Test: Quadral Platinum M20 | Lautsprecher | Preis: 698 Euro

Auf Wolke sieben?

Quadral Platinum M20

April 2013 / Martin Mertens

Wer mit dem Namen Quadral immer noch die berühmt-berüchtigte Quadral Titan der 1980er Jahre verbindet – eine der damals populärsten Monsterboxen mit einer Höhe von anderthalb Metern und einem Gewicht deutlich jenseits der Zwei-Zentner-Marke – ist vermutlich HiFi-Nostalgiker. Oder er hat einfach die Trends der letzten 20 Jahre ignoriert. Bei Quadral selber ist man jedenfalls auf der Höhe der Zeit und bietet aktuell ein breites Portfolio an Lautsprechern für alle Anwendungen und Lebenslagen.

Die Quadral Platinum M20 (www.quadral.de), um die es hier geht, hat das Zeug zum Hauptlautsprecher in einer kleinen, aber feinen HiFi-Anlage. Sie ist sich aber auch nicht zu schade, um als Effektlautsprecher in einem Surround-Setting zu agieren.

Beinahe zum Markenzeichen von Quadral (auch der eingangs erwähnten Titan) gehört der Einsatz von Bändchen oder Magnetostaten für den Hochtonbereich. Dennoch hat man in Hannover auch immer Modelle mit anderen Hochtonkonzepten im Angebot gehabt, wobei man sich besonders der Ringstrahler-Technologie widmet. Die Aurum 770, die ich 2008 für fairaudio besprechen durfte, war mit einem solchen, RiCom getauften Hochtonchassis ausgerüstet. Und die Aurum 770 hatten mich damals ordentlich beeindruckt.

Auch die Quadral Platinum M20 ist mit einem RiCom-Hochtöner ausgestattet – natürlich einem Modell der aktuellen fünften Generation. Im Bassbereich arbeitet ein 135 mm durchmessender Tiefmitteltöner mit Alu-Membran. Beide Chassis sitzen in einem sehr kompakten Gehäuse. Mit 23 cm ist die M20 für eine ambitionierte Kompaktbox nicht einmal besonders tief. Um dennoch eine nennenswerte Basswiedergabe zu realisieren – Quadral gibt als untere Grenzfrequenz 40 Hz an – befindet sich auf der Rückseite eine recht üppig bemessene Bassreflexöffnung. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich das Bi-Wiring-Anschlussterminal. Dessen vier solide Schraubklemmen bieten so ziemlich allem Halt, was man sich wünschen kann.

Ansonsten sind über die M20  keine technischen oder konstruktiven Besonderheiten in Erfahrung zu bringen. RiCom-Hochtöner und Tiefmitteltonkonus werden bei 2.150 Hz getrennt, der Wirkungsgrad liegt mit 86 dB (Herstellerangabe) im Bereich des für solche Lautsprecher Üblichen. Insgesamt machen die Wandler den Eindruck einer rundherum ausgereiften Konstruktion.

In jedem Fall sollten die Quadral Platinum M20 auf Ohrhöhe gebracht werden – passende Lautsprecherständer sind für die Aufstellung also Pflicht. Versuchen Sie erst gar nicht, die kleinen Boxen in irgendwelchen Ecken zu verstecken oder sie unauffällig ins Regal oder auf die Anrichte zu verbannen. Dagegen protestieren sie nämlich mit einem dröhnenden Bassbereich. Auch auf geeigneten Ständern oder Stativen aufgestellt, benötigen die Lautsprecher durchaus noch etwas Luft im Rücken. Auf den Lovan-Affiniti-SS-Ständern stellten sich bei mir etwa 40 cm Wandabstand als gutes Maß heraus.

 

 

 

 

Im Test:

Lautsprecher:
Quadral Platinum M20

UVP: 698 Euro/Paar

Quadral GmbH & Co. KG

Tel: +49 (0)511 7904-0
eMail: info@quadral.com
Web: www.quadral.com


 

Equipment:

Quellen:

analog:
Thorens TD 160 HD
(mit TP250 Tonarm &
Benz Micro MC Gold
Tonabnehmer)

digital:
Creek CD 43 Mk II
Logitech Transporter

Verstärker:

Phono-Pre:
Lehmann Black Cube SE II

Vollverstärker:
Jadis Orchestra blacksilver
Exposure 2010 S
Musical Fidelity AMS 35i

Lautsprecher:
Gaithain ME150
Thiel SCS4

Kabel:
NF: Vampire CC
LS: Fast Audio Compact 6M in Biwiring-Konfiguration

Stromversorgung: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

HiFi-Rack: BassoContinuo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ringstrahler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bitte auf ohrhöhe