Test: Dynaudio Xeo 2 | kompakter Aktivlautsprecher
Preis: 1.300 Euro

Runde Sache?

Dynaudio Xeo 2

September 2016 / Martin Mertens

Bisher hab ich es ja nur hinter vorgehaltener Hand erzählt: Seit ich vor einiger Zeit zwei hochwertige kompakte Aktivlautsprecher an meinen Rechner angeschlossen habe, höre ich ziemlich häufig – und mit großem Vergnügen – Musik am Schreibtisch. Nur der Kabelsalat nervt: Ein USB-Verbinder und ein Stromkabel zum DAC, zwei Signalkabel vom DAC zu den Lautsprechern sowie zwei Netzkabel für die Lautsprecher machen in Summe sechs Strippen. Doch jetzt stehen da auf einmal zwei Dynaudio Xeo 2 (www.dynaudio.de), die die Kabelage auf (und unter) meinem Schreibtisch auf die Hälfte reduzieren. Aber der Reihe nach ...

Die Lautsprecher der Xeo-Serie verkörpern aktuell das „modernste“ Lautsprecherkonzept von Dynaudio. Zurzeit gibt es die Standlautsprecher Xeo 6, die Regallautsprecher Xeo 4 (warum hat da eigentlich noch niemand ein gescheites neues Wort gefunden – ins Regal stellt hoffentlich keiner mehr Lautsprecher dieses Formats) sowie die Minimonitore Xeo 2. Es handelt sich bei den Xeos um Aktivboxen, die die üblichen Vorteile dieser Gerätegattung bieten: Man benötigt keine gesonderten Endverstärker und die Aktivelektronik ermöglicht in den meisten Fällen auch eine bessere Anpassung an die Raumakustik als dies bei passiven Lautsprechern möglich ist. Darüber hinaus machen Aktivlautsprecher den Entwicklern das Leben leichter, da sie Verstärker, Chassis und Frequenzweiche unter ihrer Kontrolle haben und deshalb keine Rücksicht darauf nehmen müssen, was für einen Verstärker der geneigte Käufer denn nun anschließt und wie sich dieser mit den Lautsprechern verträgt.

Dynaudio Xeo 2

Doch nicht nur die Verstärkerfrage wird mit den Xeo 2 obsolet, sondern auch die der Lautsprecherkabel. Denn es reicht eine Xeo-Box, genauer die „Masterbox“, direkt via Cinchkabel oder 3,5-mm-Stereoklinke an eine analoge oder per Toslink an eine digitale Quelle anzuschließen. Der Lautsprecher scannt die Eingänge und wählt denjenigen aus, an dem ein Musiksignal anliegt. Die beiliegende Fernbedienung erlaubt es auch, direkt einen bestimmten Eingang zu wählen. Der zweite Lautsprecher, die Slave-Box, bekommt sein Signal vom Master via Funk zugespielt. Darüber hinaus kann man seine Musik auch kabellos per Bluetooth mit aptX zu den Xeos übermitteln – praktisch, wenn man seine Musikbibliothek eh auf dem Smartphone oder Tablet verwaltet. Wer mag, kann für rund 350 Euro einen zusätzlichen „Connect“ erwerben, der dann beide Lautsprecher kabellos (bis 24 Bit/96 kHz) ansteuert. Dann kann auch die Kabelverbindung zum Master-Lautsprecher entfallen.

An/Aus, Lautstärke und das Bluetooth-Pairing lässt sich direkt am Lautsprecher einstellen
Ein/Aus, die Lautstärke und das Bluetooth-Pairing lassen sich direkt am Lautsprecher einstellen


Da die Dynaudio-Xeo-Lautsprecher miteinander – und wahlweise mit dem Connect – eine eigene Funkverbindung aufbauen, benötigt man kein WLAN, keine App, kein passend konfiguriertes DNLA-Netzwerk. Um ein spielfähiges System einzurichten, reichen die wenigen Schalter und Buchsen auf der Rückseite der Dynaudio Xeo 2. Beide Lautsprecher verfügen über einen Schalter zum Einstellen der Zone. Damit man gegebenenfalls mehrere Xeo-Systeme unabhängig voneinander betreiben kann, gibt es die Zonen Rot, Blau und Grün. Warum die Zonen nach Farben benannt und nicht durchnummeriert sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Anschlussfeld und Einstellmöglichkeite bei der Xeo 2
Einstellmöglichkeiten und Anschlussfeld der Dynaudio Xeo 2

Einerlei, man kann jedenfalls problemlos auch mehrere Xeo 2 auf eine Zone schalten, etwa um Multiroom-Systeme aufzubauen, bei denen in jedem Zimmer die gleiche Musik spielt. Damit jede Xeo 2 gesagt bekommt, ob sie innerhalb einer Zone den rechten oder linken Kanal wiedergeben soll, gibt es einen weiteren Schalter. Und – last, but not least – ist da noch die Möglichkeit, die Basswiedergabe der Aufstellungssituation anzupassen. Die Schalterpositionen „Neutral“, „Wall“ und „Corner“ sprechen für sich – Letztere bewirken eine Rücknahme des Basses, der ja durch die Aufstellung vor einer Wand oder gar in einer Ecke verstärkt wird. Beide Lautsprecher bieten auch eine USB(A)-Buchse, die dient allerdings nicht als Eingang, sondern steht für eventuelle Softwareupdates zur Verfügung.

Zwei 65-Watt-Class-D-Verstärker versorgen die Chassis, aktive digitale DSP-Filter und echtzeit-kohärente, phasenlineare FIR-Filter trennen ihre Arbeitsbereiche bei 3100 Hz. Soweit alles recht modern. Die eingesetzten Chassis sind da vergleichsweise fast schon (wert)konservativ: Wie bei Dynaudio üblich, übernimmt eine beschichtete 27-mm-Gewebekalotte den Hochton. Als Tiefmitteltöner wurde ein 14-cm-Chassis verbaut. Mit einer 38-mm-Aluminium-Schwingspule und der aus einem Stück geformten Magnesium-Silikat-Polymer-Membran (MSP) kommt auch hier bewährte Dynaudio-Chassis-Technologie zum Einsatz.

Wie bei Dynaudio üblich, kommt für den Hochton eine Gewebekalotte zum Einsatz
Wie bei Dynaudio üblich, kommt für den Hochton eine Gewebekalotte zum Einsatz


Die Gehäuse der Xeo 2 bestehen aus einem Materialmix inklusive einer scharfkantigen Alufront, die ziemlich gut aussieht und akustische Vorteile bieten soll. Der Rest wird aus einem Composit-Kunststoff gefertigt, der durch den Verbund mit besagter Aluminiumfront, der einteiligen und an allen Flächen gebogenen Form sowie innen angebrachten Absorbermatten eine steife und resonanzarme Behausung ergibt, so Dynaudio. Auf der Rückseite strahlen Bassreflexöffnungen neben bzw. hinter den Kabelanschlüssen nach unten ab.

Die Xeo 2 ist auch in Weiß erhältlich
Die Dynaudio Xeo 2 gibt's auch in Weiß

Geliefert werden die Gehäuse mit einer leicht demontierbaren Bodenplatte aus Kunststoff. Sie abzunehmen ist zum Anschießen der (wenigen) Kabel auf jeden Fall eine gute Idee. Eine noch bessere ist es, sie ganz wegzulassen und die Xeo 2 auf die als Zubehör für 200 Euro erhältlichen – „Desk Stands“ genannten – kurzen Füße zu schrauben. Das dürfte dem Abstrahlverhalten zugutekommen, dann etwa, wenn man die Lautsprecher auf dem Schreibtisch oder auf einem Sideboard aufstellt. Außerdem verschaffen die Stands der Bassreflexöffnung ein bisschen mehr Luft nach unten. Auch auf der Rückseite lässt sich eine dünne Verkleidung abschrauben um hier alternativ eine VESA-100-Halterung anzubringen. Spezielle Wandhalterungen für die Xeo 2, „Wall Brackets“ genannt, gibt es für 120 Euro ebenfalls im Zubehör. Im Karton finden sich noch magnetisch haftende Lautsprecher-Abdeckungen aus Stoff, die die Chassis schützen.

 

 

 

 

Im Test:

Aktiver Kompakt-Lautsprecher (optional wireless): Dynaudio Xeo 2

UVP zum Testzeitpunkt:

1.300 Euro

Hersteller/Vertrieb:

Dynaudio Germany GmbH

Telefon: 04108 - 4180-0

Web:
www.dynaudio.de
eMail:
info@dynaudio.de

 

Größe des Hörraums:

Grundfläche: 18 m²
Höhe: 3 Meter

 

Equipment

Quellen:

analog:

stst Motus 2
mit Tonarm stst Vertex und
Tonabnehmer Zyx Yatra

digital:
Antelope Zodiac+ DAC,
Creek CD 42 MkII
CD-Player,
North Star Design
Supremo DAC,
North Star Design
CD-Transport

Verstärker:

Phono-Pre:

Musical Fidelity MX-VYNL

Vollverstärker:

Exposure 2010 S
Musical Fidelity AMS 35i

Lautsprecher:

Valeur Audio Micropoint
4 SE
Diapason Adamantes
Genelec 8020

Kabel:

USB: AudioQuest Coffee

Stromversorgung:
Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

HiFi-Rack:
Lovan Sovereign

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aktive minimonitore

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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