der kr audio va 340
ist ein hybriddesign

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

von neben-
geräuschen keine spur: kein rauschen, kein brummen -
gar nichts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

buchstabe s

KR Audio VA 340 - Form follows function:

Die Frontplatte zeigt sich aufgeräumt. Von links nach rechts finden sich zunächst vier Input-Schalter mit je einer roten LED, die den aktiven Eingang indiziert - in der Mitte ist der Volume-Drehregler positioniert und zur Rechten der Standby-Knopf. Auch auf der Rückseite herrscht Übersicht: Dem harten Netzschalter ganz links folgt die Kaltgerätebuchse sowie die Abdeckung für die Sicherung - mittig dann das WBT-Lautsprecheranschlussfeld sowie das Terminal zur Einstellung der Ausgangsimpedanz (4 und 8 Ohm) - rechter Hand der Rec-Out-Ausgang und die vier Eingangsbuchsen-Doppel (allesamt asymmetrisch).

KR Audio

Der KR Audio Antares VA 340 stellt die Kombination des transistorisierten KR P150 Vorverstärkers mit der Antares-Endstufe dar. Die vier Hochpegeleingänge des Integrierten besitzen eine Eingangsempfindlichkeit von 1 Volt und eine Eingangsimpedanz von 47 kOhm - der Rec-Out-Ausgang liefert circa 0,5 Volt. Der Hersteller gibt einen Frequenzgang von 10Hz bis 100kHz an. Die Ausgangsstufe des VA 340 folgt einem Doppelmono-Aufbau und liefert - bestückt mit KR Audios eigener Röhre 300BXSL - 2 x 20 Watt. Der Antares VA 340 ist ein Hybriddesign, das Mosfets und Röhren verwendet.

Ricardo Kron - der führende Mann hinter KR Audio - entwickelte seine eigene Philosophie, was einen hochwertigen Stereo-Amp ausmacht, ohne dabei aber dogmatisch zu werden. Aus seiner früheren Zusammenarbeit mit einem OEM-Hersteller für Blaupunkt (in den 50er/60er-Jahren) ist ein Faible für Halbleiter/Röhren-Kombinationen entstanden - und bis heute geblieben.

KR Audio VA 340

Um bei einem Transistor Leistung abzurufen, bedarf es relativ hohen Stroms und niedriger Spannung - bei Röhren ist das Verhältnis eher umgekehrt: hohe Spannung und niedrige Ströme. Herrn Krons Obsession erklärt sich aus dem Umstand, dass reine Röhrenverstärker zwar häufig musikalisch und irgendwie „angenehm“ klingen, vielfach aber Rhythmus und Tempo vermissen lassen - oder in anderen Worten: Dynamik. Er wählte seine Lebensaufgabe nun darin, Röhren-Verstärkerschaltungen zu entwickeln, die das notwendige Maß an Dynamik mitbringen, um Konservenmusik tatsächlich zum Leben zu erwecken.

Der Antares VS 340 war inzwischen bereit zu Integration in die Kette. Die Ausgangsimpedanz wurde für 8-Ohm-Lautsprecher eingestellt und wir stellten sicher, dass die Stromversorgung aus einer ungefilterten Dose kam. Aus unseren Erfahrungen mit früheren KR Audio Produkten empfiehlt sich dies nämlich. Die Crystal Cable Lautsprecherstrippen mit den WBT-Bananas am Ende passten perfekt zum Terminal des Amps vom gleichen Hersteller. Als Quelle diente der Audio Note DAC, als Lautsprecher die Avantgarde Duos mit ihren integrierten, aktiven Subwoofern.

Während es bei früheren KR-Designs zu recht lauten Einschaltgeräuschen aus den Subs kam, gab es beim VA 340 kaum etwas zu vernehmen. Auch war diesmal keine Erdung des Amps am Chassis des DA-Wandlers nötig (für den Fall der Fälle findet sich aber ein Erdungsschräubchen an der Unterseite des Antares). Wir stellten die Lautstärke höher und höher, doch von Nebengeräuschen keine Spur: kein Rauschen, kein Brummen - gar nichts. Und das bei unseren 103dB/W/m-Hörnern. Respekt. Marek Gencev hat ganze Arbeit geleistet, das frühe Antares-Design weiter zu verfeinern.

VA 340 - innen

Während der Amp sich weiter aufwärmte, machten wir uns Gedanken über die Musikauswahl, mit der wir ihm zuleibe rücken wollten. Wenn man eine umfangreiche Plattensammlung sein Eigen nennt, hat man so seine Probleme bei der Auswahl ...

Nun, statt uns stilistisch festzulegen, pickten wir einfach einen Buchstaben aus dem Alphabet - „S“. Naja, fast ... So ganz dogmatisch konnten wir dann doch nicht vorgehen: Manche Musik erzeugt ja regelmäßig eine Gänsehaut, wird sie über anständiges Equipment gespielt - Dulce Ponte's Canto do Mar in der Liveversion, Miles Davis bei zwei-drei Bootlegs und Renaud Garcia Fons mit dem Titeltrack auf Navigatore und Mer Blanche vom Album Fuera, um ein paar Beispiele zu nennen. Und da die besagte CD Fuera nun zufällig direkt neben dem CD-Player lag, konnten wir einfach nicht wiederstehen, obwohl im Titel kein einziges „S“ aufzutreiben war ...