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Gespräch mit Karl-Heinz Sonder von Abacus electronics – Firmenbericht fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Gespräch mit Karl-Heinz Sonder von Abacus electronics - Firmenbericht fairaudio

von Abacus electronics
HiFi-Handwerker

„Made in Germany“ ist ja ein vielstrapazierter Begriff, bisweilen beschreibt das ja nicht mehr als das Zusammenfriemeln von sonst wo in der Welt hergestellten Teilen und Baugruppen. Okay, durch den Firmenrundgang sind wir ja eh schon ein bisschen schlauer. Aber sagen Sie trotzdem doch noch einmal etwas dazu …

Hilfe von draußen kommt von unserem Schreiner, der kennt sich sehr gut aus mit Holz und mit Lack. Und unser Mechaniker kommt gut mit Aluminium und anderen Metallen klar. Aber alles „Handmade in Germany“. Viele kleine Bauteile werden in Deutschland gar nicht mehr produziert. Aber alle Abacus-Produkte werden hier von A bis Z entwickelt und hergestellt – Leiterplatten werden von Hand bestückt und gelötet und auch sonst läuft hier alles in Handarbeit.

Wer sich über Technik näher informieren will, wird mittels Ihres Webauftrittes reich beliefert. Aber mal kurz und knapp: Was ist – in wenigen, möglichst auch für den technischen Laien verständlichen Worten erklärt – so besonders an Ihren in vielen Fan- und manchen Fachkreisen vielgerühmten Verstärkerschaltungen?

Dass hier vieles ganz anders funktioniert, erahnt man spätestens, wenn man sieht, dass bei Abacus immer alles aus den Kollektoren der Endtransistoren rauskommt. Üblich ist der Emitter-Ausgang. Aber nur der Kollektor arbeitet lastunabhängig. Eine direkte 100 %-Gegenkopplung stellt sicher, dass die Last – das ist bei Endstufen normalerweise ein Lautsprecher plus Kabel – die Signalspannung nicht verändern kann. Der Verstärker schiebt immer so viel Strom rein oder frisst ihn, dass die Ausgangsspannung absolut synchron mit dem Verstärkereingang bleibt. Damit ist eine Membranbewegung in Abweichung vom Signal nicht möglich – auch kein Nachschwingen. Auf Deutsch: Der Verstärker nimmt den Lautsprecher an die Stange. Und jegliche Abweichung der Membranbewegung vom Soll-Signal wird bereits in der Entstehung verhindert. Die perfekte Regelung.

Diese Schaltungstechnik kontrolliert nicht nur Lautsprecher, sondern funktioniert ebenso perfekt als Line-Ausgang, wo sonst Kabeleigenschaften und Eingangsbefilterungen im Folgegerät das Signal beeinflussen.

von Abacus electronics

Da wir eh gerade ins Technische driften: Gegenkopplung, („guter“ und „schlechter“) Klirr, Dämpfungsfaktor, Bandbreite/Slewrate, Ausgangsleistung – darüber, was gutem Klang zu- oder abträglich ist, wird viel diskutiert. Sagen Sie uns doch mal was zu den genannten Merkmalen …

Über HiFi wird viel diskutiert, oft auf Nebenschauplätzen und nicht selten an der Sache vorbei. Erfahrungen ersetzen dann Wissen. Und schnell ist die Branche um eine neue „Wahrheit“ reicher. Beispiel „Gegenkopplung“ – viele rümpfen schon beim Aussprechen der Vokabel die Nase. Die negativen Erfahrungen basieren aber nur auf herkömmlicher Schaltungstechnik. Bei Abacus ist nämlich 100 % Gegenkopplung drin. Weil die Gegenkopplung aber zeitgleich erfolgt, steht das Ausgangssignal unter absoluter Kontrolle, egal was da dranhängt – einschließlich Kabel.

Das beatwortet gleich zwei Fragen: Bei Abacus ist schaltungstechnisch bedingt wegen des praktisch unbegrenzten Dämpfungsfaktors der Klirr extrem gering. Die Ausgangsleistung ist je nach Bedarf konstruktionsgemäß größer oder geringer. Bei der Aktivelektronik der C-Box sind’s zum Beispiel nur ein paar Watt; beim Ampollo werden 16 Endtransistoren zusammengeschaltet und verkraften theoretisch 100 Ampere pro Kanal.

Und die Bandbreite? – Quasi unbemerkt und eigentlich ohne Absicht machen die neuen Concerto-Grosso-Endstufen bei voller Leistung noch über 250 kHz. Aber eigentlich wichtig ist in diesem Zusammenhang eher die Geschwindigkeit, mit der ein Verstärker antreibt und abbremst. Und wenn man dies zur olympischen Disziplin ausriefe, wäre Gold für Abacus ziemlich sicher.

Okay, so viel zur Technik. Mal etwas ganz anderes: Definieren Sie sich nun eher als reiner Direktversender – so haben, glaube ich, jedenfalls viele den Eindruck – oder ist es auch Ziel, flächendeckend im Handel vertreten zu sein? Allzu häufig trifft man Abacus-Produkte in HiFi-Läden jedenfalls nicht an, würde ich mal behaupten …

In den 80ern setzte das Sterben des klassischen HiFi-Fachhandels ein. Fast täglich machten welche zu. Um nicht auch von dem Strudel erfasst zu werden, musste Abacus auch direkt anbieten und gleichzeitig die Aufgaben des Fachhandels übernehmen. So haben wir uns ganz vorsichtig dem Direktvertrieb geöffnet. Die Idee, Testpakete bereitzustellen, wurde dankbar aufgenommen, als hätten alle nur drauf gewartet. Mit Beratung und Service ohne Limit hat sich Abacus eine gute Vertrauensbasis erarbeitet.

Heute ist der Kostenvorteil durch den Direktvertrieb längst in die Kalkulation eingeflossen. Die Preise werden kaum noch durch Vertriebskosten belastet. Wenn Abacus als vergleichsweise preiswert gilt, könnte dies der Grund sein. Eine tolle Partnerschaft pflegt Abacus aber nach wie vor mit einer kleinen Zahl erlesener Fachhändler. Sie fungieren als Werksvertretungen und sind eine kompetente Präsenz vor Ort. Dieses Vertriebssystem funktioniert prima und hat sich bestens eingespielt.

Zu guter Letzt: Wann kommt der erste Abacus-Röhrenverstärker? Die grundsätzliche Schaltungstopologie passt ja in Teilen schon.

Röhren? Sie meinen diese glimmenden Gaskolben? Spaß beiseite! Genau genommen hat der Abacus-Verstärker mehr Ähnlichkeit mit einem klassischen Röhrenverstärker als mit „normalen“ Transistorverstärkern. Aber der Abacus braucht keinen Ausgangstransformator und die Röhren können zwar Strom liefern, aber nicht fressen.

Man könnte sagen, erst der Abacus ist der legitime Nachfolger des Röhrenverstärkers. Denn erst hier werden die Vorteile von Röhre und Transistoren vermählt. Denken Sie nun, was Sie wollen! Nicht prinzipiell falsch liegen Sie, wenn Sie glauben, der Abacus sei ein Röhrenverstärker – nur eben mit Transistoren. Wenn’s nur gut klingt …

Danke fürs Gespräch, Herr Sonder!

von Abacus electronics

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Firmenbericht: Abacus electronics

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Norma HS-DA1 PRE, Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: Funk MTX Monitor V3b-4.3.1, Funk MTX Monitor V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Spendor D9, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: Norma HS-DA1 PRE, NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno, BMC Pure USB1 Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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