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Sennheiser HD 820

Über jede Mode erhaben: Audio Note

Inhaltsverzeichnis

  1. 6 Über jede Mode erhaben: Audio Note

Anlage im Audio Note Raum

Das natürlich auch im Raum von Audio Note (www.audio-note-vertrieb.de) zum Einsatz kam. Die britische Marke geht zu Recht als ungewöhnlich durch, und das aus mehreren Gründen: Zum einen wird hier vom Pickup bis zum Netzkabel wirklich alles aus einer Hand gefertigt, es gibt wenige Hersteller, die den Kettengedanken derartig konsequent zu Ende gehen wie Audio Note. Zum anderen ist da diese über jeden Zeitgeist und jede Mode erhabene Einstellung, die Audio Note verströmt – durchaus auch optisch:

Audio Note Kette

Am wichtigsten ist natürlich das akustische Ergebnis, und hier konnte das von Herrn Voigt vom deutschen Vertrieb zusammengestellte System sehr überzeugen. Nicht durch laute Pegel. Nein, hier wurden eher leise Töne angeschlagen – gregorianische Gesänge zunächst, dann Prokofieff. Unter Messebedingungen und bei maximal Zimmerlautstärke spielend eine derart feindynamisch nuancierte und geradezu extrem natürliche Präsentation hinzubekommen – Respekt!

Audio Note

Freilich ist diese AN-Kette nicht ganz umsonst zu haben – sie liegt bei 33.280 Euro ohne Kabel und Stative, um genau zu sein. Gute 4.000 Euro gehen dabei auf das Konto des Plattenspielers – übrigens eine „Deutschlandpremiere“, zumindest was das Laufwerk „TT 2 Deluxe“ und den „Arm 3 MK II“ angeht. Es handelt sich um eine Subchassis-Konstruktion mit zwei drehmomentstarken Motoren, Acrylteller und geradem 9-Zoll-Tonarm inklusive Reinsilberverkabelung. Als Abtaster kam ein Audio Note IQ 3 (MM) zum Einsatz.

Der passende Audio Note-Vollverstärker (mit MM-Eingang) hört auf den gediegenen Namen „Meishu Silver Signature“, schlägt mit stolzen 15.800 Euro zu Buche – und wer angesichts von Preisklasse und Größe des Amps nun hohe Leistungen erwartet, wird bei der Herstellerangabe von 2 x 9 Watt vielleicht etwas hüsteln müssen. Nun, aus zwei direkt geheizten 300Bs im Single-Ended Class-A Betrieb lässt sich nicht viel mehr herauskitzeln.

Audio Note Lautsprecher

Wozu auch, schließlich sollte das den Lautsprechern „AN-E SPe Signature“ (13.400 Euro) allemal reichen, wird deren Wirkungsgrad doch mit famosen 98 dB angegeben. Der Speaker wartet dabei nicht nur mit Reinsilber-Verkabelung, sondern auch noch gleich mit Reinsilber-Schwingspulen auf. Und die schwarzen Kästchen vor den Boxen sind nicht etwa Monos, sondern die externen Frequenzweichen des AN-Wandlers … ja, auch in technischer Hinsicht erstaunt Audio Note durchaus.

Externe Weiche von Audio Note
Externe Weiche des Audio Note-Lautsprechers

VPI bewegt Eisen

Eine Kette bestehend aus VPI-Quelle, Audiomat-Verstärkung und Acapella-Lautsprechern brachte Herr Rischmüller von der Hear GmbH (www.h-e-a-r.de) an den Start.

Anlage im Raum der Hear GmbH

Als Plattenspieler waren der VPI Classic (siehe Test VPI Classic) wie auch der Scout II, der sich vom „einfachen“ Scout (den wir ebenfalls schon am Wickel hatten, siehe Test VPI Scout) durch den dicken Aluminiumteller unterscheidet, im Einsatz. Und am Arm des Scout II (2.400 Euro) befand sich nun die Neuheit des amerikanischen Phonospezialisten, nämlich der Tonabnehmer „VPI Zephyr by Soundsmith“.

VPI Zephyr - MI-System

Das Namensanhängsel verrät schon den Kooperationspartner und der Kenner vermutet richtig: Es handelt sich um ein Moving Iron-System. Bei diesem Prinzip sind sowohl die Spulen wie die Permanentmagneten im Body des Abtasters fixiert – was vom Nadelträger bewegt wird, ist ein sehr kleines Stückchen Eisen, das durch die Bewegung das Magnetfeld beeinflusst und dergestalt eine Spannung in den Spulen induziert. Anhänger sagen dem MI-Prinzip nach, dass es die Vorteile beider Welten – MM und MC – kombiniere: Die Spulen dürfen nämlich größer ausfallen als bei MCs, da sie nicht bewegt werden müssen. Mit der Folge, dass die Ausgangsspannung meist höher liegt (hier bei 2,4 mV). Gleichzeitig ist das „bewegte Eisen“ deutlich leichter als ein bewegter Permanentmagnet eines MMs, womit die bewegte Masse (der Nadel) sinkt und ergo die dynamischen Fähigkeiten (oder allgemeiner: die Abtastfähigkeiten) steigen sollten. Hübsche Theorie … Das VPI Zephyr kommt bald in den Handel und wird preislich bei 1.100 Euro liegen.

VPI Scout II

Dynamisch klang es im Hear-Raum jedenfalls. Was freilich auch am guten Zusammenspiel des Audiomat Opera Reference-Amps (6.100 Euro / zwei im Gegentakt arbeitende EL 34 in der Ausgangsstufe leisten um die 30 Watt/Kanal) mit den Acapella Harlekins (2-Wegler, geschlossen, um 8.000 Euro) gelegen haben könnte. Oder doch an der Acapella-Basis unterm VPI Scout II, die ihn laut Herrn Rischmüller „in einer höheren Klasse“ spielen lässt? Vielleicht sogar am kreativen Creaktiv-Kampf gegen Potenzialwirbel, denn von diesem Unternehmen ließen sich nicht nur Racks, sondern auch ein paar „bunte Glastropfen“ ausmachen …

Creaktiv - Twisterstops

Womit wir eigentlich wieder am Anfang wären, bei der „bunten schwarzen Messe“, jetzt allerdings um eine Konnotation reicher 😉

Messebericht: Analog Forum 2010

  1. 6 Über jede Mode erhaben: Audio Note

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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