Test: Plattenspieler Dr. Feickert Analogue Twin

Promovierter Zwilling ...

Dr. Feickert Plattenspieler: Twin

Dieser Testbericht erschien im Juli '08 im englischsprachigen Audio Review Magazin 6moons.com und kann dort in der Originalversion gelesen werden: Review Dr. Feickert Analogue Twin. Sie ist durch uns übersetzt worden und wird hier den deutschsprachigen Lesern präsentiert. 6moons und fairaudio haben die Übereinkunft, gegenseitig ausgewählte Artikel zu übersetzen und für die englische und deutsche Leserschaft zu publizieren. Der Autor des Artikels ist am Anfang des Textes genannt, an seinem Ende finden Sie einen Link zu 6moons, falls Sie Fragen haben oder ein Feedback geben möchten. Der Test und alle Bilder unterliegen dem Copyright von 6moons.

das fairaudio-team


August 2008 / Edward Barker

Es gab da einen interessanten Artikel in der Times über die Renovierung der Londoner Royal Festival Hall. Dieses Haus wurde ja von vielen wegen einer trockenen, irgendwie leblosen Akustik kritisiert. Natürlich hing dies auch immer vom jeweiligen musikalischen Programm ab - aber auch ich muss sagen: So richtig ideal war's nicht.

Aber der Autor des besagten Times-Artikels, David Cairns, merkte sehr richtig an, dass wir uns doch meist sehr schnell an die jeweiligen akustischen Gegebenheiten gewöhnen. Das gilt natürlich auch für unsere eigenen Räume, in denen wir unsere HiFi-Anlagen aufgebaut haben - und ebenso für die Anlagen selbst. Wir gewöhnen uns an deren besondere Qualitäten, aber eben auch an ihre Limitierungen - und versuchen trotzdem ständig, diese zu umschiffen, auf der (endlosen?) Suche nach unseren Klang-Idealen.

Mr. Crains führt in seinem Text Berlioz an (dessen Memoiren - nebenbei bemerkt - für jeden Musikfreund eigentlich eine Pflichtlektüre sein sollten), der einst sagte: "... man muss mit den Instrumenten mitschwingen, um eine echte musikalische Sinneserfahrung zu erreichen". Dem kann ich nur voll zustimmen, wie auch dem, was Crains im Weiteren betont: Die neue Festival Hall hinterlasse beim Besucher eine viele größere Wirkung; man fühle die Instrumente nun viel körperlicher und dies verwandele das vormals etwas reservierte Publikum in eine Menge involvierter Zuhörer. Ja, jedesmal, wenn ich dort in der letzten Zeit ein Konzert besuchte - egal, ob bei großen symphonischen Werken von Mahler oder Sibelius, bei Eva-Pekka Salonens Kammerstücken oder gar beim denkwürdigen Syd Barrett Gedenkkonzert -, kam mir die Royal Festival Hall um einiges lebendiger vor als früher.

Und so etwas wollen wir doch auch zuhause erreichen, indem wir versuchen, das letzte Quäntchen aus unserem Stereo-Setup herauszukitzeln. Dieser lebendig-körperliche Aspekt ist hierbei ein ganz entscheidender, um von der (konservierten) Musik auch emotional angesprochen zu werden.

 

HiFi-Tester - also Leute, die aufgefordert sind, über Musik und Klang nachzudenken und zu schreiben - kennen die unterschiedlichen und teils rivalisierenden Anforderungen beziehungsweise das Dilemma, das mit dem Testprozedere einher geht: Bisweilen sind wir mittendrin im musikalischen Augenblick, und unser Kopf ist schlicht und einfach abgeschaltet. Das sind genau die Momente, in denen wir emotional berührt, von der Musik fortgetragen werden. Ich tipp' darauf, dass hierfür jene Hirnhälfte zuständig ist, welche die Sinnesreize in einer unmittelbaren, von Analyse und kritischen Gedanken "unverzerrten" Weise verarbeitet (wobei das rechts/links-Modell des Gehirns doch zugegebenermaßen ziemlich vereinfachend ist).

DFA Twin seitlich betrachtet

Und dann ist da die Phase, in der wir über den Klang nachdenken und ihn analysieren. Jetzt machen wir eine völlig andere Art von Erfahrung - und dies gilt noch mehr, wenn wir uns hinsetzten und über den Klang schreiben: Wir stehen geradezu unter Alarm, versuchen möglichst alle noch so kleinen Details und Nuancen einzufangen und ihnen anschließend Namen zu geben. Leider ist es in dieser Phase wirklich schwierig, emotional zu werden - es ist, als wären unsere Pfade zum "Gefühlshaushalt" einfach abgeschnitten worden ...

 

 

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Im Test:

Plattenspieler:
Dr. Feickert Analogue Twin

Hersteller:
www.feickert.com
Tel. +49 (0)761-4 59 85 57

eMail: chris@feickert.com

UVP:

Laufwerk DFA Twin /
4.900 EUR

Tonarm DFA 1o5 /
600 Euro


 

Equipment:

Quelle:

analog:

Plattenspieler - Kuzma Stabi mit seperater Stromversorgung und Kondo Verkabelung, 2 x Garrard 301, 2 x Garrard 401, Systemdek Transcription, Thorens TD320, Thorens TD160

Tonarme - Kondo-wired SME V, Cartridge Man Conductor, Hadcock 242 SE, Ortofon 212, Mission 774, ET2, Rega 300, Scheu 12-inch

Tonabnehmer - Kondo Io-M, Cartridge Man Music Maker 2 & 3, Koetsu Urushi, Madrigal MC1, Empire MC1000, Shure V15

digital:

Sony DVD

Tuner: Rotel

Verstärker:

Phono-Pre - Kondo M7, Garrard Missing Link II, Gram Era Gold V

Vorverstärker - Kondo M77 inkl. Phono

Endverstärker - Kondo Gakuoh PP

Lautsprecher:

Living Voice OBX-RW

Dieverse Kabel und sonstiges Zubehör

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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