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Test: Abacus Prepino 13 RC und Ampino 13 | Vor- und Endstufe beziehungsweise Vollverstärker | Preis: je 590 Euro

Die wilde 13?

Abacus Prepino 13 RC und Ampino 13

Mai 2013 / Martin Mertens

Prepino und Ampino - Vorverstärkerchen und Leistungsverstärkerchen, eine niedliche kleine Kombi. Fast würde ich's glauben. Besonders in Anbetracht der zierlichen Abmessungen der Geräte. Wenn ich nicht vor einiger Zeit schon mal eine Begegnung mit dem Abacus Ampino gehabt hätte, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ. Und seitdem weiß ich, dass der Begriff „niedlich“ in Bezug auf die kleine Abacus-Baureihe überhaupt nicht angemessen ist, sondern dass es hier um sehr ernst zu nehmende Audio-Komponenten geht.

Fast fünf Jahre ist es her, dass ich mich mit der damals aktuellen Version des Ampino beschäftigen durfte. Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich, was die Firma Abacus Electronics (www.abacus-electronics.de) sowie die technischen Besonderheiten der Abacus Verstärkerschaltung betrifft, einfach auf meinen damaligen Artikel über den Ampino auf fairaudio.

abacus ampino

Es gibt zwei Gründe, aus denen ich mich heute an dieser Stelle erneut mit dem Ampino beschäftigen darf: Erstens hat das Gerät eine Modellpflege erfahren und zweitens steht nun ein Bericht in Verbindung mit dem passenden Vorverstärker Abacus Prepino an.

Fangen wir mit dem Ampino an. Bei der aktuellen Version handelt es sich nicht um eine Neuentwicklung. Um ihn dennoch von älteren Modellen unterscheiden zu können, heißt das aktuelle nun einfach Abacus Ampino 13, wobei die „13“ nicht etwa die Revisionsnummer ist, sondern für „2013“ steht, eben das Jahr, in dem die Modellpflege stattfand. Große Veränderungen hat es nicht gegeben. Die waren wohl auch nicht nötig. Es gab nur kleine Modifikationen. So verfügt die aktuelle Version nun etwa über eine Einschaltgeräusch-Unterdrückung. Wenn ich mir das Innenleben so ansehe, findet wohl auch ein anderer Netztrafo Verwendung. Und natürlich freut es mich, das offensichtlich auch Anregungen aus meinem ersten Test aufgenommen wurden. So ist der Modellschriftzug nun deutlich dezenter geworden und die Kühlrippen scheinen mir nicht mehr ganz so scharf. Handschmeichler sind sie aber noch immer nicht.

Abacus Ampino 13

Die grundsätzliche Ästhetik irgendwo zwischen ambitioniertem DIY-Projekt und Messgerät wurde beibehalten. Schad' nix, denn irgendwie macht genau das den Reiz der Abacus-Produkte aus. Wer Edelholz, Chrom und Gold an seiner Anlage wünscht, muss woanders fündig werden. Bei Abacus steht nun mal die Technik - natürlich die spezielle Abacus-Rieder Verstärker-Schaltung - im Vordergrund. Und das findet eben auch äußerlich seinen Niederschlag.

Ok, für alle, die keine Lust haben, meinen alten Test zu lesen, hier nochmal die Kurzform: Das Besondere an der von Abacus verwendeten Rieder-Schaltung ist, dass sie - obwohl freilich rein transistorbasiert - an Röhrenschaltungen angelehnt sein soll und den Herstellerverlautbarungen zufolge viele Probleme herkömmlicher Verstärkerschaltungen aus dem Weg räumen soll. Das größte Problem bei der Entwicklung dieser Schaltung sei gewesen, sie betriebssicher zu machen, so Herr Sonder senior. Er erzählt unterhaltsame Geschichten darüber, wie ihm zu Studienzeiten zahlreiche Probeaufbauten einer solchen Schaltung „abgeraucht“ seien - bis er Herrn Rieder getroffen habe, der eine alltagstaugliche Version dieses Schaltungsprinzips entwickelte. Und er betont, dass man sich bei Abacus keine Sorgen machen müsse - seit dreißig Jahren baue man nun absolut betriebssichere Verstärker.

Abacus  Ampino 13

Beim Ampino handelt es sich um eine sehr kompakt gebaute Endstufe, die über eine Lautstärkeregelung verfügt. Wer nur eine Quelle hört, benötigt damit keine Vorstufe. Gerade in aktuellen, digitalen Settings ist das keine Seltenheit mehr, da hier ein DAC alle Signale digital von Computer, Streaming-Client oder CD-Laufwerk zugespielt bekommt, wandelt und in analoger Form an den Verstärker weiterreicht.

Wenn aber mehrere Quellen angeschlossen werden sollen, ja, wenn vielleicht sogar ein Plattenspieler Anschluss sucht, kommt der Abacus Prepino ins Spiel. Dabei handelt es sich um einen Vorverstärker, der die gleichen Abmessungen hat wie der Ampino. Auch er hat zur Kennzeichnung der aktuellen Modellvariante die „13“ hinter den Namen geschrieben bekommen und bietet Eingänge für sechs analoge Quellen. Optional kann der Prepino mit einem eingebauten Phonovorverstärker bestellt werden. In diesem Fall nimmt der Eingang Nummer sechs die Signale eines MM-Tonabnehmers entgegen, die er entsprechend verstärkt und entzerrt. Ansonsten bietet der Prepino einen Stereo-Ausgang zum Anschluss einer Endstufe - des Ampino oder anderer Endverstärker.

Abacus Prepino 13 RC

Auch wenn der Prepino einen idealen Spielpartner für den Ampino darstellt, empfiehlt er sich aufgrund seiner speziellen Line-Treiber-Schaltung, der natürlich die Abacus-spezifische Verstärkerschaltung zugrunde liegt, auch zum Betrieb von Aktivboxen. Davon hat man bei Abacus übrigens einige im Angebot. Die Line-Treiber-Schaltung soll den Einfluss von Kabeln gänzlich ausschalten und die Kabel bis zum „Ziel“ in die Gegenkopplungsschleife des Verstärkers einbeziehen. So sollen hier auftretende Fehler eliminiert werden. Lange Kabel seien damit laut Abacus kein Problem.

Abacus Prepino 13 RC

Was am Prepino auffällt, ist, dass es am Gerät selbst keinen Schalter für die Eingangswahl gibt. Der Eingang lässt sich nur mit Hilfe der Fernbedienung umschalten. Das blaue Display auf der Gerätefront zeigt, welcher der sechs Eingänge gerade aktiv ist. Natürlich kann die Fernbedienung auch die Lautstärke regeln und den Prepino in den Standby versetzen. Ist der Ampino am Netzausgang des Prepino angeschlossen - dem Prepino liegt dazu ein spezielles Kabel bei - wird er gleich mit in den Ruhezustand versetzt. Sprich: Eigentlich gibt es im Höralltag überhaupt keinen Grund, die Geräte noch anzufassen.

Halt! Bevor Sie den Prepino nun an einer unzugänglichen Stelle unterbringen, sollten Sie überlegen, ob Sie gelegentlich auf Kopfhörer zurückgreifen. Der Prepino bietet nämlich auf seiner Front einen Kopfhörereingang in Form einer 6,3-mm-Stereoklinkenbuchse. Der passende „Mute“-Taster, der die Endstufenausgänge stumm schaltet, befindet sich praktischerweise gleich daneben.

Abacus Prepino 13 RC

 

 

 

Im Test:

Vorstufe und End- beziehungsweise Vollverstärker:
Abacus Prepino 13 RC und Ampino 13

Preis: je 590 Euro

Hersteller & Vertrieb:
Abacus electronics

Web:
www.abacus-electronics.de
Telefon:
04731 - 50 88
eMail:
info@ABACUS-electronics.de

 

 

Equipment:

Quellen:

analog:
Thorens TD 160 HD
(mit TP250 Tonarm &
Benz Micro MC Gold
Tonabnehmer)

digital:
Antelope Zodiac+
Creek CD 43 Mk II
Logitech Transporter

Verstärker:

Phono-Pre:
Lehmann Black Cube SE II

Vollverstärker:
Jadis Orchestra blacksilver
Exposure 2010 S
Musical Fidelity AMS 35i

Lautsprecher:
Gaithain ME150
Thiel SCS4

Kabel:
NF: Vampire CC
LS: Fast Audio Compact 6M in Biwiring-Konfiguration

Stromversorgung: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

HiFi-Rack: BassoContinuo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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phono optional

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fit für lange strippen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kann auch kopfhörer