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Tagging – Grundlegendes und Exkurs zum Arbeiten mit ungetaggten WAV-Dateien

Inhaltsverzeichnis

  1. 6 Tagging - Grundlegendes und Exkurs zum Arbeiten mit ungetaggten WAV-Dateien

Sehr wichtig für eine entspannte Arbeit mit Foobar sind sogenannte Tags. Wir hatten sie oben bereits mehrfach begrifflich ins Spiel gebracht, ohne nähere Erläuterungen vorzunehmen.

Tags sind (i.d.R. textuelle) Beschreibungen von Informationen zu einer Audiodatei. Man nennt sie auch Metainformationen. Übersetzt könnte man sie „Schilder“ nennen, die Informationen über den Inhalt eines Objektes, also der Audiodatei, geben. Das ist so ähnlich wie zum Beispiel bei der Beschriftungen von Tüten in einer Gefriertruhe.

Um mit Audiodateien flexibel umgehen zu können, ist Foobar2000 beispielsweise bei der Suche oder Gruppierung von Alben in Playlisten darauf angewiesen, beschreibende Informationen für jede Audiodatei vorzufinden. Andere Mediaplayer verlangen dies übrigens genauso.

Der Verzicht auf Tags und die somit notwendig werdende reine Organisation über Ordner und Dateinamen im Betriebssystem bedeuten mit Blick auf Foobar den Verzicht auf viel Komfort bei den Sortier- und Filterfunktionen der Playlisten und erhebliche Einschränkungen in den Datenbankfunktionen, wie wir im 2. Teil sehen werden.

Exkurs: Arbeiten mit ungetaggten Musikarchiven (zum Beispiel WAV-Datei-Sammlungen)

WAV-Dateien besitzen leider kein Tag-Datenmodell, weswegen sie nicht getaggt werden können. Der Grund ist, dass WAV nicht für eine umfangreiche Musiksammlung in unserem Sinne entwickelt wurde. Foobar quittiert entsprechende WAV-Experimente mit „Tagging of this file format is not supported“. Als Alternative bietet sich hier das FLAC-Format an (keine Klangverluste und volle Tagging-Unterstützung). Näheres zu FLAC und anderen Audiodateiformaten findet sich im Abschnitt „Dateiformatkonvertierungen“ weiter unten.

Will man aber auch mit ungetaggten WAV-Dateien halbwegs bequem umgehen und sogar eine Filterfunktion nutzen können, bietet sich das Benutzeroberflächenelement Album List an. Voraussetzung für dessen sinnvollen Einsatz ist natürlich ein sauber angelegtes „Musikstammverzeichnis“, sprich dass die enthaltenen Alben auch jeweils in eindeutig definierten/benamsten Ordnern (z.B. Interpret, Albumtitel, Jahr) abgelegt wurden.

Der Reiter „Album list“, den wir in dem Modul „Grundlagen der Bedienung“ automatisch mit eingebaut haben, hilft hier. Aktiviert man diesen Reiter, erscheint zunächst ein überdimensionaler Button. Um das eigene Musikstammverzeichnis nun einzubinden, klicken wir auf diesen Button und folgen den Schritten, die unten stehendes Bild illustriert, letztlich vollendet mit einem Klick auf OK.

Einbindung des Musikstammverzeichnis in die Album list

Einbindung des Musikstammverzeichnis in die Album list

Es erscheint unter dem Reiter „Album list“ nun die Ordnerstruktur des mit Schritt 4 gewählten (hoffentlich sauber angelegten) Musikstammverzeichnisses.

Eingebundenes Musikstammverzeichnis in der Album list

Eingebundenes Musikstammverzeichnis in der Album list – hier mit getaggter Musiksammlung

Mittels der sogenannten Filter-Funktion der Album list lässt sich gezielt nach Musikdateien suchen – die Musik-Dateinamen werden mit dem verglichen, was man unter Filter eintippt.

Arbeiten mit ungetaggten Dateien (zum Beispiel WAV)

Arbeiten mit ungetaggten Dateien (zum Beispiel WAV)

Will man mit ungetaggten, zum Beispiel WAV-Dateien arbeiten, wird unter View beziehungsweise dem dortigen Pulldown-Menü der Eintrag by folder structure angewählt (siehe oberes Bild): Dann lässt sich in der Musiksammlung gezielt mit Buchstabenkombinationen nach Alben/Interpreten/Erscheinungsjahren suchen, sofern alle Alben und Dateien auch jeweils in eindeutig definierten/benamsten Ordnern (z.B. Interpret, Albumtitel, Jahr) abgelegt wurden.

Das Musikstammverzeichnis kann man jederzeit ändern oder neue Verzeichnisse ergänzen (die Verzeichnisse werden dann gemeinsam angezeigt), in dem wir via File – Preferences – Media Library entsprechend auf Add und ggf. zum Löschen auf Remove klicken. Näheres zum Thema Preferences im 2. Teil dieses Artikels.

Per Rechtsklick auf einen Ordner der Album list kann eine neue Playlist erstellt werden oder einzelne Titel werden per Drag and Drop in eine bestehende Playlist eingefügt:

foobar Neue Playlist aus einem Ordner der Album list

Neue Playlist aus einem Ordner der Album list

Im 2. Teil dieses Artikels im Modul „Datenbank“ werden wir sehen, wie Foobar eine ähnliche, aber leistungsfähigere Funktion mit vollständig getaggten Musikdateien anbietet.

Aber kümmern wir uns zunächst noch intensiver ums Thema „Tagging mit Foobar“ …

Computer-Audio: Foobar2000 Mediaplayer: Anleitung, Tipps & Tricks - Teil 1

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