überall ein
wenig mehr!

Test-Fazit: Vincent SV-700

Mit dem Vincent SV-700 ist, musikalisch betrachtet, alles ein wenig wohliger, ein wenig runder, ein wenig satter, bunter und strahlender, als dass man es als neutral, linear oder „die reine Lehre“ bezeichnen wird. Es ist einfach schön mit ihm! Und er macht ja auch nicht wirklich etwas falsch – nur eben überall ein wenig mehr. Insgesamt wirkt das dennoch enorm stimmig.

Vincent SV-700

Wenn es Ihnen darum geht, sich per kraftvoll-souveräner und mitreißend-musikalischer Performance auf eine akustische Reise mitnehmen zu lassen, dann sind Sie mit diesem Vincent-Vollverstärker an der richtigen Adresse. Im energieeffizienteren Class-AB-Modus und über seine Digitalschnittstellen gibt er sich nüchterner, die Klangfarben werden etwas weniger kräftig dargestellt, der Grundcharakter kühlt sich etwas ab. Was aber wiederum für gewisse Musikgenres durchaus zuträglich ist. Insgesamt gilt: Das hier ist ein Amp für Genießer, denen „große Gefühle“ wichtiger sind als allerfeinsten Details nachzuspüren. Toll, dass es so was gibt.

Steckbrief Vincent SV-700:

  • Der SV-700 gibt sich im Bass füllig, voluminös und kraftvoll. Dabei mangelt es ihm vorwiegend im Class A-Betrieb mitunter ein wenig an Präzision. Im Class-AB-Modus offenbart das untere Frequenzbandende etwas mehr Struktur, ohne an Nachdruck und Bassvolumen einzubüßen.
  • In das Mittenband des Vincent kann man sich hineinlegen wie in eine gemütliche Hängematte. Man wird umwoben von leuchtenden Farben und satten Tönen. Aufgesetzt und „unecht“ wirkt das aber gar nicht, da Stimmen und Naturinstrumente bei aller vorhandenen Wärme präsent und griffig erscheinen.
  • In den obersten Lagen ist ihm die stimmige und flüssige Information über alle wesentlichen Bestandteile einer Komposition wichtiger als die feinste Auflösung kleinster Details. Man hat bei dem Vincent SV-700 indes nie den Eindruck, dass man die jetzt wirklich vermissen würde. Es gibt Wettbewerber, die – bildlich gesprochen – mit hellem Licht jedes Detail hervorschälen. Dem Vincent ist der weicher fallende Strahl einer klassischen Glühbirne lieber. Das passt auch gesamttonal besser zu seinem Charakter.
  • Die Ortbarkeit einzelner Schallereignisse auf der virtuellen Bühne ist hervorragend, auch wenn die Raumdimensionen weitläufiger und luftiger interpretiert werden, als es der jeweiligen Vorlage entspricht.
  • Grobdynamisch kennt der Vincent kaum ein Limit (zumindest keins, das ich im Test erreicht hätte), er schlägt bei Bedarf gnadenlos zu. Der SV-700 zeichnet aber auch feindynamische Nuancen einer Aufnahme sauber nach. Für einen Verstärker, der tonal eher in Richtung „vollmundig“ und „füllig“ tendiert, agiert der Vincent in Sachen Timing keineswegs schwerfällig.
  • Im Class-AB-Modus büßt der Vincent etwas von seinem emotionalen Schmelz ein, die Wiedergabe gewinnt aber insgesamt an Konturenschärfe und Struktur, vor allem in den tiefen Lagen bis hinein ins Mittenband. Für bestimmte Musikgenres mag man dies bevorzugen. Und er wird natürlich nicht so warm.

Fakten:

  • Modell: Vincent SV-700
  • Konzept: Hybrid-Vollverstärker mit Röhrenvorstufe und internem D/A-Wandler
  • Preis: 3.499 Euro
  • Eingänge: analog: 3 x Hochpegel (Cinch), 1 x XLR, digital: 1 x S/PDIF-Koax, 1 x Optisch (Toslink)
  • Ausgänge: 1 x Vorverstärker-Out (Cinch), 1 x Rec Out (Cinch), 2 x Paar Lautsprecherterminals
  • Maße & Gewicht: 430 x 192 x 430 mm (BxHxT), 24,2 kg
  • Farben: Schwarz, Silber
  • Leistungsaufnahme: Class AB: circa 120 Watt, Class A: circa 280 Watt im Leerlauf
  • Sonstiges: Betriebsart umschaltbar (Class A oder AB)
  • Garantie: 5 Jahre (nach Registrierung)

 

Vertrieb:
Sintron Vertriebs GmbH
Südring 14 | 76473 Iffezheim
Telefon: 07229 - 18 29 98
eMail: info@sintron.de
Web: www.vincent-tac.de

 

Kommentar/Leserbrief zu diesem Bericht schreiben