Test: CD-Player Creek Destiny

Schicksalsstunde

Der Creek Destiny CD

Juni 2007 / Ralph Werner

Da ich nicht nur auf akustische Reize, sondern auch auf optische reagiere, ist die Marke Creek bei mir nie so recht heimisch geworden. Für kurze Zeit besaß ich zwar einen Creek CD43 mk2 und der war für das (geringe) Geld klanglich wirklich nicht zu verachten. Aber grüne Schrift auf schwarzem Grund? Das geht gar nicht! Jaja, ich weiß, es gibt auch andere Ansichten ... wie auch immer, zumindest leuchtet mir seither der Sinn und Zweck von Blindtests ein. Knapp auf einen Nenner gebracht, geht mein Creek-Vorurteil so: realistisch gepreiste Produkte mit geringem Designanspruch. Es ist sozusagen die Marke, die sich der Lehramtskandidat nach der Feier zum Staatsexamen zulegt, bei der ihm eine Flasche Bier in den NAD gekippt ist. Ästhetisch die gleiche Wellenlänge, aber Student ist man ja jetzt nicht mehr!

Der Creek Destiny CDP will daher so gar nicht in mein hübsches, kleines Klischee passen. Zum einen erscheint der Verkaufspreis von 1.900 € nicht mehr unbedingt für jedermanns Budget "realistisch", das ist schon eine recht stattliche Ansage finde ich. Klar, es gibt auch CD-Spieler für 20.000 € - alles ist relativ. Aber versuchen Sie mal einem normalen Menschen zu erklären, dass sie knapp zwei Riesen für ihr neues Gerät gezahlt haben.

Creek Destiny CD: vorne

Zum anderen: Hässlich ist er beileibe nicht. "Sex machine!", war zwar auch nicht mein erster Ausruf, dafür ist er zu gediegen, ja, zu unauffällig und schlicht. Wirft man aber einen zweiten Blick auf ihn, begreift man schnell, das hier ist ganz feines Tuch: Perfekt verarbeitet, die Ecken abgerundet, alles passt, anständige Materialstärke, aber nie ins Protzige verfallend. Feine Sache. Dass unser Testgerät in schwarz daherkommt - nicht gerade die Farbe meiner Wahl - unterstreicht bei dieser Materialanmutung und Qualität sogar die edle Note.

Creek Destiny: rechte Seite

Allerdings kann eine solche Qualität bei dem Preis auch erwartet werden. Ich gehöre da ja zu denen, die ab einem gewissen Level immer noch mal fix in DM-Werte übersetzen: Bei 3.800 Deutschmark darf wirklich gar nix wackeln! Tut es aber auch nicht. Dass die CD-Lade lediglich einen Tack souveräner als aus meinem Notebook herauskommt, ist wohl dem Weltmarkt zuzuschreiben. Die Dinger sehen ja alle gleich aus heutzutage. Sanft gleitende Metallkonstruktionen werden anscheinend nicht mehr gebaut, nicht alles wird besser ...

Zwei meiner Vorurteile wurden also gleich erledigt, da sollte es doch ein Leichtes sein, ein Drittes ebenfalls auszuhebeln. Von böswilligen Zeitgenossen lässt sich nämlich manchmal vernehmen: "Briten-HiFi - klingt muffig und alle Welt nennt es musikalisch!" Na na na, mal langsam, das wollen wir doch mal sehen ...

 

Advertisement

 

Technik und Finish

Schraubt man den Deckel vom Creek Destiny ab, hält man eine stattliche Platte von cirka zwei Millimeter Stärke in der Hand. Alles Dickere wäre vermutlich unnötig, alles Dünnere aber zu windig.Creek Destiny: Deckel Der Gentleman weiß um die rechten Formen. Allerdings habe ich auch schon CD-Spieler gesehen, bei denen hier Dämm-Material positioniert war. Zweck der Übung ist es, Gehäuseresonanzen zu minimieren, und damit eventuelle Mikrofonieeffekte auszuschalten. Beim Destiny gibt es derlei nicht. Nun, wem der Sinn danach steht, kann ja preiswert frisieren - ob es etwas bringt, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Creek Destiny: Detail vom Deckel

Creek Destiny: Ausgestattet mit drei TrafosBeim Blick in den Player fallen die drei Trafos auf, die - hinter dem Netzfilter liegend - für eine getrennte Stromversorgung zuständig sind. Das Laufwerk, die digitale und die analoge Sektion bekommen jeweils einen eigenen Transformator spendiert. Es wird großer Aufwand betrieben, mit dem Ziel, eine wesentliche Jitter-Ursache auszuschalten: Denn wenn zum Beispiel das Laufwerk nachsteuern muss, oder die Leseeinheit den Strom anzapft, kann dies auf die logischen Schaltkreise rückwirken. Es kommt zu den berüchtigten Taktschwankungen, die sich messtechnisch betrachtet als Seitenbänder des Ursprungssignals nachweisen lassen und letztlich dazu führen, dass der Klang verundeutlicht wird: Die Musik wird weniger klar wiedergegeben, die Präsentation ist nicht so durchhörbar.

Hier wollten die Destiny-Entwickler auf Nummer sicher gehen - drei Trafos und insgesamt sechzehn Netzteile sprechen für sich. Sowohl die Masterclock hat ein eigenes Netzteil als auch die analogen Filter, die die "digitalen Reste" (der Sampling-Frequenz) vom gewandelten Signal trennen. Auf ein Upsampling wird übrigens verzichtet. Auch das re-clocking des Datenstromes (also die Neutaktung der Bits) direkt vor dem D/A-Wandler zeigt, dass das Jitter-Problem ernst genommen wird und somit nichts dem Zufall überlassen bleiben soll. Taktunregelmäßigkeiten, die sich vielleicht doch bis zu dieser Stelle eingeschlichen haben könnten, werden beseitigt. Die Informationen treten sozusagen in Reih und Glied - und vor allem im Gleichschritt - der Wandlung in ein analoges Signal entgegen.

Die Verarbeitung ist, wie erwähnt, tadellos. Auch im Inneren wackelt nichts, das kenne ich auch anders. Ein hübsches Detail sind die verschraubten Cinch-Buchsen - leider auch kein "üblicher" Standard. Ja, dieser Creek macht einen guten Eindruck, er wirkt aufgeräumt, vernünftig und solide. Aber mit dem Hörtest naht die Schicksalsstunde - erst recht bei diesem Namen.

Creek Destiny: Die Ausgänge

 

 

Die zehn aktuellen fairaudio HighEnd & HiFi Testberichte:

Impressum und Hinweise zur Nutzung --- alle Rechte vorbehalten --- © 2007-2015  dames & werner medien GbR
fairaudio. hifi goes online. Test Creek Destiny - Bericht.

Im Test:

CD-Player:
Creek Destiny CD

Vertrieb: Input Audio

UVP: 1.899 EUR


 

Equipment:

Quelle:

audiolab 8000CD
Audiomeca Obsession II
Wandler: Benchmark DAC1

Verstärker:

Accuphase E-212
Dussun V8i
Classic 6.6
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Funk BS-2, van den Hul Integration Hybrid, Zaolla Reinsilber NF

LS: Fast Audio Copact M6, Ixos 6006 Gamma, ZU Audio Libtec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ästhetisch
die
gleiche
wellenlänge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hässlich ist er
beileibe nicht.

 

 

 

 

 

 

 

bei 3.800 deutschmark darf wirklich gar nix wackeln!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der gentleman weiß um die rechten formen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

es wird großer aufwand betrieben.

 

 

 

 

 

 

 

re-clocking des datenstromes ...

 

 

 

 

 

 

verschraubte cinch-buchsen ...