leserBericht: Computer-Hifi - Erfahrungen mit J. River Media Center, Aqvox USB-Netzteil und Wireworld USB-Kabel

Zwischenfazit PC & HiFi

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März 2011 / Thomas Sender

Ja, ich bekenne mich schuldig! Ich habe dem guten alten CD-Spieler den Rücken gekehrt, ihn verkauft und höre ausschließlich über ein Laptop Musik. Mit diesem Leserbericht möchte ich Ihnen Mut machen und Ihnen ein wenig die Angst vor der Umstellung zur Musikwiedergabe auf höchstem Niveau über den Rechner nehmen.

Was war ich stolz damals - 1983. Als einer der ersten kaufte ich mir einen CD-Spieler, einen ITT mit einer Klappe, die nach vorne auf schwenkte und die CD raus schob. Habe ich übrigens aufgehoben. Klanglich war er weit vor meinem damaligen Plattenspieler von Universum für 300 DM. Viele Jahre später stellte ich dann fest, dass nicht alles zum Besten bestellt ist mit dem Klang von CD-Spielern. Doch das ist nun Vergangenheit, also zurück in die Zukunft!

Im Bericht „Laptop plus DAC“ bahnt es sich ja bereits an und nun ist es schon seit über zwei Jahren Realität - der Computer ist Bestandteil meiner HiFi-Anlage geworden. In diesem Zusammenhang hat sich in den letzten Monaten Entscheidendes für wenig Geld getan, und nun bin ich meinem Klangideal wieder einmal ein gutes Stück näher gekommen, aber der Reihe nach ...

Nach dem Bericht über den DAC von PS Audio habe ich noch verschiedene Wandler ausprobiert und mich schließlich für den Aqvox entschieden. Er baut an meiner Kette ein sehr stimmiges Klangbild mit exakter Ortung der einzelnen Instrumente auf und spielt wunderbar räumlich. Die Hochtöner meiner Lautsprecher klingen bei nicht passendem Equipment je nach Musik gerne unangenehm iTunesschrill und ich habe seinerzeit viel Geld in meinen CD-Spieler gesteckt, bis es passte. Der Aqvox passte auf Anhieb und so blieb er.

Bei der Abspielsoftware war ich vorerst bei iTunes geblieben, in Verbindung mit dem ASIO4all-Treiber klang es schon besser als mein CD-Spieler und war so unendlich bequem ...

Abend, endlich Feierabend! Endstufe an und warm laufen lassen. Alles andere wird - außer im Urlaub - sowieso nie abgeschaltet. Laptop und Fernseher an, aus der CD-Sammlung was Schönes in Form von Wiedergabelisten zusammengestellt - und ab geht ein entspannter Musikabend in Originallautstärke. Zum Musikhören ist der Fernseher dann wieder aus, am liebsten höre ich bei völliger Dunkelheit.

Früher stand ich vor meinem CD-Regal - welches immer noch an Ort und Stelle steht und weiter wächst, so lange kein akzeptables Angebot an hochwertigen Downloads zur Verfügung steht - und habe mir eine passende CD zum Hören raus gesucht. Ich habe aber viele CDs, bei denen mir nur bestimmte Stücke gut gefallen - anders ausgedrückt: ich habe keine Lust, immer die komplette CD zu hören. Dann wurde der Musikabend schnell zum Ausdauertraining - entspannt ist was anderes!

So lebte ich glücklich und zufrieden bis ich den ersten Bericht über iTunes in Verbindung der Amarra-Software gelesen hatte. Da geht klanglich doch noch viel mehr, hieß es. Leider oder zum Glück ist dann mein foobarLaptop kaputt gegangen, das Schicksal einer defekten Grafikkarte hat ja bereits viele Laptops ereilt beziehungsweise wird es noch tun. Sony reparierte das Laptop auch nach der offiziellen Garantie auf Kulanz und nun läuft es besser denn je. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich eine 500 GB Festplatte verbaut, sodass alle Musik darauf passt. Nun war erst mal nichts mit einem Mac - Amarra läuft nur auf Mac - und ich begann mich mit anderer Abspielsoftware zu beschäftigen. Foobar (siehe auch foobar-Bedienungsanleitung) ist eine gute Alternative und klanglich bestimmt besser als iTunes auf einem Windows-PC.

J. RiverIch bin dann aber auf Media Center von J. River aufmerksam geworden, dieser Mediaplayer arbeitet (optional) mit WASAPI und umgeht alles im Rechner, was dem Klang nicht gut tut. Es wird also ein sehr sauberes Digitalsignal an den Rechner gestreamt. Bezüglich der Bedienung ist das Programm sehr ähnlich wie iTunes aufgebaut, lässt sich also leicht bedienen und bietet richtig was fürs Auge! Auf unserer letzten Silvesterfeier gab es große Augen, im Theatermodus holt sich das Programm aus dem Internet passende Bilder des Interpreten beziehungsweise der Band und lässt im Hintergrund eine Diaschau laufen. Sehr schick! Die Einstellmöglichkeiten sind sehr vielfältig und ich habe noch lange nicht alles ausprobiert. Also genau etwas für Spielkinder wie mich.

Kings of ConvenienceKlanglich hat es mich vom Hocker gehauen und ich habe mir nach der vierwöchigen Testversion das Programm gekauft (Preis ~50 Dollar). Das Klangbild hat in allen Dimensionen zugelegt, die Höhen sind noch etwas sanfter geworden und nerven nun auch beim sehr lauten Hören nur bei wenigen Aufnahmen. Das ist aber auch in Ordnung für mich, eine gute Kette gibt eben auch nicht perfekte Aufnahmebedingungen wieder. Für mich ist ein ganz wichtiger Faktor, dass eine Ortung der Lautsprecher auf keinen Fall möglich ist.Gorillaz Ich mag einen direkt vor mir stehen Sänger und eine weit entfernte Trompete (Kings of Convenience / Singing softly to me), ich mag weit über den Boxenrand hinaus spielende Musik (Gorillaz / New genious), um Beispiele zu nennen. Ich mag es einfach, die Arbeit beim Abmischen der Aufnahme zu Hause sehr genau nachvollziehen zu können. Nennen Sie es Erbsen zählen, damit kann ich leben!

Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema