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Hornverlauf – Druckkammer – Blumenhofer – Firmenbericht – fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Hornverlauf - Druckkammer - Blumenhofer - Firmenbericht - fairaudio

Von Druckkammern & divergenten Hörnern …

Druckkammer eines Hochtonhorns
Eine Holz-Druckkammer made by Blumenhofer

Thomas Blumenhofer: Salopp gesagt nehmen wir uns den Druckkammertreiber vor, entfernen die Standardkammer und fräsen aus einem Stück Holz eine neue. Die besitzt dann ein ganz anderes Profil und weist ganz andere Eigenschaften auf als die, die vorher dran war. Wir behandeln die Kammer zudem noch mit einem bestimmten Verfahren, aber da kann jetzt ich nicht weiter drauf eingehen, das läuft unter „Firmengeheimnis“. Jedenfalls sind Form, Volumen und Material der neuen Druckkammer eben ganz entscheidend dafür, dass die Klangfarben natürlich und unkoloriert bleiben. Genauso entscheidend sind natürlich auch das Chassis selbst und das Horn als solches. Und um zum „Zusammenspiel“ zurückzukommen, …

Druckkammern & Hornvorsätze
Druckkammern und Hörner für den Hochtonbereich

… umgekehrt hätte auch niemand viel davon, wenn er unseren Druckkammertreiber mit der neuen Kammer vor ein anderes Horn montieren würde. Das Ergebnis würde enttäuschen. Die einzelnen Details müssen halt zusammenpassen.

fairaudio: Was gibt es denn zum Hornverlauf, zur Geometrie eurer Hörner zu sagen?

Thomas Blumenhofer: Die ist recht speziell und hat viel Arbeit gemacht.

fairaudio: Ich hab ‘ne Allergie gegen das Wort „speziell” … das sagt gar nix.

Hochtonhorn

Thomas Blumenhofer: Das ist mir auch am liebsten, eben weil es Mühe macht, sowas auf den Punkt zu bringen. Ich möchte hier nicht der Ideenlieferant für diejenigen sein, die dass nachbauen wollen.

fairaudio: Gut, ich hab’ auch keine technische Zeichnung verlangt …

Thomas Blumenhofer: Fangen wir mal anders an. Es ist nicht so, dass ich am Rechner sitze, eine Formel eingebe und Schwupps, ist das Ergebnis da. Schön wär’s. Ich hab‘ da eher so eine Art Leitidee. So-und-so müsste das doch eigentlich funktionieren … Dann wird der erste Prototyp gefertigt, gemessen und gehört.

Herr Vitali hält ein Mitteltonhorn
Herr Vitali zeigt das Mitteltonhorn der Clara Luna in der Rohfassung

Und leider funktioniert es dann doch nicht so richtig. Folglich trägt man an bestimmten Stellen am Horn Material ab und hört wieder. Manchmal zeigt einem das dann den richtigen Weg auf. Oder es klingt schlimmer als vorher und man darf wieder von vorne anfangen. Dieses ganze Prototyping ist ein mühsamer, iterativer Prozess, man schleicht sich langsam, peu-a-peu an das richtige Ergebnis heran. Die Entwicklung des Hornverlaufs der Clara Luna beispielsweise hat im Endeffekt über vier Monate gedauert … geschweige, wieviel Kapital es verschluckt hat.

Herr Blumenhofer neben seiner Clara Luna
Herr Blumenhofer neben seiner Clara Luna

Und Gleiches gilt auch für die Entwicklung der Druckkammer, der Weiche und so weiter. Vielleicht wird deshalb klar, warum ich mich eher bedeckt halten möchte. Und manchem besser verständlich, warum solche Produkte auch ihren Preis haben.

fairaudio: Ihr verwendet den Begriff „divergentes Horn“. Was muss man darunter verstehen?

Thomas Blumenhofer: Das bezieht sich auf den Verlauf des Backloaded-Horns für den Woofer, also für den Bassbereich. Prinzipiell funktioniert das so: Der rückwärtige Schall des Chassis strahlt in eine Druckkammer und diese Kammer ist ans Horn Prinzipzeichnung divergentes Horngekoppelt, treibt dieses also an. Der Hornverlauf ist dreifach gefaltet – und „divergent“ ist nun der Begriff, der sich auf den Verlauf dieses Horns bezieht. Man kann sagen, dass jeder der drei Horn-Abschnitte sich gemäß einer linearen Funktion öffnet, aber in unterschiedlichen Winkeln. Ich kann euch eine Skizze geben, die das Prinzip verdeutlicht. Die Grafik ist natürlich nicht maßstabsgetreu, ich werde ja jetzt kaum die CAD-Zeichnungen ins Netz stellen wollen … soviel mal zur Geometrie.

Das Ganze hat immer den gleichen Sinn: Die Dynamik, die ein Horn mit sich bringt, zu erhalten, es dabei aber verzerrungsfrei zu machen. Wir hatten übrigens einige Probleme, einen Woofer zu finden, der in der Lage ist, unser Horn anzutreiben. Verzerrungsfrei anzutreiben, versteht sich. Also mussten wir unsere eigenen Chassis bauen …

Firmenbericht: Besuch bei Blumenhofer Acoustics

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