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Audiodata – Audiovolver Akustikprozessor – Interview Schippers – fairaudio

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  1. 3 Audiodata - Audiovolver Akustikprozessor - Interview Schippers - fairaudio

Viele denken bei Audiodata automatisch an den schon erwähnten Audiovolver, was am Erfolg dieses Akustikprozessors und auch an der breiten Berichterstattung, die er erfuhr, liegen dürfte. Auch wir hatten ihn im Test. Wann fing das eigentlich mit dem Audiovolver an? Und, wohl noch interessanter, wie kam es dazu? Es ist ja nicht selbsterklärend, dass ausgerechnet eine Lautsprecherfirma sich dieses Themas annimmt.

Tja, der Audiovolver … (lacht) Ich lernte die Macher und Entwickler hinter diesem Projekt 2006 auf einer Fachmesse kennen und war sofort von den Möglichkeiten, die diese neue Technik bot, fasziniert. Wir hatten ja schließlich jahrelang erlebt, was aus unseren kleinen „Lautsprecher-Kunstwerken“ in einem suboptimalen Hörraum wird. Bis zur Zusammenarbeit und zum marktreifen Gerät hat es dann aber noch eine Weile gedauert. Der Audiovolver II ist schlussendlich im Herbst 2008 auf den Markt gekommen und war vom Fleck weg ein Bombenerfolg. Heute sehe ich den Audiovolver als die Weiterentwicklung des Lautsprechers mit anderen Mitteln, und insofern passt das perfekt zu einem engagierten Lautsprecherhersteller.

Audiovolver
Wegen eines Updates der D/A-Wandlersektion treffen zur Zeit einige Kundengeräte wieder in Aachen ein …

Wir haben allerdings schon vor der Markeinführung erkannt, dass man dieses leistungsfähige Stückchen High-Tech nicht einfach als Karton über die Ladentheke schieben kann und/oder den frisch gebackenen Besitzer mit einem fingerdicken Manual alleine lassen darf. Die Idee eines eigenständigen Geschäftszweiges, der sich mit der Kompetenz, die wir uns über die Jahre angeeignet haben, direkt mit dem Kunden auseinandersetzt, wurde zusammen mit dem Audiovolver geboren.

Audiodata
… und landen auf Herrn Skubellas Tisch, der auch vor Lötarbeiten bei kleinen SMD-Bauteilen nicht zurückschreckt

Inzwischen kann der ja nicht nur den Amplituden- und Phasengang der HiFi-Anlage „auf Kurs“ bringen, sondern es sind noch weitere Bausteine hinzugekommen.

Ja, das stimmt. Aufgrund seiner Hardwarearchitektur lernte der Audiovolver vor rund zwei Jahren das Streamen dazu. Per Firm- und Hardwareweiterentwicklungen hat er sich inzwischen zur streamenden, „audiovolvernden“ Vorstufe weiterentwickelt, eine Kombination, die in aktuellen Stereoanlagen sehr viel Sinn macht.

Platine

Das Thema Streaming ist heute ja in aller Munde. Streaming verbindet klassische HiFi- mit Computer-Technik, wird in der Praxis aber häufig weder vom HiFi-Handel noch vom Computerladen befriedigend behandelt. Und da wir wegen der Audiovolver-Messungen ja sowieso immer vor Ort sind, erarbeiten wir auch hier mit dem Kunden individuelle Hardware-Lösungen, passende Netzwerktopologien und natürlich auch individuelle Bedienkonzepte. Das hat sich für uns inzwischen zum eigenständigen, sehr stark wachsenden Geschäftsfeld entwickelt.

Jenseits des Streamings ist ein weiteres Anwendungsfeld seit kurzem auch der Ausgleich einer individuellen Hörschädigung – mal ganz simpel gefragt: Warum reicht da ein gutes Hörgerät denn nicht? Da gibt es ja durchaus auch „highendige“ Modelle.

Das Thema wurde von einem Audiovolver-Kunden mit Hörgerät an uns herangetragen. Obwohl er sich ein richtig teures Hörgerät geleistet hatte, war er von den Ergebnissen beim Musikhören einfach nur enttäuscht. Wenn man sich die Technik und die typische Anwendung eines Hörgerätes anschaut, wundert das auch nicht. Um unauffällig getragen werden zu können, ist die Technik miniaturisiert, und der Schwerpunkt liegt auf Sprachverständlichkeit im Alltag. Ans Musikhören denkt da erst mal niemand.

Peter Schippers von Audiodata
In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institutes für Lasertechnik entstanden Aufnahmen, die das Resonanzverhalten von Lautsprechergehäusen sichtbar machen

Wir haben uns dann mit HNO-Ärzten, Hörgeräteakustikern und natürlich mit Betroffenen zusammengesetzt und das Problem analysiert. Die Lösungen, die wir heute anbieten können, sind das Resultat dessen. Eine besondere Herausforderung dabei ist, dass das eigene geschulte Hörvermögen und alle Messtechnik hier nicht ausreichen. Erst der intensive Austausch mit dem betroffenen Kunden lässt die maßgeschneiderte Lösung Wirklichkeit werden.

Chassis mit Filzkappe um Magnet
Raumakustik spielt auch im Innenraum eines Lautsprechers eine Rolle, so Peter Schippers. Deshalb bekommen die Antriebe der Chassis bei Audiodata Filzhütchen aufgesetzt

Wie hat sich mit dem Erfolg des Audiovolvers der Firmenalltag geändert?

Messung Audiodata
In solch einem Rohgehäuse werden Lautsprecher-Chassis eingebaut und durchgemessen …

Ich habe das vorhin ja schon angerissen. Gerade als kleiner Hersteller darf man die Entwicklungen in einem sich insgesamt eher rückläufig entwickelnden HiFi-Markt nicht verschlafen. Wie in vielen anderen Bereichen auch bricht hier das Mittelfeld weg. Der Bedarf an Musik wird entweder für kleines Geld im Elektromarkt gedeckt, oder aber die technischen, optischen und individuellen Ansprüche der Kunden an ihre künftigen Komponenten sind sehr hoch. Der klassische HiFi-Handel sitzt da ein wenig zwischen den Stühlen. Als kleiner Hersteller, der nur über den Fachhandel verkauft, läuft man zudem Gefahr, im „Marketinggetöse“ der großen Marken und Vertriebe den Kürzeren zu ziehen.

Chassislager Audiodata
… engtolerierte Chassispaare finden dann den Weg ins Lager

Als Ingenieurbüro für Installment, das wir inzwischen faktisch geworden sind, sind wir da flexibler und können direkt mit unseren Kunden dank hoher eigener Fertigungstiefe maßgeschneiderte, individuelle Komplettlösungen realisieren.

Kondensatoren
Auch bei den Kondensatoren verlässt man sich nicht ausschließlich auf die Spezifkationen, sondern prüft nach

Was ist heute ganz anders als vor 30 Jahren?

Anders? Das Thema Musik selber hat sich grundlegend geändert. In meiner Jugend, die noch ohne Computer, Handys und ohne Internet stattfand, hatte Musik und die eigene Stereoanlage für alle Jungs einen ungleich höheren Stellenwert als heute. Man kannte die Gruppen, traf sich zum Musikhören und erkannte tausend Platten mit einem flüchtigen Blick aufs LP-Cover. Man hat sich vor die Anlage gesetzt und ein ganzes Konzeptalbum, wie zum Beispiel von Pink Floyd, von Anfang bis Ende durchgehört. Heute haben die meisten tausende MP3s mit einer Halbwertszeit von sechs Wochen auf dem iPod oder der Festplatte, zappen da irgendwie durch und haben wahrscheinlich dreiviertel der Stücke nicht gehört, bevor sie „uncool“ werden. Musik wird immer mehr zur Berieselung. Das ist schade.

Frequenzweiche Audiodata
… denn auch die Frequenzweichen sollen engtoleriert sein

Und was ist gleich geblieben?

Gleich geblieben? Meine persönliche Verbundenheit zur Musik und der Ehrgeiz, die Wiedergabe zu Hause immer noch ein bisschen besser hinzubekommen. Glücklicherweise gibt es ja immer noch so einige, denen das ebenfalls wichtig ist (lacht).

Wie sieht die Zukunft bei Audiodata aus?

Wir werden den eingeschlagenen Weg Installment konsequent weiter gehen. Unsere traditionelle Kompetenz beim Lautsprecherbau und bei Raumakustikfragen kombinieren wir mit High-Tech wie dem Audiovolver. Hier wird es Weiterentwicklungen geben. Die hohe Nachfrage nach maßgeschneiderten Streaming-Lösungen zeigt uns klar den Bedarf auf diesem Gebiet. Wir werden in Kürze auch mit eigener Hardware aufwarten – Sie dürfen gespannt sein!

Das Thema Musikhören zu Hause verändert sich gerade ziemlich. Wir haben den Ehrgeiz, dem anspruchsvollen Musikliebhaber eine überzeugende Komplettlösung aus dem Hause Audiodata anbieten zu können.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Firmenbericht: Peter Schippers von Audiodata Elektroakustik

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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