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so gut, dass
es wehtut?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

direkt und transparent

Saxx coolSound CX 30: der Klangeindruck

Das klangliche Sahnestück der Saxx ist – Überraschung! – der AMT. Das Teil sticht heraus, ganz unmittelbar, ist der Superstar, um den herum die coolSound gebaut wurde. Mehr Auflösung, mehr Brillanz und Funkeln war nie in dieser Preisklasse. Zugegeben: Der AMT erreicht nicht ganz die beiläufige Eleganz, mit der meine (siebenmal so teure!) Harbeth SHL5plus die Hochtoninformation serviert. Er verkneift sich aber auch gekonnt jeden Anflug von Silbrigkeit.

AMT der Saxx CX 30

Klar hält der AMT mit seinem Können nicht hinterm Berg, agiert präsent, mitteilsam und zuweilen gar vorwitzig. Doch wo die Wiedergabe vieler Konkurrenten auch schon mal ins Metallische kippt, hart zu sägen beginnt oder Stimmen unangenehm zischeln, ist von derlei Unbill bei den Saxx nichts zu spüren beziehungsweise allenfalls bei hohen Pegeln etwas auszumachen. Bis deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke bleibt die CX 30 dagegen elegant. Ihr reichhaltiges Obertonspektrum verhilft akustischen Instrumenten zu ausnehmend natürlichen Klangfarben, die in dieser Preisklasse keine Konkurrenz zu fürchten brauchen. Gesangsstimmen atmen frei durch und stehen dank der Extraportion Rauminformation deutlich stabiler und lebensechter im Raum, als es in dieser Liga üblich ist.

Saxx CX 30

Ja, fast könnte man sagen: Der AMT ist so gut, dass es wehtut. Ein bisschen aber nur. Und auch nur dem, der auf eine homogene Abstimmung über alle Frequenzbereiche hinweg sein Hauptohrenmerk gelegt hat. Warum? Nun, der Tief-/Mitteltöner erreicht selbstredend nicht ganz die Präzision, Auflösung, Strahlkraft und Akkuratesse des Star-Performers aus der oberen Etage. Das hat zur Folge, dass die Gesamtabstimmung der coolSound bisweilen nicht 100 Prozent schlüssig wirkt. „Köln Concert“ Keith JarrettWirklich ohrenfällig wird diese kleine Schwäche allerdings nur bei akustischen Instrumenten, deren Klangspektrum sich über einen breiten Frequenzbereich erstreckt. Wenn etwa anlässlich seines berühmten „Köln Concert“ Keith Jarretts (auf Amazon anhören) schillernde Sechzehntel-Läufe aus den Boxen perlen, wirkt die Resonanz des Holzkorpus' im Vergleich zu dem, was im tonalen Obergeschoss abgeht, etwas profaner. Der Informationsgehalt der Wiedergabe nimmt proportional zur Frequenz leicht ab. Doch sei's drum. Der AMT ist schließlich das i-Tüpfelchen der Saxx – und Tüpfelchen werden naturgemäß „aufgesetzt“. Dass es einer vielfach teureren Harbeth SHL5plus bedarf, um den vielleicht nicht gänzlich ebenen Übergang der Saxx-Treiber zu entlarven, einer Box also, deren Entwickler sein halbes Leben ihrer charakteristisch bruchlosen Abstimmung gewidmet hat, sagt das Nötige über die tonalen Qualitäten dieses „Einsteiger-Lautsprechers“.

Saxx CX 30

Zumal auch die Mitten der Saxx CX 30 stets klar, direkt und transparent bleiben und damit locker über dem Klassendurchschnitt liegen. Gehen wir klanglich in medias res und hören eine der seltenen Live-Aufnahme Diana Kralls (Live in Paris, auf Amazon anhören): Kratzigkeit der Stimme, Atemgeräusche, Ansatz und Nachhauch, sogar die knisternde Atmosphäre im Publikum, all das wird „gänsehautnah“ wiedergegeben. Lobenswert auch, dass sich die herausragende Diana Kralls (Live in Paris)Artikulationsfähigkeit der CX 30 bereits bei geringer Lautstärke offenbart. Klar geht's in der Mitte noch schmelziger, singender, elegischer, auch körperhafter – jedoch kaum in dieser Preisklasse.

Und ganz unten? Da sagen wir mal: alles okay. Mit ausreichend Abstand zur Außen- und Seitenwand leuchtet die Saxx den Frequenzkeller bis etwas über 40 Hertz hinreichend scharf aus. Wer mehr Tiefgang möchte, stellt den CX 30 den hauseigenen Woofer deepSound zur Seite (ein Hoch an dieser Stelle auf konsequentes Produkt-Naming). „Erwachsene“ Audiophile, die mit den coolen Saxx CX 30 die Eintrittskarte ins highfidele Irrenhaus lösen möchten, können allerdings getrost auf den Dunkelmann verzichten. Den Wunsch nach mehr Tiefgang lassen die CX 30, wenn überhaupt, nur bei ausgemachtem Elektro-Stampf aufkommen, und wenn den Bässen überhaupt etwas fehlt, dann wäre das eher der letzte Schuss Griffigkeit, Kontrolle und Definition – nicht dass sie schwabbelig wären, nein, aber eben eher halbtrocken als final durchgezeichnet. Die Bässe der Saxx haben genug Punch, um einem beherzten Fußtritt aufs Base-Pedal den nötigen Nachdruck im Hörraum zu verleihen und liefern einfach eine grundsolide Basis für die prächtige Performance des Hochtöners.