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Französische Revolution?

Inhaltsverzeichnis

  1. 8 Französische Revolution?

Natürlich: Vertriebe sind schon allein berufsbedingt ziemlich überzeugt von ihren Produkten, schließlich wollen sie ihre Babys an den Mann/die Frau bringen, da schadet ein wenig „Positive Thinking“ kaum. Gleichwohl: Der Enthusiasmus, mit dem Herr Khavari von Audio Components (www.audio-components.de) von seinem letzten Neuzugang berichtet, überschreitet das normale Maß deutlich. Dabei kennt die Marke (noch) kaum einer und es gibt bisher auch nur ein einziges Produkt – dieses wird aber, glaubt man Herrn Khavari, nichts weniger als eine kleine Revolution in Sachen highfideler Verstärkung hervorrufen. Nun, auch Revolutionen wurden schon öfter annonciert … Die Rede ist von der französischen Marke Devialet (www.devialet.com) – und ihrem Produkt D-Premier, einer ziemlich flachen Flunder von Vollverstärker (Höhe: 32 mm), die man, da keine 7 kg schwer, auch wahlweise an die Wand hängen kann:

Devialet D-Premier - an der Wand

Dabei handelt es sich beim D-Premier keinesfalls um ein designorientiertes Lifestyle-Produkt, sondern um einen echten technologischen Sprung bei der Verstärkerentwicklung, so Mathias Moronvalle, Directeur Technique bei Devialet. Fünf Patente sichern die Innovationen dieses Amps ab, so Moronvalle weiter.

Mathias Moronvalle von Devialet
Mathias Moronvalle von Devialet

Okay – worum geht’s? Bei Devialet spricht man von „AHD Technology“ – das Kürzel steht für Analogue/Digital Hybrid und kennzeichnet den grundsätzlichen Schaltungsentwurf: Dabei ist eine Class-A-Schaltung verantwortlich dafür, die Spannung an den Lautsprecherklemmen bereitzustellen, während die digital angesteuerte Class-D-Abteilung des Amps synchron dafür sorgt, so viel Strom zu liefern, wie zur Aufrechterhaltung der Class-A-Spannung nötig ist – unabhängig von der momentanen Last, die gerade am D-Premier hängt. Klingt in der Theorie ganz verlockend.

Devialet D-Premier - Innenansicht

Der D-Premier lässt sich übrigens direkt digital ansteuern (via HDMI auch gerne mit HD-Stoff wie SACD, BluRay …), da er einen Wandler mit an Bord hat, er besitzt aber natürlich auch analoge Eingänge und ist sogar mit MM/MC-Inputs versehen worden (keinen Schluckauf bekommen, liebe Analogies: die Entzerrung des Signals erfolgt auf digitaler Ebene). Das Gerät besitzt exakt einen Knopf auf der Frontplatte – den Power-Schalter – und ist ansonsten über die ebenfalls recht ungewöhnliche Fernbedienung zu steuern. Der Preis: 12.000 Euro.

Devialet
Oben drei Amps, unten die Fernbedienung

Lust auf etwas fernöstliche Exotik zum Schluss? Bitteschön – diese „kleine“ und überwiegend koreanische Kette wechselt für circa 140.000 Euro den Besitzer:

Emillé Messeraum

Bis auf die Quellen – den SACD-Player 303T von Cary Audio (rund 6.000 Euro) und Dr. Feickerts Woodpecker Laufwerk (um 3.500 Euro) – stammt die hier zu sehende Elektronik vom südkoreanischen Röhrenspezialisten Emillé (www.accuton.de) – einer Marke, die Herr Adrian Bankewitz von Thiel & Partner (diejenigen, die die Accuton-Keramik-Chassis produzieren) nach Deutschland gebracht hat.

Emillé und MSD Lautsprecher

Die seitlich positionierten Monoblöcke Rapture (25.980 Euro/Paar) – hier gleich im Bi-Ampingmodus eingesetzt – bringen pro Stück 110 Watt an die Klemmen; angesteuert werden sie von der Quintessence (6.990 Euro) genannten Vorstufe, welche ihrerseits, den Phonopart betreffend, die Signale vom Phono-Pre Allure (2.990 Euro) empfängt.

Emillé Vorverstärker

Die Größe und Opulenz der Emillé-Elektronik kommt auf den Bildern nicht so recht rüber, stiehlt ihr doch dieser – äh – etwas anders ausschauende Lautsprecher ein bisschen die Show.

MSD-Wandler aus Korea - schwenkbarer Kopf

Der Wandler stammt von MSD (www.ilmsd.com) – Metal Sound Design -, ist ebenfalls koreanischen Ursprungs und nennt sich Planet Diamond. In ihm arbeiten vier Accuton-Chassis, das Gehäuse wurde komplett aus Metall gefertigt und die Mittel-/Hochtoneinheit lässt sich zwecks genauer Ausrichtung auf den Hörplatz nach vorn und hinten sowie nach links und recht schwenken. Das Gewicht der Metallplaneten: in Summe 308 kg. Ihr Preis: 70.000 Euro.

Lautsprecher MSD Planet Diamond

Keine Frage: Abwechslungsreich war’s auf der High End 2010 – und teils sehr beeindruckend. Tschüss, bis nächstes Jahr, München. Wir verkürzen uns die Zeit bis dahin mit erstklassigem Eishockey und Basketball …

Messebericht: HIGH END 2010

  1. 8 Französische Revolution?

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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