nur der letzte meter ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hat da jemand am objektiv gedreht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das spiel ließe sich noch weiter treiben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

was passiert, wenn?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

angenehm balanciert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

punch & drive

Nordost QRT Netzleisten, Netzfilter und Gerätefüße im Hörraum

Das Setup
Doch die schmucken Netzleisten Nordost QBASE 4.2 und 8.2 sind ja keine Schaustücke, sondern haben die vermeintlich simple Aufgabe, den Strom aus der Wandsteckdose auf mehrere Geräte zu verteilen und, nicht zu vergessen, diese miteinander zu verbinden: Potenzialunterschiede bzw. den Ausgleich suchende Spannungsverhältnisse und, siehe oben, Masseableitung sind zwei wichtige Stichpunkte im Hinblick auf die Bedeutung des vieldiskutierten „letzten Meters“.

Nordost QBase 8

Dennoch bin ich sicher, dass der eine oder andere Leser, die Chancen der Nordost QBASE eine eindeutige Verbesserung des Klangs zu erzielen, nicht besonders hoch einschätzen wird. Dass meine Anlage bis dato ihren Strom aus den schweren Netzverteilern einer älteren Serie des spanischen Spezialisten Vibex bezieht, macht es zudem nicht eben wahrscheinlicher, dass ich im Folgenden bahnbrechende Veränderungen feststellen werde.

In meinem Hörraum gibt es überdies drei direkt aus dem Verteilerkasten abzweigende geschirmte Leitungen, die sich auf einen digitalen Zweig, einen für Analogequipment und Vorverstärker und - mit doppeltem Querschnitt - einen für die Leistungsverstärker aufteilen. Mal ehrlich, was sollen da zwei Netzverteiler, elegant gestylt oder nicht, schon groß bewirken?

Um in diesem Punkt Klarheit zu erlangen, werden die beiden Vibex-Netzleisten, die zum einen die Vorverstärker Accustic Arts Tube Preamp Mk.II und Einstein The Turntables Choice sowie das Laufwerk Raven AC von TW-Acustics, zum anderen meinen Audionet Amp I V2 versorgen, gegen Nordosts QB8.2 und QB4.2 getauscht.

Am Ende der Kette sorgt ein Paar Stereokonzept Model 1 dafür, dass wirklich alle relevanten Informationen zum Hörer gelangen. Johannes Rickert, einer der umtriebigen Entwickler des Lübecker Herstellers hat meinem Wunsch entsprochen und mir freundlicherweise für diesen Bericht die paarweise 6.000 Euro kostenden Zweiwege-Standlautsprecher zur Verfügung gestellt. Die 105 cm hohen, mit Chassis von Scanspeak ausgestatteten Model 1 habe ich bei mehreren Gelegenheiten als unbestechliche Monitore schätzen gelernt. Gleichwohl besitzen sie die Fähigkeit, Musik auch in ihrer Ganzheitlichkeit reproduzieren zu können, womit Stereokonzepts Model 1 zu einem der wenigen echten Geheimtipps dieser üppig besetzten Preisklasse avanciert. Jetzt sollen sie mir wertvolle Dienste bei der Beurteilung etwaiger Klangveränderungen leisten

Hingehört!
Die glasklare Stimme Mike Janipkas in der puristischen Coverversion „The Wind“ (Original von Cat Stevens) von Accustic Arts superb aufgenommenen Sampler Audiophile Male Voices lässt dem Gehör kaum Spielraum für Ablenkungen, außerdem kenne ich das Stück in- und auswendig. Bereits die ersten gezupften Töne von Janipkas Gitarre lassen aufhorchen. Hat da jemand an einem accustic arts samplerimaginären Objektiv gedreht und den Focus schärfer gestellt? So fühlt es sich an, denn die Stimme des Singer-Songwriters kommt im nächsten Augenblick signifikant besser fokussiert aus der Mitte des nun auch noch präziser umrissenen Raumes.

Tonal ändert sich dabei nicht wirklich viel, wenn man davon absieht, dass beim folgenden  Stück „Thank you“ von Udo Schild der Bass an Konturiertheit zu gewinnen scheint. Die Basslinie wirkt jetzt prägnanter, lässt sich klarer verfolgen. Und drohten die tieffrequenten Impulse an den Rändern sonst nicht manchmal ein wenig aufzuweichen, minimal zu verschmieren? Davon ist mit Einsatz der Nordost-Netzleisten im Grunde nichts mehr zu hören. Ja tatsächlich, alles klingt sauberer, präziser und klarer.

barbara höflingUm sicher zu sein, keiner Selbsttäuschung aufzusitzen, werden die Netzleisten in den ersten Tagen immer wieder getauscht. Das ist ein wenig mühsam, bringt aber letztlich beruhigende Gewissheit, da die wahrgenommenen Veränderungen sich als beliebig oft reproduzierbar erweisen. Dann greife ich fast intuitiv zu einer wohl vertrauten Frauenstimme. Tonmeister Ulrich Katzenberger hat die Mezzosopranistin Barbara Höfling (auf Amazon ansehen) so gewissenhaft aufgenommen, dass Fehler in der Übertragungskette wie mit der der Lupe vergrößert erscheinen. Zugegeben, eine Scheibe, die deutlich häufiger zum „Testhören“ als zum reinen Hörgenuss im Ensemble CD-Laufwerk landet. Beim Einsatz der Nordost-Leisten offenbaren sich Veränderungen  insbesondere der Sibilanten, die nun geschmeidiger anmuten und auch im Forte nie unangenehm ins Ohr stechen (Heiss´mich nicht reden/Robert Schumann).

Nordost QB4.2 und QB8.2

Kann es sein, dass tatsächlich Verzerrungen, wenn auch subtilster Natur, den Klang überlagern, sobald meine beiden lilablauen Netzleisten aus Spanien die Stromverteilungen übernehmen? Erstaunlich, aber es bleibt dabei: Wie oft ich auch hin- und herstöpsle, Nordosts QB4.2 und QB8.2 zeitigen schlichtweg ein unverzerrter und klarer anmutendes Klangbild.

Gehen wir in die nächste Runde und setzen je einen Nordost QK1 (der passiv arbeitende Resonator) in einen freien Steckplatz der beiden Netzleisten und lauschen. Das oben genannte Cat-Stevens-Cover erfährt eine subtile Steigerung der Plastizität. Was das heißt? Zupfen sie Mike Janipka ruhig mal am imaginären Ärmel, so konkret steht er nun zwischen den Lautsprechern. Jetzt noch, so wie Nordost es empfiehlt, die Line-Harmonizer QV2 dazu gesteckt, und abermals gewinnt die Wiedergabe an Realismus, scheinen die Umrisse der Klangkörper weiter an Prägnanz und Deutlichkeit zuzulegen. Das Spiel ließe sich womöglich noch weiter treiben, doch mehr von diesen beiden Tools habe ich im Moment nicht zur Verfügung.

Nordost QK1 und QV2

Welcher der beiden den größeren Effekt zeigt? Ich kann es nicht genau sagen, die Wirkungen lassen sich aber auf jeden Fall wechselseitig steigern. Durch den für Nordost-Verhältnisse relativ moderaten Anschaffungspreis eröffnen sich da sicher so manche Möglichkeiten.

Bei den QX Purifiern allerdings dürfte es schon etwas anders aussehen, denn immerhin gilt’s stolze 2399 Euro für einen QX4 zu investieren. Wohl um Zweifler zu überzeugen, verfügt der QX4 über einen Schalter, mit dem sich die vier QRT-Module deaktivieren lassen. Ich habe den QX4 daher mit einem längeren Netzkabel versehen und ihn direkt neben meinem Hörplatz auf einer Base aus MDF platziert. Nicht der ideale Platz laut Nordost, denn der wäre eher mittig im Hifi-Rack, doch so lässt sich der QX4 während des Hörens bequem zu- oder abschalten.

Nordost QX4

Was passiert, wenn der Nordost QX4 - dessen Module ja ohne direkten physischen Kontakt lediglich über ein elektromagnetisches Feld auf den Stromfluss und alle Geräte Einfluss nehmen, die von diesem Feld erfasst werden - eingeschaltet wird? So allerhand. Kaum verrichtet der QX Purifier Tobias Beckerseinen Dienst, gewinnt der Ton der Anlage an Tragfähigkeit und die Klangfarben steigern ihre Intensität, wirken reicher und gehaltvoller. Doch das ist noch nicht alles. Bei aktiviertem QX4 macht die Musik einen großen Schritt in Richtung Hörplatz und bezieht den Hörer noch stärker in die Performance mit ein. Beim unvergleichlichen „Atomic B.“ der Tobias Becker Big Band (von der gleichnamigen CD Atomic B., auf Amazon anhören) wähne ich mich fast schon unter den Musikern sitzend. Auch wenn nicht alle Aufnahmen mit dieser Intensität und Nähe aufwarten können, der QX4 bleibt nie lange ausgeschaltet.

Nordost QX4 Rückseite

Zugegeben, ein wenig Bauchgrimmen angesichts des Preises des QX4 lässt sich zumindest anfänglich nicht verleugnen. Doch nur kurz, denn inzwischen bestimmt ein ziemlich heftiger Haben-Wollen-Impuls den Umgang mit diesem unscheinbaren Kästchen. Zweifellos können die weniger kostspieligen Netzverbesserer QK1 und QV2 den Klang im Umfeld einer sorgfältig zusammengestellten Wiedergabekette recht positiv beeinflussen und dürften so auch einer klassischen Kosten-Nutzen-Betrachtung besser standhalten. Doch nur der QX-Purifier scheint das Tor zu einer anderen, aufregenderen Perception musikalischer Inhalte ein Stück weit aufstoßen zu können. Mit ihm gelingt der Zugang zur Musik insgesamt unmittelbarer, direkter, ungefilterter, ja meinetwegen auch ganzheitlicher.

Sort Kone AC
 
Last but not least warten noch die Sort Kones auf ihren Einsatz. Mir stehen sowohl die Aluminiumversion, als auch die Ausführung in Bronze zur Verfügung. Einem Tipp von Dennis Bonotto folgend, der als International Sales Manager von Nordost nicht nur Messen, sondern regelmäßig auch Workshops bei Nordost-Händlern bestreitet, probiere ich die Sort Kones zunächst unter einer QB4.2 aus. Dabei kombiniere ich zwei Bronze-Sort-Kones mit einem aus Aluminium.  Bonotto rät nämlich, stets zumindest einen Sort Kone aus der Bronzeserie zu verwenden, selbst dann, wenn man sich für einen Satz der deutlich kostspieligeren Sort Kones mit Titan entscheidet. So klänge es am ausgewogensten.

Auf dem Teller des Raven liegt jetzt Wallflower von Diana Krall (auf Amazon anhören). Die LP enthält Coverversionen bekannter Evergreens und ist vielleicht mit einem Hauch zu viel Schmalz produziert worden, aber die Stimme der Krall und die kraftvoll leuchtenden Klangfarben sind trotzdem ein Genuss. Das wehmütig anrührende Diana Krall„Desperado“ von den Eagles ist ja bereits ohne die Sort Kones zum Schmachten schön. Allerdings ist die Sängerin für meinen Geschmack etwas zu raumfüllend aufgenommen, wahrscheinlich hat es der Produzent so gewollt. Mit den Sort Kones, zweimal Bronze, einmal Aluminium, steigert sich die Durchhörbarkeit der Aufnahme vernehmlich, während das Bassfundament entschlackt anmutet, ohne an Druck und Tiefe zu verlieren. Das geht eindeutig in die richtige Richtung, denn nun stimmen nicht nur die Dimensionen, das Klangbild wirkt zudem angenehm balanciert. Dennis Bonotto scheint seine Spielsachen wirklich gut zu kennen.

Während die drei Sort Kones unter der Netzleiste bleiben dürfen, probiere ich jetzt auch noch die zwei verbliebenen Alukegel und den letzten Bronze Sort Kone erst unter Accustic Arts Tube Preamp Mk.II, dann unter dem CD-Laufwerk Ensemble Dirondo aus. Die Vorstufe, bislang mit Symposium Alu-Couplern auf einer Acapella-Basis positioniert, verändert ihre Performance nur um ESTNuancen, spielt lediglich in unteren Grundtonbereich ein wenig schlanker, was unter Geschmackssache verbucht werden kann. Offenbar lässt die bisherige Aufstellung hier relativ wenig Raum für Verbesserungen zu. Der Dirondo wiederum gewinnt klanglich mit den Sort Kones in ähnlicher Weise, wie schon die QB4.2. Doch  diesmal passiert noch mehr, denn das Schweizer Laufwerk scheint von imaginären Fesseln geradezu befreit und legt dynamisch eine ganze Schippe drauf. Bei „Dodge the Dodo“ (Retrospective, The very best of E.S.T, auf Amazon anhören) vom Trio des seligen Pianisten Esbjörn Svensson  gewinnt das bislang für meinen Geschmack zu zahm eingefangene Schlagzeug mit Unterstützung durch die Sort Kones nun an Punch und  Drive.

Sort Kone BC