags links unten in obigem Bild würde alle bereits bestehenden Tags verwerfen und nur die neuen speichern. Diese Funktion wirkt hier nur dann, wenn die CD bereits entsprechende Information enthält, was mir noch nie passiert ist.

Um die Informationen nun tatsächlich downzuloaden, wählt man den passenden Eintrag aus der freedb und klickt Update files. Im Fenster Rip audio (unteres Bild) werden die Titelnamen wie folgt dargestellt.

Ergebnis dieser Abfrage – fertige Tagginginformationen.

2. Direkt in einer Playlist nach dem Rippen oder Laden in die Playlist: Alle zu taggenden Titel entweder mit der Maus und „Strg“/„Shift“ oder per Menü Edit – Select all markieren (vollständiges, zusammenhängendes Album in Originalreihenfolge!) – mit der rechten Maustaste (Kontextmenü) auf diese Markierung klicken – Tagging – Get tags from freedb und im folgenden Fenster unter Matches das nach eigener Meinung am besten passende Ergebnis auswählen und schließlich auf Update files klicken. Wichtig ist hier, dass mit dem Klick auf Update files schreibend auf die Audiodateien zugegriffen werden muss. Spielt Foobar eine der zu taggenden Datei gerade ab (was ja ohne weiteres möglich wäre), scheitert das Updaten natürlich. Daher muss hier die Wiedergabe unterbrochen werden.

Abfrage von Tagginginformationen in Foobars Hauptfenster
Abfrage von Tagginginformationen in Foobars Hauptfenster

Der weitere Vorgang ist zu 1. identisch.

3. Schreiben der Tags von Hand: Für Leidenswillige bietet Foobar extra ein Werkzeug, um Tags manuell in jeden Titel zu schreiben: Man muss dazu im Properties-Dialog (siehe oben) auf dem Reiter Metadata in die entsprechenden Textfelder klicken, also zum Beispiel für „Titel“, und kann dann dort die Tagginginformation eingeben. Mit ‚Enter’ schließt man die Eingabe jeweils ab. Die Properties werden mit OK geschlossen und die Audiodatei gespeichert. Das wiederholt man dann für jeden Titel der Playlist.

Manuelles Eingeben von Tagginginformationen

Manuelles Eingeben von Tagginginformationen

Oft kommt es vor, dass mehrere Treffer in der FreeDB gefunden wurden. Hier muss man dann selbst sehen, welche Version besser gefällt oder gegebenenfalls Fehler enthält.

Man sieht, dass Foobar keine „Speichern“-Funktion für geänderte Audiodateien aufweist. Das liegt daran, dass bei gerade nicht abgespielten Titeln sofort gespeichert wird, wenn die Eingabe oder ein Fileupdate aus FreeDB abgeschlossen ist.

Beispiel der Tagging-Einstellungen

Beispiel der Tagging-Einstellungen

So getaggte Audiofiles können in Foobar in Playlisten und der Datenbank (siehe 2. Teil dieses Artikels) bequem zum Suchen etc. verwendet werden.

Werkzeuge von Dritten können aus den Tags sogar Dateinamen generieren und die Dateien entsprechend umbenennen. Das kann Foobar allein nicht. Schön wäre es aber vielleicht dennoch. Wie das möglich wird, verrät ebenfalls der 2. Teil dieses Artikels.

Computer-Audio: Foobar2000 Mediaplayer: Anleitung, Tipps & Tricks - Teil 1

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