solide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fettfinger strictly prohibited!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kein usability-wunder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vogel greif inside

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

spaltmaßminimal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fest!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zero-feedback

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

endlich ab ins rack!

Gryphon Diablo: Ausstattung und Technik

Starten wir mit der Ausstattung: Fünf mechanisch solide Eingänge finden sich auf dem Rücken unseres Greifs - darunter ein XLR-Buchsenpaar, das ich während der Testrunden überwiegend verwendete und auch von Gryphon als klanglich leicht überlegende Anschlussart deklariert wird. Dies muss nicht immer so sein und ist bisweilen auch Geschmackssache, kenne ich aber von meinen Arbeitsgeräten wie beispielsweise den Fonel-Komponenten oder meiner Funk MTX-Vorstufe ebenso.

Gryphon Diablo

Die Inputs des Gryphon Diablo können mit bis zu acht Buchstaben frei benannt werden, spielen kann man zudem mit dem maximal zulässigem Lautstärkelevel, dem Pegel beim Einschalten des Gerätes sowie der Helligkeit des Displays (ganz aus geht auch). Darüber hinaus lässt sich Eingang 3 für AV-Zwecke wahlweise durchschleifen (Bypass), wobei hier freilich Vorsicht angebracht ist - eigentlich so selbstverständlich, dass fast überflüssig zu erwähnen, aber ich selbst habe aus Schusseligkeit an anderer Stelle schon Schreckmomente erlebt -, wird doch das ungedämpfte Signal an die Ausgänge gebracht.

gryphon diablo

Steuern lässt sich das Ganze mittels der mechanikfreien, berührungssensiblen Tastflächen (vorwiegend über Menu und Monitor) auf der Front links und rechts. Na ja, ein Usability-Wunder ist an dem Diablo an dieser Stelle nicht gerade verlorengegangen, sprich so 100%ig intuitiv gestaltet sich die Bedienführung nicht, verdrückt man sich zumindest anfangs doch recht leicht. Allerdings liegt eine vorbildlich ausführliche (englische) Bedienungsanleitung bei und tagtäglich muss man an diese Einstellungen eh nicht ran.

Gryphon Diablo

Ausgangsseitig finden sich jeweils ein Pärchen Sub-Out- und Tape-Out-RCA-Buchsen sowie - sehr löblich - vorbildlich massive, sehr griffige Lautsprecherklemmen, an denen sich via Bananas oder Kabelschuhen Anschluss finden lässt.

Gryphon Diablo
Vollsymmetrisches Schaltungsdesign, Doppelmonoaufbau mit bipolaren Ausgangstransistoren und 2 x 250 W (8 Ohm) Ausgangsleistung, insgesamt 112.000 µF Siebkapazität

Ja, in puncto Ausstattung aber auch verarbeitungstechnisch gibt es - auch angesichts des Preises - generell fast nichts zu mäkeln. Das massive, aufwändig konzipierte Gehäuse, das Materialspiel mit frontseitig spaltmaßminimal eingelassenen, hochglänzenden Kunststoffteilen sowie Penibilität auch im Inneren des Gryphon Diablo (Verwendung nichtmagnetischer Materialien, Nicht-Signalpfad-invasive-Schutzschaltung, separate Stromversorgungen für Vor-, Endstufe und Display, ...) machen fraglos was her. Lediglich, dass es beim Klopfen auf den Gehäusedeckel doch ein wenig, ich drücke es mal etwas übertrieben aus, „scheppert“ und die RCA-Buchsen den Lautsprecherklemmen anschlusstopographisch recht dicht auf die Pelle gerückt sind, ließe sich bekritteln.

Gryphon Diablo

Die leisen Klickgeräusche beim Betätigen der Lautstärkeregelung sind dagegen - nicht wundern - systemimmanent: Bei Gryphon hält man aus klanglicher Sicht wenig von klassischen Potis und ist offenbar auch kein Freund unmittelbarer digitaler Regelung, vielmehr hat man sich für eine aufwändige Mikroprozessor-gesteuerte, 50-stufige Lösung entschieden, die via eines mittels diskreten Widerständen aufgebauten Dämpfungsgliedes und zugehöriger Relaisansteuerung funktioniert - der Signalweg werde so sowohl von digitalen Komponenten wie Operationsverstärkern als auch mechanischen Bauteilen sauber gehalten.

Gryphon Diablo
Die Schraubverbindungen der Gehäusekonstruktion erfolgen vorbildlich akkurat mittels eingelassener Gewindehülsen

Sauberkeit ist auch eines der Stichworte, das fällt, wenn man die Dänen fragt, warum sie bei der Konzeption ihrer Verstärker weitgehend auf Über-alles-Gegenkopplung verzichten - will das Gryphon-Team das Klangbild doch so möglichst ungetrübt von Verzerrungen halten: Denn aufgrund des Zeitverzugs bei der Rückführung des Ausgangssignals auf den Eingang handelt man sich beim Global Feedback unweigerlich mehr oder weniger starke Unlinearitäten ein - gerade auch bei nicht eingeschwungenen oder hochfrequenten Signalen von Bedeutung.

Gryphon Diablo
Die Kühlkörper liegen dezent im Inneren des Gehäuses verborgen

Andererseits zieht eine geringe Gegenkopplung in der Regel eine höhere Ausgangsimpedanz beziehungsweise einen geringeren Dämpfungsfaktor (über dessen Bedeutung allerdings eher Uneinigkeit herrscht, siehe auch fairaudio-Lexikon) nach sich. Tendenziell höheren Klirrfaktoren - ebenfalls eine mögliche Nebenwirkung des „Zero-Feedbacks“ - steuert das die doppelte Auslegung der Signalwege notwendig werden lassende, vollsymmetrische Schaltungsdesign des Gryphon Diablo entgegen. Das Lösungen ohne Über-Alles-Gegenkopplung in besonderem Maße von konsequenter symmetrischer Auslegung profitieren, gehört beispielsweise auch zu den Grundüberzeugungen von Ayre, deren Komponenten aufgrund ihrer musikalischen, sehr störungsfreien Klangbilder in unseren Hörräumen durchweg überzeugten (siehe Test Ayre AX-7e und Ayre K-5xeMP sowie Ayre V-5xe).

Gryphon Diablo

Aber wie dem auch sein: Schauen wir einfach mal, was unser dänischer Teufelskerl im Rack denn zu reißen vermag …