Demnächst im Test:

Billboard
Transrotor

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Traumfabrik
  2. 2 "Wir wollen einen Traum bedienen" - Interview mit Mansour Mamaghani

Wie tickt ein Mann, der die „teuerste Anlage der Welt“ verspricht? Und liefert: Auf der High-End 2025 drängten sich die Besucher gerade und insbesondere am Stand von Audio Reference. Nur über Einlasskarten durfte man in den großen Saal und zu einem Setup, weit über drei Millionen Euro schwer. Das waren die Kronjuwelen: An der Front die WAMM Master Chronosonic von Wilson Audio, neckisch dahinter noch zwei Subwoofer mit dem schönen Namen „Thor’s Hammer“. Das braucht Kraft, die stammte von den Relentless-Monoblöcken des Meisters aus Arizona, Dan D’Agostino. Der persönlich zugegen war, aber nicht die Stromrechnung für seine Amps bezahlen musste – die zehn Kilowatt im Betrieb zogen. Dazu noch allerlei Feinheiten wie dCS-Wandler, VPI-Plattenspieler und Kabel von Nordost, den „Odin“ mit round about 50.000 Euro den Meter.

Der Mann, der dies möglich machte, muss doch sicherlich über einen sagenhaften Reichtum verfügen (die Stromrechnung!). Wir wissen es nicht. Mansour Mamaghani – Gründer und Senior-Chef von Audio Reference (www.audio-reference.de) – lächelt und schweigt in solchen Fällen. Er lässt sich weder in die Karten noch die Bücher schauen. Wie er augenscheinlich recht wenig dem Zufall überlässt. Eigentlich nichts. Eine perfekte Inszenierung in München, dazu trägt er Maßanzüge, vor der Firmenzentrale stehen feine Autos. Oscar Wilde sagte einmal: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack – ich bin stets mit dem Besten zufrieden.“ Jetzt könnte ein Missverständnis aufkommen. Mansour Mamaghani ist kein Dandy, sondern seriöser Geschäftsmann. Mit Vorlieben.

Audio-Reference-Transportkiste für die Messe

Das erinnert ein wenig an den ersten Teil von „Jäger des verlorenen Schatzes“ . Was mag darinnen sein? Die Bundeslade? Als wir zur Reportage bei Audio Reference anreisen, wird gerade fleißig für die High-End-Messe gepackt

Goldfinger …?

Ein weiteres Detail, das viel über den Anfangfünfziger aussagt: An der rechten Wand von seinem Schreibtisch aus hängt ein Autogramm – von Gert Fröbe handschriftlich unterzeichnet im Kostüm seiner wichtigsten Rolle, als „Goldfinger“. Halb links davon natürlich das Foto von Sean Connery, lässig an seinen Aston Martin gelegt. Auch Mansour hat einen Aston Martin in der Garage, noch einige Sammlerstücke dazu. Trägt auch er eine Walther PPK im Schultergurt nah am Rippenansatz? Ich kenne Mansour seit über 20 Jahren – mit Sicherheit nicht.

Fotos von Sean Connery und Gerd Fröbe bei Audio Reference

Schaue auf die Bürowand eines Mannes – und Du kennst seine Helden. Sean Connery, die eigenen Sportwagen. Nebenbei: Das Foto von Goldfinger Gert Fröbe ist signiert

Warum diese scheinbar nebensächlichen Geschichten? Weil sie auch viel darüber aussagen, wie Mansour Mamaghani die edelsten High-End-Stücke des Erdballs in seiner Firma zusammenfügt. Da wären, abermals aufgelistet, die Lautsprecher von Wilson Audio, die ikonographischen Verstärker von Dan D’Agostino, die Plattenspieler von VPI, die preisintensiven Kabel von Nordost. Alles nur US-Marken? Nein, großartig in der Verarbeitung sind auch die Racks von Bassocontinuo aus Norditalien oder die Meridian-Lautsprecher aus Great Britain. So ein Portfolio kommt nicht über Nacht, das hat Audio Reference in den nunmehr 25 Jahren seines Bestehens zusammengetragen. Auch dies ein Kraftakt.

Mansour Mamaghani vor seiner Urkunden-Wand

Diese Wand ist noch größer, platzt geradezu vor Urkunden. Die hat Mansour Mamaghani über 25 Jahre Firmengeschichte gesammelt. Natürlich sind auch „fairaudio’s favourite“-Urkunden dabei

Davon merkt man nichts, wenn Mansour seine Schätze auffährt. Mansour Mamaghani ist ebenso wenig Dandy wie Hasardeur – die höchsten Ansprüche, die er nach außen hin stellt, erwartet er auch von sich selbst. Ebenso tun das seine Geschäftspartner und Kunden. 

Think Big

Die teuerste Anlage der Welt auf der High End 2025

Die exklusivste Kette der Messe: Um dreieinhalb Tonnen schwer und mit Komponenten von Dan D’Agostino, Wilson Audio, Bassocontinuo, VPI und Nordost erstklassig besetzt – wenngleich es wahrlich eine Herausforderung ist, solch ein System in kurzer Zeit unter Messebedingungen zur Höchstform auflaufen zu lassen

Hat der Höreindruck auf der Messe unser Leben verändert? Das war ohne Frage großartig, hatte aber auch etwas von einem Hollywood-Blockbuster. Mir wurde das Glück zuteil, das Gleiche in weit intimerem Rahmen zu hören. Im Privathaus von Wilson Audio in Provo, südlich von Salt Lake City gelegen. Auch das ist eine Botschaft: Das größte Setup braucht vor alle eine liebevolle und penible Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort. Audio Reference kann nicht nur groß, sondern auch schlau.

Der Wille zum Think Big, zur Kompromisslosigkeit gehört zu den Genen seit der Gründung von Audio Reference. Das kompakteste Produkt im Portfolio wird der Meridian Ellipse sein, ein kleiner, aber High-End-Ansprüche hegender Streaming-Lautsprecher für 2.400 Euro. Verglichen mit der WAMM Master Chronosonic von Wilson Audio ist das freilich nichts.

Der private Hörraum von Wilson Audio

Kaum ein Kunden lässt sich in die Karten blicken. Vielmehr ins Wohnzimmer. Aber hier der private Aufbau bei Wilson Audio in Provo

Mansour Mamaghani ist in diesem Kontext auch der Mann der Chancen. Wenn sich diese ergeben. 2019 kaufte Audio Reference von David Hall die US-amerikanische Subwoofer-Marke Velodyne. David Hall hatte damit seine erste Million eingefahren. Dann wurde er aber zum Milliardär – mit einen Satellitensystem, das die Erde in ungeahnter Präzision vermessen kann. Die Subwoofer wären ein Appendix gewesen und sollten besseres verdienen. Wusste David Hall – und Mansour Mamaghani. Über die Details des Transfers wurde Stillschweigen vereinbart. Heute residiert Velodyne Acoustics mit seiner Verwaltung komplett in den Hamburger Firmenräumen von Audio Reference.

Bekommt man angesichts eines so großen Firmengeflechts nicht irgendwann Angst? Mansour Mamaghani wacht aktuell womöglich etwas angespannt auf und schaut gleich in die News. Denn egal, welche Zoll-Idee Präsident Trump über Nacht verkündet hat – es betrifft das Geschäftsmodell von Audio Reference. Mansour Mamaghani verschifft seine Subwoofer in die Staaten und holt von dort das Kernportfolio seiner Lautsprecher und Elektronik nach Hamburg. Jede Drehung an der Zollschraube kann die gestern noch aktuelle Preisliste über den Haufen werfen. Da würde auch eine Walther PPK im Holster nichts helfen.

Große Kaliber und echte Bullen

Bullenreiten beim Besuch von Dan D’Agostino in Phoenix

Möchten Sie auch einmal? Och, ich weiß nicht. Beim Besuch bei Dan D’Agostino in Phoenix ging es auch zum Bullenreiter. Mit der Chance, selbst das Felltier zu besteigen. Hat es unser Autor gewagt? Er hatte nicht eine Sekunde darüber nachgedacht (natürlich nicht)

Eine Irritation muss ich jetzt ausräumen: Warum erwähne ich so häufig Schusswaffen im Zusammenhang? Weil ich Mansour Mamaghani auf einem Schießstand in Arizona erlebt habe. Je größer das Kaliber, desto souveräner und treffsicher knallte es in der Mitte der Zielscheibe. Den historisch bedeutsamen Ausflug verdanken wir Dan D’Agostino persönlich. Er setzte die Journalisten aus Deutschland in zwei großformatige Pickups und schipperte sie an den Stadtrand von Phoenix. Faszinierend zu sehen, wenn ein so feinsinniger älterer Herr wie Dan seine Feuerwaffe ölt und zusammensetzt. Das wurde nur noch überboten vom abendlichen Dinner mit anschließendem Bullenreiten. Wohlgemerkt: kein elektrischer Bulle, sondern echte Bullen in der Arena. Natürlich mit der Nationalflagge und der Hymne zuvor. Ob wir auch einmal auf einem Bullen Platz nehmen wollen? Och, gerade zwickt der Rücken ein wenig, aber danke für das Angebot. 

Und das Kontrastprogramm …

Drei Tage zuvor waren wir noch in Salt Lake City bei Wilson Audio. Das ist die Gegenwelt, nur zwei Flugstunden entfernt. In Utah bestimmen die Mormonen die Spielregeln. Kein Bullenreiten, kein Alkohol, kein Tabak. Aber ein echter Kick und Rausch beim Hören der mitunter größten und ultimativsten Lautsprecher der Welt.

Das Hauptquartier von Wilson Audio

Eisbedeckte Hügel, ein Gebäude, das fast mit der Natur verschmilzt. Hier residiert Wilson Audio. Weiter ein paar Meilen in Luftlinie liegt das Sundance Filmfestival von Robert Redford

Wer kauft so etwas in Deutschland und im Herzen von Europa (denn Audio Reference importiert auch für die Schweiz und Österreich)? Schwierig, weil die Kunden von Mansour Mamaghani die Verschwiegenheit lieben. Es gibt großformatige Installationen im deutschsprachigen Raum, aber nur wenige Menschen werden sie erleben dürfen – Private Property. Dass die “kleinen”, noch bezahlbaren SabrinaX zu den hochgeschätzten Arbeitslautsprechern der fairaudio-Redaktion gehören, erwähnen wir dagegen gerne frank und frei.

Geht Mansour Mamaghani bei der Auswahl seiner Produkte mit einem audiophilen Grundgedanken vor? Jein, natürlich kennt er die Meriten jeder Marke, jedes Produkts – er ist Meister der Radio- und Fernsehtechnik. Er kann den Lötkolben schwingen und die Blind- von der Wirkleistung unterscheiden. Aber der Chef liebt die Vielfalt, auch und gerade in Klangfragen. Wilson Audio steht für den US-amerikanischen, körperbetonten Sound, kann bei der Sabrina aber auch schlanker – fast unspektakulär. Dazu ist die Neuauflage der WATT/Puppy der aktuelle Superseller im Portfolio.

Das Headquarter von Dan D’Agostino

Die Gegenwelt zu Wilson in Utah: Dan D’Agostino residiert nur drei Flugstunden entfernt in der Wüste von Arizona. Hier das Firmengebäude. Etwas weiter liegt sein Privat-Bungalow. Man kann die Kojoten hören

Dan D’Agostino

Dan D’Agostino ist Transistoren-Fan

 Nie ganz klein …

Dan D’Agostino war lange Jahre Chefentwickler von Krell und segelt nun unter eigener Flagge. Auch er ist dem kraftvollen Transistoren-Sound verpflichtet. Perlisten spielt in einer ganz anderen Liga. Die Lautsprecher mit dem patentierten Mittelhochton-Array sind auf hohe Kohärenz ausgelegt. Das packt auch die Heimkino-Fans. Aber sofern eingespielt und an der richtigen Elektronik wird es auch geradezu sanftmütig. In den eigenen Vorführräumen setzt Audio Reference Perlisten trotzdem vornehmlich für die großen Multikanal-Aufbauten ein. Mit VTL gönnt sich Audio Reference eine Instanz des Röhren-Sounds. Das reicht vom kleinen Vollverstärker IT-85 (feinstes Class AB mit 60 Watt) bis zur Endstufe Siegfried Serie II – in der Tetrode bei 650 Watt, ein gewaltiger Mono-Block von 90 Kilogramm (bitte den Statiker befragen). Scheinbar bereitet sich Mansour Mamaghani auch Konkurrenz im eigenen Haus. Western Electric schwimmt zwar auch im Haifischbecken der Röhren-Amps, klingt aber etwas softer und folgt einem komplett anderen, eher verspielten Design. Alles geht, alles darf.

Mansour Mamaghani mit Meridian Special Edition DSP7200

Very british – obwohl: Meridian hatte sich einmal an den LG-Konzern verkauft, segelt nun aber wieder unter eigener Flagge. Ein harter Kern der Kunden liebt die „Intelligenz“ der Lautsprecher. Auch und gerade im Multiroom-Aufbau

Meridian aus Huntingdon scheint etwas aus dem Kontext gefallen. Aber Audio Reference spricht hier eine Zielgruppe an, die dezente Aufbauten liebt – und die schlaue Elektronik mit der umfassenden DSP-Programmierung für den individuellen Wohnraum. VPI Industries Inc aus New Jersey bindet die Analog-Gemeinschaft ein. Wer ein Vollsortimenter sein will, muss sich eben auch eine hochqualitative Plattenspieler-Manufaktur halten. Wobei hier die Preisspanne vom kleinen VPI Player (2.700 Euro inklusive Arm und Abnehmer) bis zum Bohrturm VPI Vanquish reicht, round about 200.000 Euro, drei Arme möglich, das Gesamtgewicht verschweigt selbst das Team in New Jersey –  auch hier wäre ein Kontakt zum Statiker ratsam. Wie gesagt, so richtig klein kann – und will – Audio Reference nicht.

VPI Vanquish

Wieder diese Chance zum Missverständnis: VPI kann auch kleine Plattenspieler bauen, ebenso Wilson Audio kompakte Lautsprecher. Aber im Sinne eines Showrooms will Audio Reference in seinen Räumlichkeiten nahe des Flughafens Hamburg auch eine Traumfabrik sein

„Wir wollen einen Traum bedienen“ – Interview mit Mansour Mamaghani

Mansour Mamaghani an seinem Schreibtisch in Hamburg

Mansour Mamaghani an seinem Chefschreibtisch in Hamburg. Man achte auf zwei Details: Natürlich wird das Gebäude umfassend mit Kameras überwacht – aber da steht auch ein Design-Schmuckstück-Radio von Brionvega

Kürzlich feierte Audio Reference sein 25. Firmenjubiläum. War das Anlass für „die teuerste Anlage der Welt“? Wie geht man mit der aktuellen Zollspirale auf dem Weltmarkt um? Und was fixt die Käufer im deutschsprachigen Raum wirklich an?

fairaudio: Beim Blick in das Portfolio von Audio Reference fällt auf, dass hier erstaunlich viele unterschiedliche Marken und Produkte zusammentreffen. Wie passt das zu einem so stringenten Gesamtauftritt Ihrer Firma? Übersehen wir da etwas?

Mansour Mamaghani: Ja, da hat vieles zusammengefunden in den 25 Jahren unseres Bestehens – aber jede Marke spricht eine sehr eigene, definierte Zielgruppe an. Es geht mir um das, was man „Flaggschiff-Produkte“ nennt. Wilson Audio beispielsweise kenne ich aus den Neunzigerjahren. Ich durfte persönlich mit David Wilson konferieren und von ihm lernen. Das ist der Schlüssel vieler meiner Entscheidungen: mit Personen zusammenzuarbeiten und keinen Konzernen. Das mag ich, das liebe ich, und das versuche ich auch hier bei uns darzustellen. Wir arbeiten und „ticken“ halt wie ein Familienbertrieb – meine Frau, meine Tochter, mein Sohn.

Mansour und Natalie Mamaghani

Audio Reference versteht sich als Familienunternehmen. Hier Mansour mit Tochter Natalie. Frau und Sohn sind auch eingebunden. Nebenbei: Mansour Mamaghani ist Meister der Radio- und Fernsehtechnik

fairaudio: Und doch schwingt da etwas anderes mit. Für die High-End-Messe beispielsweise lassen Sie Autogrammkarten drucken – die unterschreibt dann beispielsweise Dan D’Agostino himself. Wie bei Popstars. Ist das eine besondere Form des Marketings und der Markenbindung?

Mansour Mamaghani: Mir ist wichtig, dass diese Branche mit Menschen und Leben erfüllt wird. Das ist meiner Meinung nach entscheidend, auch für unsere Kunden. Die Menschen lieben es, ein Foto mit ihren „Stars“ zu machen, die Hand zu schütteln, sie wirklich live zu erleben.

Andreas Günther, Daryl Wilson und Mansour Mamaghani

Drei Männer im (Fast-)Schnee bei Salt Lake City. Von links: Autor Andreas Günther, der Firmenchef Daryl Wilson und DACH-Vertriebschef Mansour Mamaghani

fairaudio: Ebenso, wie Sie das Gesicht von Audio Reference sind und sich sehr nahbar zeigen …

Mansour Mamaghani: Ja, das ist meiner Erfahrung nach sehr, sehr wichtig für die Kunden. Unsere Mitarbeiter, aber auch meine Familie, wir agieren als Ganzes – eben sichtbar in Zeiten der nicht wirklich greifbaren Hersteller und ihrer Geldgeber.

fairaudio: Das klingt bescheiden – und muss sich doch mit dem Konzept widersprechen, dass Audio Reference auf der High-End-Messe recht laut zur „teuersten Anlage der Welt“ ruft.

Werkstatt von Audio Reference

Audio Reference versteht sich auch als umfassender Service-Leister. Beraten wird vor dem Kauf, bei der Installation – und wie hier eben bei möglichen Reparaturen „inhouse“

Mansour Mamaghani: Das schafft natürlich Interesse. Es geht nicht unbedingt darum, dass wir dort eine Drei-Millionen-Plus-Anlage aufstellen, sondern wir wollen einen Traum bedienen. Die meisten Menschen haben natürlich nicht die Möglichkeit, sich so eine Musikanlage zuzulegen. Aber einmal im Leben hören – das bringt auch Bewegung und Faszination in die gesamte Branche. Es ist genauso wie bei einem Fahrzeug. Wenn du gerne Auto fährst, dann willst du auch einmal in einem Bugatti sitzen, der hunderttausende Euro kostet. Es ist auch ein bisschen so wie in der Uhrenbranche. Wir verkaufen etwas, das man der nächsten Generation vererben kann.

Velodyne-Acoustics -Urkunde

Seit 2019 gehört auch Velodyne Acoustics zu Audio Reference. Nicht als Importmarke, sondern vollumfänglich als eigene GmbH. Mit allen Patenten weltweit

fairaudio: Wie funktioniert Velodyne in dem Gesamtkonzept? Die Marke haben Sie zuerst importiert, dann das komplette Unternehmen gekauft …

Mansour Mamaghani: Ich war und bin nach wie vor sehr gut befreundet mit Dave Hall. Ich reiste sehr oft zu ihm, und wir haben eine sehr enge Verbindung aufgebaut. Auch zu Themen, was beispielsweise eine europäische Klangphilosophie ist. Als er dann über Nacht mit seinen Erdvermessungssatelliten Milliardär wurde, hörte ich heraus, dass er Velodyne Acoustics weniger Zeit widmen wollte. So haben wir erste Gespräche 2018 geführt und die freundschaftliche Übernahme beschlossen. Für ihn war wichtig, dass die Firma nicht nach Fernost geht. Es gab einige Angebote, die das Logo haben wollten, aber mit der Company wollten sie nichts zu tun haben – so kam es zum Deal und der Verlagerung nach Hamburg.

"Built in the USA"-Bild

Die US-Amerikaner, nun ja. Sie sind stolz. Wenn man bei den Firmenchefs nachfragt, so sind sie auch stolz, Audio Reference als Importeur an der Seite zu haben

fairaudio: Jetzt wechseln Produkte also den Atlantik in beide Richtungen. Müssen Sie da nicht jeden Morgen schweißgebadet und in Angst aufwachen, welche Zoll-Ideen Donald Trump wieder ausrufen wird?

Mansour Mamaghani: Aufregung und Aktionismus sind da nicht angebracht. Da muss man sich selbst zwischendrin Zeit gönnen und schauen, was wirklich an Fakten auf einen zukommt. Aber ja – langweilig wird es in diesen Zeiten nicht.                  

Mansour Mamaghani auf dem Rennrad

Von nichts kommt nichts. Sportwagen sind das eine, doch Mansour Mamaghani schwingt sich täglich auf eines seiner Karbon-Räder und verbrennt im Hamburger Nordosten Kohlenhydrate. Macht auch den Kopf frei

Billboard
Cayin Audio Soul 170 HA

Firmenbericht: Besuch bei Audio Reference

  1. 1 Traumfabrik
  2. 2 "Wir wollen einen Traum bedienen" - Interview mit Mansour Mamaghani

Über die Autorin / den Autor