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Blumenhofer – Sandwich-Membran – MDF – Multiplex – Firmenbericht – fairaudio

Inhaltsverzeichnis

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Blumenhofer: Materialfragen & Zukunftspläne

Blumenhofer - Gehäusefertigung

fairaudio: Ihr produziert die Chassis für eure Lautsprecher selbst?

Thomas Blumenhofer: Nein, das nicht. Aber die 17er- und 20er-Woofer waren eine Gemeinschaftsentwicklung zusammen mit Norman Gerkinsmeyer von A.T.E., von denen wir sie beziehen.

fairaudio: Was ist das Besondere an diesen Treibern?

Membranen

Thomas Blumenhofer: Vielleicht fange ich zunächst mal mit dem Problem an: Auf der Membran-Rückseite eines Treibers im Backloaded-Horn wirken ziemlich große Kräfte, da die recht große Luftmasse ja erstmal angetrieben sein will. Die Luftsäule im Horn erzeugt also einen Druck auf die Membran – und leider Gottes einen ungleichmäßigen Druck. In Abhängigkeit von der Position auf der Membran fällt der Druck also unterschiedlich hoch aus. Diese Ungleichmäßigkeit ist nun entscheidend dafür verantwortlich, dass es mit der gewünschten rein kolbenförmigen Schwingung ab einer gewissen Frequenz nichts mehr wird. Es kommt zur Ausprägung von Partialschwingungen, insbesondere entstehen Moden innerhalb der Membran. Und das führt, wie man sich leicht denken kann, zum einen zu Verzerrungen zum anderen kostet es Wirkungsgrad, denn ein Teil der Antriebsenergie geht eben durch die Anregung der Moden wieder verloren. Kein Standardchassis, mit dem wir experimentiert haben, konnte unsere Vorgaben erfüllen. Und wir haben es mit verdammt vielen probiert.

Sandwich-Konstruktion

fairaudio: Was können die A.T.E.s denn besser?

Thomas Blumenhofer: Das Geheimnis liegt in der Membran. Sowohl der 17er als auch der 20er, den wir in unseren Hörnern einsetzen, besitzen eine spezielle Sandwich-Konstruktion. Beim 20er sind es zwei Lagen Papier, zwischen denen ein bestimmter Schaum gespritzt wird, beim 17er statt Papier eine besondere Folie. Dies sind extrem leichte und harte Membranen, die den Druck im Innern des Horns händeln können.

Sandwich-Membran

fairaudio: Kommen wir mal zu einer anderen Materialfrage: Als wir unten in der Werkstatt waren, habe ich nur bei euren Bassreflexkanälen MDF entdecken können, die Gehäuse selbst baut ihr durchgängig aus Schichtholz auf. Was ist da der technische Grund?

Clara Luna von hinten betrachtet

Thomas Blumenhofer: MDF-Gehäuse kann man immer heraushören, das Problem liegt im Resonanzverhalten dieses Materials.

fairaudio: Gut, aber letztlich resoniert doch jedes Material. Wieso ist eurer Ansicht nach Multiplex besser?

Thomas Blumenhofer: Wenn ich mit einem Sinusgenerator an eine MDF-Box herangehe und langsam die Frequenz höher und höher drehe, so kommt es bei einer bestimmte Stelle – die übrigens meist in den mittleren Lagen liegt – zu einer sehr hohen Resonanzspitze. Der Vorteil von Multiplex besteht nun darin, dass da zwar auch Resonanzen zu messen sind, aber diese Energie erstreckt sich breitbandiger, also über einen größeren Frequenzbereich. Sie liegt vom Niveau her deutlich unter dem von MDF und vor allem, das ist entscheidend, gibt es nicht diesen hässlichen Resonanz-Peak in den Mitten.

fairaudio: Die letzte Frage: Was habt ihr euch für die Zukunft vorgenommen, insbesondere produktseitig? Sind gerade Dinge in der Überarbeitung? Was für neue Modelle habt ihr in der Pipeline?

Thomas Blumenhofer: Nun, das Little Big Horn hatte ich ja schon erwähnt. Ihr Indianerhäuptling … der wird aber wohl noch mindestens ein Jahr Entwicklungszeit benötigen. Bei der Genuin-Serie wird gerade das Einstiegsmodell, die FS 4, komplett überarbeitet.

Blumenhofer Genuine FS 4 - neue Version
Blumenhofer Genuin FS 4 – neue Version

Im Grunde wird es ein völlig neuer Lautsprecher werden, mit einem Hochtonhorn wie bei der Fun 17 und einer Bassreflex-Wooferabteilung. Mit der Fun-Serie sind wir so zufrieden, dass wir keine Überarbeitung der Modelle planen. Den letzten Feinschliff an der Big Fun haben wir vor einem knappen Jahr vorgenommen, da sind noch ein paar Detailverbesserungen an der Weiche und der Druckkammer passiert.

Clara Cinema Prototyp
Mitte: Prototyp der Clara Cinema – links daneben eine kleine Bassunterstützung …

Was noch geplant ist? Ein 2-Wege-Lautsprecher namens „Clara Cinema“ fürs heimische Kino, der natürlich auch unseren Musik-Anforderungen genügen soll. Und dann haben wir eine Überraschung zur Münchner Messe in petto, aber über Überraschungen redet man bekanntlich nicht …

fairaudio: Ich danke fürs Gespräch.

Blumenhofer Clara Luna

Kontakt:

Blumenhofer Acoustics
86877 Walkertshofen | Hölden 2
Tel. +49 (0)8239 – 73 94
eMail: info@blumenhofer-acoustics.com
Web: www.blumenhofer-acoustics.de

Firmenbericht: Besuch bei Blumenhofer Acoustics

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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