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High End 2012: D’Agostino, Quadral Aurum, Sbooster, SOtM, Revel, Thiel, Mark Levinson,Cyrus – fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 High End 2012: D'Agostino, Quadral Aurum, Sbooster, SOtM, Revel, Thiel, Mark Levinson,Cyrus - fairaudio

Hundert Prozent röhrenfrei und ausgangstufenseitig stattdessen mit 28 „extrem schnellen“, wie der Hersteller verlautbart, Transistoren bestückt sind dagegen diese alles andere als alltäglich anmutenden Monoendstufen:

Dan D'Agostino Momentum Mono-Verstärker
Dan D’Agostino Momentum Monoblock

Der Urheber dieser 40-Kilo-Boliden ist kein Geringerer als der Mitbegründer und ehemalige Chefentwickler von Krell, Dan D’Agostino, der 2009 aus dem Unternehmen ausschied und nun eigene Wege geht.

Dan D'Agostino und Mansour Mamaghan
Die Herren Dan D’Agostino und Mansour Mamaghani von Audio Reference

In einer vom deutschen Vertrieb Audio Reference (www.audio-reference.de) einberufenen Pressekonferenz konnte man nicht nur den durch und durch eindrucksvollen Klängen lauschen, die die Momentum-Monos (50.000 Euro) im Verbund mit den fast mannshohen Lautsprechern Sonus Faber Aida (90.000 Euro) zu Gehör brachten, sondern auch einem kurzen Vortrag von Dan D’Agostino:

300 Watt an 8 Ohm leistet ein jeder Monoblock. Die inhouse von insgesamt neun Mitarbeitern in Handarbeit gefertigten Verstärker weisen unter anderem Kupfer-Kühlkörper an den Flanken auf – die Wärmeleitfähigkeit sei 91% größer als beispielsweise bei Aluminium – und wurden schaltungstechnisch bewusst unter Verzicht jeglicher SMD-Bauteilen realisiert. Trotz der doch schon recht satten Ausgangsleistung gönnen sich die feudalen Blöcke im Leerlauf – nein, die Momentum haben mit Class-D nichts am Hut, wie betont wurde – unter 1 Watt Leistungsaufnahme. Na ja, irgendwie muss der eine oder andere Kunde vielleicht auch versuchen, den Anschaffungspreis wieder reinzuholen …

D'Agostino Momentum und Sonus Faber Aida
D’Agostino Momentum und Sonus Faber Aida

Wer nach Endstufen neuester Generation suchte, es allerdings etwas budgetschonender bevorzugt und dafür auch ruhig einen wohlmöglich höheren Leerlaufstrom in Kauf nimmt, konnte nicht zuletzt am Stand von Quadral (www.quadral.com) fündig werden. Ja, die Hannoveraner Lautsprecherbauer – Sie wissen’s wahrscheinlich bereits, hatten wir doch schon den Vollverstärker Aurum A5 im Test – bauen seit geraumer Zeit auch feine Elektronik: Die brandneue Stereoendstufe Aurum M8 befeuerte im Vorführraum der Quadraler deren Boxen-Flaggschiff Titan VIII – angesteuert wurde das Ganze vom ebenfalls ganz neu entwickelten Vorverstärker Aurum P8:

Die M8 war dann gar so brandneu, dass es in München, zumindest optisch, nur eine Vorserienversion zu begutachten gab – das Fenster/Display auf der Front muss man sich deswegen einfach wegdenken. Unabhängig davon hat’s auf jeden Fall sowohl RCA- als auch XLR-Eingänge, eine Pegelanpassung sowie einen vollsymmetrischen Schaltungsaufbau auf der Featureliste. Sowie zweimal 150 Watt an acht Ohm – wer gerne (noch) mehr hätte, kann die in Class-AB arbeitenden M8 wahlweise auch als Monos fahren.

Aurum M8 Verstärker

Aurum M8 Endverstärker

Der P8 lässt sich ebenfalls via RCA oder XLR verbandeln und geht darüber hinaus sowohl mit Plattenspielern (MM/MC) als auch mit digitalen Quellen (S/PDIF) auf Tuchfühlung – ein interner DAC gehört nämlich zur festen Bordausrüstung. Die Elektronik beider Geräte habe man diskret aufgebaut – der Grund hierfür sei, so Quadral, keine per se bessere Klangqualität, sondern ein so möglich werdendes feinabgestufteres Klang-Tuning bei der Entwicklung.

Aurum P8 Vorverstärker

Aurum P8 Vorverstärker

Beide Komponenten sollen ab Herbst dieses Jahres erhältlich sein.

Tuning war auch eins der Stichwörter am nächsten Stand: Die vom Essener Digitalspezialisten Higoto (www.higoto.de) vertriebenen BOTWS-Netzteile (Best of two Worlds) und SBooster sollen den Klang von Audio-Komponenten, die mit externen Schaltnetzteilen betrieben werden, optimieren und liegen preislich zwischen 110 und 135 Euro. Die Liste der Geräte, denen so klanglich auf die Sprünge geholfen werden kann, reicht von Apogee über zum Beispiel Cambridge, Lindemann, Logitech, NAD, Onkyo bis hin zu Teac und kann hier eingesehen werden.

SBooster Netzteil

Die BOTWSs arbeiten unter anderem mit Schottky-Dioden und sind mit verschiedenen Ausgangsspannungen erhältlich. Der hochfrequenten Verunreinigungen an den Kragen gehende SBooster ist fester Bestandteil jedes BOTWS-Netzgerätes, kann aber für bestimmte HiFi-Komponenten auch als Einzelgerät erworben werden und dann zusammen mit dem Original-Netzteil seine Arbeit verrichten.

SOtM sMS-1000

Eine Idee, die viele computeraffine Hörer bestimmt gut finden werden, ist ein auf Audiozwecke zugeschnittener, sprich auf Klangqualität gezüchteter Server/Computer, wobei der koreanische Anbieter SOtM (Soul of the Music) seinen Zögling dabei gleichsam aufs CD-Rippen trainiert hat. Der auf Linux-Basis arbeitende SOtM sMS-1000 (3.000 Euro) lässt sich einerseits, sofern man denn will, auch normal via Maus und Bildschirm steuern, wie Carsten Hicking vom zuständigen Vertrieb erläuterte, bietet andererseits selbstverständlich aber die Möglichkeit zum Beispiel per iPad (MPaD) zu navigieren. Sämtliche Schnittstellen beziehungsweise Outputkarten seien elektronisch wie mechanisch optimiert, gerade die SOtM tX-USB-Card bekommt international offenbar bereits viel Lob zugesprochen:

SOtM sMS-1000

SOtM USB-Karte

Auffallend bunt ging es am Stand des Münchener Vertriebs Sun Audio (www.sunaudio.de) zu. Was sich zum einen auf die Dekoration oder vielmehr einige doch schon auffälligere, glücklicherweise offenbar aber rein vegetarisch angehauchte HiFi-Fans bezog:

sun audio messestand

Revel M105, M106 und F208
Voraussichtlich ab Herbst erhältlich: Revel M105, M106 und F208

Darüber hinaus wurde eine ziemlich bunte Mischung an Neuheiten präsentiert: Revel stellte unter anderem einen Nachfolger der bekannten F32 vor – die F208 (5.000 Euro/Paar), welche ab Herbst erhältlich sein wird. Und feilt zudem auch bereits an einem Nachfolger für die F52.

Die gleichfalls aus den USA stammende Boxenschmiede Thiel hielt mit der CS 1.7 dagegen, welche in Deutschland zum Ende des Jahres an den Markt gehen soll und wie die große CS 3.7 mit optisch auffälligen, Partialschwingungen abträglichen Membranen im Wellenprofil aufwarten wird. Wie ihre Vorgänger (die 1.7 hat eine lange Ahnenreihe: CS1.2, CS1.5, CS1.6) ist „die Neue“ eine Zwei-Wege-Bassreflex-Konstruktion ohne – das mag manch einer schon fast als Thiel-untypisch empfinden – Koaxtreiber. Ganz typisch ist dagegen wiederum die bei allen Thiel-Modellen vorzufindende, auf Zeitrichtigkeit optimierte 6-dB-Weichenlösung.

Thiel CS 1.7

In Sachen Elektronik gab’s bei Sun Audio zum Beispiel einen – allerdings wohl erst ab nächstem Jahr erhältlichen – Vollverstärker von Mark Levinson zu begutachten: Der N°585 ist, wie sollte es anders sein, vollsymmetrisch aufgebaut und in Doppelmono gehalten. Raus geht’s mit maximal 2 x 225 Watt, rein unter anderem per Phonoeingang (MM/MC), aber nicht zuletzt auch via USB, S/PDIF, HDMI und AES/EBU, kommt der Amp doch serienmäßig mit einem integrierten D/A-Wandler daher. Der Preis wird um 10.000 Euro liegen.

Neues von Mark Levinson: Vollverstärker N°585 (links) sowie CD/SACD-Spieler N°519 und Digital Audio Processor N°560

Neu ist auch, dass Sun Audio nun die englische Marke Cyrus im Beritt hat, welche nicht nur physisch schmale, sondern auch vergleichsweise schmal gepreiste Komponenten feil bietet: Los geht’s bei 1.000 Euro, die für den CD-Player 6SE2 oder den Vollverstärker 6A fällig werden, Schluss ist bei den Monos X3000 für 6.000 Euro/Paar. Ein hochinteressanter und insbesondere in England sehr prominenter Hersteller, da werden wir das eine oder andere Familienmitglied sicherlich auch mal nach Berlin einladen …

Cyrus

Messebericht: High End 2012

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