Thomas Johannsen

Thomas JohannsenMeine erste intensive Kontaktaufnahme mit Live-Musik fand Ende der 70-er im „Auenland“ statt. Jetzt vergessen wir Peter Jackson mal für einen Moment, das „Auenland“ war eine ehemalige Dorfgaststätte in Sülfeld bei Hamburg. Wie in vielen Dorfgaststätten gab es dort einen großen Saal – mit Bühne.

Am Eingang saß zumeist Buttje (der meiner damaligen Vorstellung von Gandalf ziemlich nahe kam), und sorgte dafür, dass man – nach Zahlung eines Obolus‘ – den begehrten Eintrittsstempel auf den Handrücken oder aufs Handgelenk bekam.

Auf der Bühne im großen Saal gab es meist am Wochenende mindestens ein Livekonzert; Bands mit Namen wie Alcatraz oder Zoff gehörten ebenso zu den regelmäßigen Gästen, wie die Musiker Reiner Schöne, „Zabba“ Lindner (Hände wie Trommelstöcke), Stefan Stoppok, oder die EAV-Truppe aus Österreich, nicht zu vergessen die Skandinavier mit mitunter schwer auszusprechenden Namen wie Ragnarök, Piirpauke oder Samla Mammas Manna, dafür aber mit einer ganz eigenen Musik.

In den Pausen gaben dann die unvermeidlichen 901 von Bose die Hintergrundbeschallung, meist vom Tonband, und befeuert von der auch damals fast schon exotischen Quad-405-Endstufe. Eines Nachts am Tresen schwärmte besagter Buttje mir vom blitzsauberen Aufbau dieses kompakten Kraftmeiers vor, und ich durfte sogar einen Blick unter den Deckel werfen, als er erfuhr, dass ich Azubi zum Radio- und Fernsehtechniker war.

Das „Auenland“ in Sülfeld existiert längst nicht mehr, der Firmensitz von Quad ist auch nicht mehr in Huntingdon. Geblieben ist eine beachtliche Sammlung schwarzen Goldes, welches ich in den Konzertpausen erworben habe: Stoppok, Piirpauke, EAV (damals noch mit Walter Hammerl, dem Klaus Eberhartinger als Conférencier folgte) und andere, die meisten davon sind und werden wohl nie auf CD oder in irgendeinem Streaming-Dienst erscheinen.

Geblieben ist allerdings auch mein Faible für sauber konstruierte und aufgebaute Hardware.

Gerade diese Kombination aus Hard- und Software hat den Grundstein für eine fortdauernde Freude an Musik und den entsprechenden Wiedergabegeräten gelegt. Mit nur wenigen Jahren Unterbrechung – Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen fordern ihren Tribut – hat sich diese Freude am Hören nahtlos bis heute fortgesetzt. Neben der Quad-Anlage, die ich natürlich immer noch besitze, und den Vinyl-Schätzen hat sich nach und nach auch die Moderne eingestellt; Musik kommt bei mir längst auch von digitalen Medien und wird von Geräten abgespielt, die definitiv nach der Jahrtausendwende entwickelt wurden 😉

Denn, ob Vinyl, CD oder Streaming ist letztlich egal, Hauptsache, es klingt gut und weckt Emotionen.

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