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Wer erinnert sich noch an seinen 40. Geburtstag? Das ist die Zeit, in der man erkennt, dass man zwar nicht unverletzlich ist, so aber doch noch immer unsterblich. Später weicht auch diese Hoffnung. Überleitung: AVM wird dieses Jahr 40 (https://avm.audio/de/). Es gab in der Firmengeschichte ein paar Tiefschläge, aber die „Audio Video Manufaktur“ ist stets wieder aufgestanden und steht vielleicht sogar besser denn je da. Die ersten Jahre wollte man nicht mehr sein als eine Regionalmacht; der aktuelle Chef Udo Besser hat AVM dann zu einem Global Player gewandelt. Faktisch lebt er im Flugzeug, vor allem der Markt in Asien boomt. Zieht das Klischee vom „Made in Germany“ noch? Dazu äußert sich Udo Besser ausführlich in unserem Interview. Was ihm wichtiger ist: Zum Geburtstag wird eine Sonderedition aufgelegt. Die 30er-Serie vor eben zehn Jahren verkaufte sich blendend, drückte die sonst eher gehobenen Preise bei AVM in die Einstiegsklasse. So soll es nun wieder sein, mit starkem Fokus in die Welt der digitalen Wandlung und des Streamings. Die ersten 40er-Modelle stellt AVM auf den Norddeutschen HiFi-Tagen Anfang Februar vor, wir sind vor Ort und werden berichten.

Udo Besser - Besitzer und Geschäftsführer von AVM

Charakterkopf: Udo Besser verantwortet die Geschäfte von AVM seit 16 Jahren – als Finanzprofi, aber auch als „oberstes Ohr“

Was ist bloß los in Malsch?

Wir müssen keine Eulen nach Athen tragen, die meisten fairaudio-Leser werden AVM kennen. In der Formsprache, der Technik, wir testen mit beständiger Regelmäßigkeit. Aber die Heimat von AVM? Das ist sicherlich nicht das Athen des deutschen High-Ends. Der Ort des Firmensitzes heißt Malsch. Fragt man Google „Was ist in Malsch los?“, dann listet das Browserfenster das Hähnchenfest auf und einen im Jahr 1910 in seiner ersten Fassung fertigstellten Saalbau, der als Vorentwurf zum Goetheanum gilt. Es gibt Biergärten und eine fast 600 Jahre alte Kirche. Das trifft sich: Religion und Rausch – also genau jene Pole, in denen sich auch gutes High-End bewegt. Wie lebt es sich in Malsch, wie lässt sich global bedeutendes High-End in der Provinz denken und fertigen? Wir haben uns eine Fahrkarte in die 15.000-Einwohner-Gemeinde gekauft.

Der Bahnhof empfängt mich wie in einem Westernfilm. Eine Baracke statt eines Bahnhofgebäudes, zwei Gleise und zu allem Zufall ist es punktgenau 12 Uhr mittags. Nico Schneider begrüßt mich, ein fester Händedruck des aktuellen Entwicklungsleiters. Sein Porsche reibt sich mit dem Gesamteindruck des Ortes. Doch nicht vergessen: Die „Audio Video Manufaktur“ liebt es, sich als Technologieführer aus Baden-Württemberg der Welt zu präsentieren, einem Bundesland, in dem auch Mercedes zuhause ist und eben Porsche. Das Statement muss sein.

Nico Schneider (links) und Ekinc Ufuk von AVM

Hall of Fame: Die Menge der Urkunden internationaler Fachmagazine ist beeindruckend, links die „fairaudio’s favourite“-Urkunden. Stolz lanciert im zentralen Treppenhaus von AVM. Hier präsentiert von Chefentwickler Nico Schneider (links) und Ekinc Ufuk

Das Firmengebäude von AVM ist kein Porsche. Aber charmant, praktisch, mit etwas Patina. Vor allem ist es die Eingangspforte zu einer weit größeren Fertigungshalle, die sich von der Straße nicht einsehbar dahinter verbirgt. Alles wirkt neu und ambitioniert. Hier tickt das Versprechen der „Manufaktur“.

Damals – und heute …

Kurze historische Einordnung: Mastermind und Gründer von AVM war Günther Mania gemeinsam mit Robert Winiarski. Mania ist noch heute Entwickler, aber auf freier Basis. Er darf auch fremdgehen, wie aktuell mit Verstärkern für Gauder Akustik. Lag ja nahe, räumlich wie inhaltlich. Mania surfte Mitte der 1980er Jahre auf einer Welle – alle wollten selbst bauen, Mania veröffentlichte den Schaltplan zu einer Endstufe, in der kein altes Wissen auf dem anderen blieb. Eine Revolution, die Fans liefen Sturm, Mania und Winiarski versorgten sie mit Bausätzen. Irgendwann war es zu drängend, zu offensichtlich: Warum die Amps nicht selbst fertigen und vertreiben?

Ausgangslager bei AVM

Der Anbau sagt mehr über den Lauf der Geschäfte aus: AVM hat sich hinter dem alten Firmengebäude einen Mix aus Fertigungsstraße und Großlager gegönnt

Jetzt bricht die Erfolgsgeschichte ein wenig. Wenn zwei Ingenieure merken, dass der Laden wächst und wächst – dann sollte man einen Profi zum Geschäftsführer berufen. Udo Besser war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Er übernahm 2010 und wechselte von Burmester. Noch heute pendelt Udo Besser zwischen Malsch und Berlin – wenn er nicht in einem Flugzeug sitzt und einen Markt am anderen Ende der Welt erschließt. Wie gesagt: Durch ihn wurde AVM zum Global Player. Deutschland ist noch immer Anführer bei den Absatzzahlen, doch gleich danach kommen China und die USA. Udo Besser: „Den größeren Teil unserer Umsätze erzielen wir im Export.“

Hört sich nach einer Erfolgsgeschichte an. Die aber nur funktioniert, wenn die Qualitätssicherung perfekt ist. Klar gehört das zum Werteversprechen eines „Made in Germany“. Abgesichert durch insgesamt 23 Mitarbeiter. Aber noch tiefer gedacht bedeutet es auch, dass sich ein Hersteller heutzutage gegen Rückläufer schützt. Nichts bringt die Finanzen und die Logistik mehr durcheinander, als wenn nachgebessert, nachgelötet, gar zurückgerufen werden muss. „They never come back“ ist das schönste Gefühl für einen Geschäftsführer in der Einschlafphase.

Finale Messungen an den zur Auslieferung anstehenden AVM-Geräten

Kein Versand ohne Vermessung: In der finalen Stufe der Qualitätssicherung erscheint der Schaltplan auf dem Monitor – dann setzt ein Ritt durch den Messgeräte-Parcours ein

Manufaktur mit Sommeliers

Jetzt ist Udo Besser nicht nur Dipl. Wirtsch. Ing., sondern auch Technikkenner, Marketingprofi – schlicht das Gesicht der Company mit der nötigen Beimischung von Charisma. Auf den High-End-Messen der Welt präsentieren andere Hersteller ihre Neuheiten, Udo Besser hingegen hält Hof. An seinem Stand und in seinem Umfeld treffen sich die Insider. Es gibt das Majestätische, die Audienz, dazu passt Udo Bessers Spiel mit dem Begriff der „Manufaktur“. Klingt wie der Uhrenbau in der von Malsch aus nahen Schweiz, etwas, das nur von Wenigen und Wissenden erschaffen werden kann. Er hat auch den Claim „Audiophile Meisterstücke“ unter den Namenszug gesetzt – das ist stark und packt vor allem die Fremdländer bei ihrem Kaufimpuls. Manchmal wird es etwas zu poetisch: Udo Besser nennt die Mitarbeiter in der Endkontrolle „Klang-Sommeliers“ – die absoluten Experten, die „das Meisterstück zum Leben erwecken“.

Handarbeit an der Platine eines AVM-Verstärkers

Viel Handarbeit: Auch ein Grund für den Namen – eben die „Audio Video Manufaktur.“ Mit dem zusätzlichen, internationalen Claim „Handcrafted in Germany“

Sauber gedrittelt

Ich lasse mich durch die Fertigung führen. Als Journalist der Gegenwart sollte man nicht nur darüber staunen, was da ist, sondern sich auch fragen, was nicht da ist. Die Fertigung der Plattenspieler ist ausgelagert. Ebenso die der Lautsprecher. Müsste man die Gesamtfläche aufteilen, so herrscht bei AVM eine Drittelung: Ein Drittel für die Verwaltung und Entwicklung, eines für die Fertigung, ein weiteres für die Logistik. Wobei ein reges Kommen und Gehen gerade im Lager herrscht – die fertigen Meisterwerke werden verpackt und in die Welt geschickt, parallel dazu kommen die Bauteile aus der Region an. Hier pulsiert das Leben.

Die neue Lagerhalle von AVM

Expansion: Die neue Lagerhalle ist im Finale ein Mix aus Verpackung, Lager und Anfahrtsrampe für die LKWs

Feine Fertigungstiefe

Aufkleber von internationalen Zulieferern entdecke ich wenige. Natürlich macht es für einen Mittelständler in Europa keinen Sinn, partout alles selbst fertigen zu wollen. Bestes Beispiel: die Laufwerke für die CD-Player und All-in-Ones. Die kaufen selbst weit größere Hersteller zu. Was Udo Besser weh tut: Es gibt die legendären Einzugslaufwerke von TEAC nicht mehr. Ausverkauft, Ende der Fertigung. Udo Besser war wieder schlau: „TEAC hat die Fertigung verkauft, wir beziehen nun vom Nachfolger praktisch baugleiche.“

CD-Laufwerk von AVM

Ein Traum, leider ausgeträumt: AVM liebt die Einzugslaufwerke von TEAC. Leider nicht mehr erhältlich – Udo Besser hat den TEAC-Zulieferer dazu bewegt, die CD-Leser in Kleinauflage weiterhin nach Malsch zu senden

Was mich mehr interessiert ist die Klangphilosophie und die Tiefe der Fertigung. Teil zwei ist leicht beantwortet: Weit über 90 Prozent der Bauteile kommen direkt aus der Region. Die Metallverarbeitung der Gehäuse ist Weltklasse, aber eben tatsächlich mit den Feinheiten einer Manufaktur. Da wird gefräst aus dem vollen Aluminium, dann getaucht in die Badewannen für Chrom oder auch Sonderfarben. Es blitzt, zischt und dampft. Bis die Menschen mit den Baumwollhandschuhen kommen.

Aluminium-Gehäusefront von AVM in Schwarz

Aluminium-Gehäusefront von AVM in Rot

Ob blond, ob braun: Die Verarbeitung und Veredelung der AVM-Gehäuse erfolgt zwei Orte entfernt – natürlich mit dem bekannten Chromglanz, aber auch Sonderserien und Individual-Farben sind möglich

Von All-in-one über Plattenspieler bis zum Stromfilter

Das ist der spannende Brückenbau: von der „Schmiede“ zur Kühle eines Operationssaals. Das ist natürlich auch eine Steilvorlage für die Marketing-Poesie. Feine Komponenten mit Bauhaus-Charme und Edel-Touch können auch andere. Erstaunlich ist, dass AVM sich in den jüngsten Jahren zum Vollsortimenter erhoben hat. 2018 stellte Udo Besser seine ersten Plattenspieler vor, mittlerweile sind es drei Modelle. 2023 dann die ersten Lautsprecher Audition CB 2.3. Schließlich der Aufschlag zur High-End-Messe 2024 mit eigenen, massigen Stromfiltern (unser Test: „Energie, aber wie?“)

Muss ich arm werden, wenn ich eine AVM-Komponente kaufe? Die Chancen sind groß. Wer die Vorstufe AVM Ovation PA8.3 (rund 10.000 Euro) hat, will natürlich irgendwann auch die Endstufe SA 6.3 haben (10.500 Euro). Besser noch: zwei Monoblöcke MA 8.3 (im Paar rund 40.000 Euro). Den Lautsprecher, den diese Kombi nicht anzutreiben weiß, gibt es nicht. Wer schlau und sparsam ist, hält Ausschau nach der Ziffer 30. Hier hat AVM einige Sondermodelle zum 30. Firmengeburtstag aufgelegt. Den großartigen Media Player MP 30.3 gibt es beispielsweise für 3.500 Euro – mit besagtem Slot-in-Laufwerk, HDMI ARC, Bluetooth, Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz, Roon Ready und so weiter. Das wird einmal ein Sammlerstück. Oder die durchzugsstarken Monos MA 303.3. Aber wie eingangs erwähnt: Die Nachfolger zum 40. Firmengeburtstag stehen schon knapp vor der Auslieferung.

Die Entwicklung am Rechner bei AVM

Denken und Tüfteln findet bei AVM im ersten Schritt an Rechnern und Bildschirmen statt. Der Chef selbst gibt den ersten Impuls – und übernimmt die Endabnahme

Aber bitte mit Röhre

Die rein technische Arbeit mit Lötkolben und Messgeräten ist nicht so spektakulär, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Es ist vielmehr die Entwicklungsarbeit, das Konzept der Schaltung und der kurzen Wege. Nehmen wir den Vollverstärker AVM Ovation A8.3 – eigentlich müsste ihn AVM optional mit einer transparenten Deckplatte anbieten, so schön ist das. Echtes, doppeltes Mono, massive Treiber an den seitlichen Kühlrippen, ein dicker „Ultra Silent Precision Torodial Transformer“ als Stromwandler in der Mitte, stattliche Elkos. Was ist das da vor den Eingängen? Eine ebenfalls in striktem Doppel-Mono aufgebaute Platine.

Röhrenstufe in einer AVM-Verstärkerschaltung

Einer der zumeist unsichtbaren Markenkerne: AVM kombiniert Class A/B und digitale Schaltungen mit Röhrenstufen – auf Kundenwunsch, modular und nachrüstbar

Es ist der klangliche Markenkern von AVM: Ich kann einen reinen Transistoraufbau ordern oder eine Kombi mit Röhren. Wobei die Glimmkolben nie als eine Art „Weichspüler“ fungieren. Die Macht der MOS-FETs bleibt unbenommen, aber die Messwerte bei den Oberwellenamplituden ändern sich. Da könnten wir jetzt eine wissenschaftliche Arbeit beginnen mit harten physikalischen Formeln und weichen psychoakustischen Vorlieben. Aber überraschend ist die Kernaussage: Über 80 Prozent der AVM-Käufer wollen die Röhrenoption eingebaut haben. Früher oder später. Denn AVM denkt hier optional und in Modulen – die auch nachträglich vom Fachhändler oder in der Firmenzentrale zu Malsch nachgerüstet werden können.

Schöne Sachlichkeit

Zum Schluss so etwas wie eine Glaubensfrage: Hat AVM die High-End-Welt verändert? Die schöne Sachlichkeit bedienen auch andere Hersteller, ebenso verwandte Schaltungskonzepte. Aber schon bei der Vielfalt der modularen Optionen schert AVM aus. Was in den Trend zur Nachhaltigkeit passt. Ich kann, ich muss nicht aufstocken. Oder die Spielregeln der digitalen Wandlung ändern sich – dann wird einfach der Baustein mit dem D/A-Wandler ausgetauscht. Großartig sind die Phonostufen und höchst ehrenwert ist auch AVMs Versprechen von richtig guten Kopfhörer-Amps in den Gehäusen.

Interne AVM-Phonovorstufe

Trotz der hoch-kompakten Bauweise der All-in-Ones werden die Module aufwendig und in Eigenregie entwickelt – hier die Phonostufe. Erstaunlich auch der Aufwand bei den internen Kopfhörer-Verstärkern

Alles unter eine Haube?

Die Superseller und die „Gamechanger“ sind die All-in-Ones. Das war vor zehn, fünfzehn Jahren noch ein Sakrileg: Alles unter eine Haube bauen, da knirschen die echten High-End-Fans doch mit den Zähnen. AVM blieb beharrlich. Einerseits wurden die Bausteine im Inneren stetig kleiner und besser. Vor allem war die weltweite Nachfrage immens. Dem ist noch immer so. Genau deshalb hatte AVM kurz vor dem Weihnachtsgeschäft den ersten Sendboten seiner neuen S-Klasse vorgestellt. Eben einen All-in-One, den AVM Ovation CS 8.3 S. Alles an Bord: PCM bis 32 Bit und 384 Kilohertz, den besagten Nachfolger des legendären Teac-Einzuglaufwerks, eine Phonostufe für MM wie MC und Endstufen mit doppelten 550 Watt an vier Ohm. Da darf man nicht das kindliche Staunen verlieren – eigentlich ein mittleres Wunder, dies alles in ein Gehäuse in der Standardbreite von 43 Zentimetern zu integrieren. Das Kind in uns muss auch über den Preis staunen: 19.490 Euro. Die ersten Modelle werden genau diesen Monat ausgeliefert. Aber es gilt das Versprechen unseres Einstiegs: AVM ist in Geburtstagslaune – da wird garantiert noch ein AVM All-in-One mit der Ziffer 40 zum Feierpreis kommen.

Interview mit Udo Besser, Geschäftsführer von AVM: „Unruhige Zeiten bieten Chancen“

Udo Besser auf einer Hifi-Messe in Wien

Udo Besser in der Pose des stolzen Unternehmers. Spannend ist, wo das Foto geschossen wurde (in Wien, nebenbei). Der AVM-Chef lebt, geschätzt, ein Viertel seiner Zeit im Flugzeug. Der weltweite Export bestimmt maßgeblich den Geldzufluss

fairaudio: Nicht alle High-End-Hersteller gönnen sich diese Fertigungstiefe. Ich war bei meinem Besuch erstaunt – und zugleich beängstigt: Lohnt sich dieser Aufwand angesichts unruhiger Zeiten und globaler Fertigungswege?

Udo Besser: Unruhige Zeiten bieten Chancen für Veränderung. Wir hatten ja letztes Jahr einen großen Sturmschaden, bei dem unsere Versicherung nichts bezahlt hat. Das nenne ich mal stürmische Zeiten…. Ich freue mich aber, dass meine Kollegen hier in der Firma das alles so schnell wieder aufgebaut haben. Wir setzen, wo wir können, auf „local supply“. Sie hatten ja gesehen, dass unsere direkten Nachbarn auch Zulieferer sind. Alu-Zierteile kommen aus dem benachbarten Baden-Baden. Steht ja auch stolz drauf: „Handcrafted in Germany“.

Der Claim der Marke AVM

Man achte auf die graue Unterzeile: 1986 gegründet – dieses Jahr steht der 40. Firmengeburtstag an. AVM verspricht eine umfassende Edition an Sondermodellen

fairaudio: Sie haben in kurzer Zeit AVM vom reinen Verstärkerhersteller zum Vollsortimenter verwandelt. Nun gibt es Plattenspieler, Stromaufbereiter, Lautsprecher … Welchen Aufschlag plant man da als nächstes? Ein Standlautsprecher wäre doch nun Pflicht …

Besser: AVM ist von der Aufstellung her ein Systemanbieter, das heißt, wir möchten von der Quelle her möglichst weit alles anbieten – im selben Look und mit der gleichen klanglichen Signatur von A bis Z. Nächstes Jahr wird AVM 40 Jahre und zum Jubiläum wird es wieder technologische Innovationen geben, eben auch Sondermodelle zum 40sten.

fairaudio: Wenn Sie in der Dreieinigkeit von „Made in Germany“, „Manufaktur“ und „Meisterstück“ auf einen Begriff verzichten müssten, welchen würden Sie aussuchen?

Besser: Ich würde auf keines verzichten! Das ist der Kern unserer DNA und da gibt‘s nichts wegzulassen. So ist es seit 40 Jahren und so bleibt es.

AVM-Gravur auf der Deckelplatte eines Ovation-Verstärkers

Das „V“ ist im aktuellen Katalog eher unterrepräsentiert: „Video“ war bei der Gründung ein starker Aspekt, heute gilt es dem puren Stereo – aber mit dem Trend zum Vollsortimenter, inklusive Plattenspielern und Lautsprechern

fairaudio: Transistoren, Röhren – nun kommt die Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit Class-D-Verstärkern?

Besser: AVM kennt sich bestens mit allen Verstärkungsformen aus. Wir beherrschen sie alle bis ins Detail und haben so die Möglichkeit, für jeden Anwendungsfall das Beste herauszuholen. Unsere Kombinationen aus Switching-Amps – Vulgo: Class D – und Röhrenvorstufen, zum Beispiel in den CS-Modellen, haben für Furore gesorgt und stecken auch viel teurere Einzelkomponenten in die Tasche. Unsere Kunden sind Musikliebhaber und für die zählt das klangliche Ergebnis, das wir abliefern und nicht die Technikdiskussion.

fairaudio: Mal zum Privaten – Sie sind in München aufgewachsen, haben lange in Berlin gelebt. Welches Verhältnis entwickelt man da zu Malsch? Und: Könnten Sie sich vorstellen, die Company in eine deutsche Großstadt umziehen zu lassen?

Besser: AVM hat ein Office in Berlin mit Entwicklung, Vertrieb und Marketing. In Baden ist das Handcrafting zu Hause und lässt sich nicht so leicht verpflanzen, also bleibt es einfach bei zwei Standorten, das passt schon.

Hersteller / Vertrieb:

AVM GmbH
Daimlerstraße 8 | 76316 Malsch
Telefon: +49(0)7246 30991-0
E-Mail: info@avm.audio
Web: https://avm.audio/

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