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High End 2009

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Mai 2009 / Ralph Werner und Jörg Dames

Bunt gemischt ging es auf der diesjährigen, klassischerweise wieder am Himmelfahrtstag startenden High End zweifelsohne zu: 248 (Vorjahr: 231) Messe-Aussteller, von denen um die 100 herum – auf 25 Länder verteilt – aus dem Ausland stammten, hatten zirka 800 Marken im Schlepptau. Bei solchen Rahmendaten ergaben sich Vielfalt und Farbenreichtum im Münchener M,O,C, also quasi von alleine.

marantzAbwechslungsreich geriet`s auch bei einer unserer ersten Anlaufstellen am ersten Messetag – dem Stand von Marantz (www.marantz.com): Zum einen gab sich nämlich „Entwicklerguru“ Herr Ken Ishitawa die Ehre und stand zum Plausch bereit. Zum anderen hatte Marantz unter anderem die lange angekündigten Pearls, deren „Geheimnis“ ja offiziell erst Anfang Mai gelüftet wurde, an den Start gebracht: Beide ausschließlich in schwarz erhältlichen Perlen – sowohl der Vollverstärker PM-KI Pearl als auch der CD/SACD-Player SA-KI Pearl – kommen für jeweils 2.800 Euro in den Handel und sind auf je 500 Stück limitiert.

marantz pearls

Klanglich sollen beide Geräte an deutlich teureren Gerätelinien kratzen und – so der zuständige Marketing-Manager Herr Heiko Panzer – „unter anderem Frauenstimmen angenehm seidig klingen lassen.“ – So, so … von der Schwäche fürs weibliche Geschlecht aber noch kurz zu den Hardfacts: Der Amp wartet mit 2 x 90 Watt/8Ohm, einer vollständig diskret marantzaufgebauten, zweistufigen Endstufe, einer stromgegengekoppelten Phonostufe (MM/MC) und einem kupferveredelten Gehäuse auf. Letzeres gilt auch für den Player, der unter anderem ein komplett in Eigenregie entwickeltes Laufwerk mit Zylonlade (ein spezielles synthetisches Fasermaterial), wählbare DAC-Filter und einen optischen Digitaleingang zu seiner Bordausrüstung zählt und neben SACD/CD auch MP3 und WMA abspielt.

Premieren gab’s aber auch an anderer Stelle zu verbuchen – recht gewichtige sogar: Advance Acoustic (www.advance-acoustic.de) ließ nämlich die ersten frisch in Deutschland eingetroffenen Exemplare der neuen Spitzen-Verstärkerlinie auf die Hörer los: Die schwergewichtigen, jeweils 3.500 Euro kostenden Monos MAA-1000 leisten im Class A/B-Betrieb bis zu 550 Watt/8Ohm pro Kanal und im Class-A Betrieb bis zu 50 (verzerrungsminimalere) Watt. Zwischen beiden Betriebsmodi kann mittels eines Schalters gewechselt werden – je nach Bedarf oder Hörgeschmack.

advance acoustic

Die zu diesen Monos passende Vorstufe nennt sich MPP – Pre und bietet reichlich Anschlussvielfalt: Jeweils vier symmetrische und unsymmetrische Hochpegeleingänge stehen bereit. Damit der Analogliebhaber nicht zu kurz kommt, gibt es darüberhinaus gleich zwei getrennte Phonoeingänge – für MM sowie MC (wohlgemerkt: nicht schaltbar, sondern adcance acousticzwei separate Verstärkerzüge). Die MPP-Vorstufe ist in Dualmono ausgelegt, was sich konsequenterweise bis zur Stromversorgung durchzieht. Kostenpunkt: 2.500 Euro. Dass die Franzosen mit 9.500 Euro, die für diese Verstärkerkombination insgesamt auf den Tisch zu legen sind, eindeutig in neues Terrain vordringen, wurde nicht nur von Herrn Bremm, der für den Deutschland-Vertrieb verantwortlich zeichnet, so gesehen …

Verbandelt wurde die Advance Acoustic-Kette mit Lautsprecher von Seta-Audio (www.seta-audio.de), einem jungen deutschen Hersteller, der vielen noch unbekannt sein wird: Neben dem schon seit längerem erhältlichen Spitzenmodell Besa LS (14.500 Euro/Paar), wurde auf der Messe nun auch erstmalig die kleinereseta audio Besa CS (8.500 Euro/Paar) vorgestellt. Lustig war’s, dass die Herren Seta – zwei Brüder bilden den Kopf des Unternehmens – bei letzterer immer wieder von ihrer „neuen Kompakten“ sprachen: Bei einem Lautsprecher, der knapp einszwanzig Meter in die Höhe schießt, erschien das doch ein wenig sehr bescheiden …

Nun, weniger bescheiden war da schon das, was die SETA-Zweiwegler zusammen mit der Advance Acoustic-Kombi klanglich auf die Beine stellten: Klar, raumakustisch ging’s – wie bei vielen Messe-Vorführungen – nicht gerade optimal zu, dennoch beeindruckte die Mischung aus Auflösung, Luftigkeit und Geschmeidigkeit aufs erste Hören durchaus. Wir sind auf ein intensiveres „Wiederhören“ jedenfalls gespannt.

Messebericht: HIGH END 2009

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