fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Test: BMC Audio CS2 | Vollverstärker | Preis: 5.000 Euro

Multikulti

BMC Audio CS2

6moonsDieser Testbericht erschien im Oktober 2012 im englischsprachigen Audio Review Magazin 6moons.com und kann dort in der Originalversion gelesen werden: BMC Audio CS2. Er ist durch uns übersetzt worden und wird hier den deutschsprachigen Lesern präsentiert. 6moons und fairaudio haben die Übereinkunft, gegenseitig ausgewählte Artikel zu übersetzen und für die englische beziehungsweise deutsche Leserschaft zu publizieren. Der Autor des Artikels ist am Anfang des Textes genannt. Der Bericht und alle Bilder unterliegen dem Copyright von 6moons.

Ihr fairaudio-team


 

Oktober 2012 / Joël Chevassus

Beim Thema Verstärker finden echte technologische Fortschritte nicht gerade jeden Tag statt. Umfangreiches Hintergrundwissen, ja, stapelweise technische Dokumentationen stehen heutzutage jedem zur Verfügung, der sich dafür interessiert – seien es nun etablierte Entwickler oder Newcomer. Das meiste davon ist schon lange bekannt. Aber ab und an geschieht es doch, dass eine Audiofirma zumindest den Versuch unternimmt, in Sachen Verstärkung echte Innovationen zu bieten.

Class D beispielsweise hat einige interessante Hybridkonzepte mit sich gebracht, von denen der Devialet Premier wohl das bemerkenswerteste ist, zumindest messtechnisch betrachtet. Die französische Marke zählt inzwischen zum kleinen Klub von Audiofirmen, die sich durch eine technisch sehr avancierte Herangehensweise auszeichnen – wie Dartzeel, FM Acoustics, Orpheus Laboratories und Vitus Audio. Diese Marken setzen sich in erster Linie durch eine stetige Vervollkommnung ihres Schaltungsdesigns vom Wettbewerb ab. Leider geht eine solche Lust auf technische Innovationen zumeist mit einem sehr hohen Preisniveau einher. Und das lässt die Komponenten für die meisten Audiophilen eher zu unerreichbaren Träumen als zu realistisch erfüllbaren Wünschen werden.

BMC Audio CS2

Die vor Kurzem gegründete BMC Audio GmbH (die Initialen stehen für Balanced Music Concept) fokussiert ihre Entwicklungsanstrengungen dagegen auf sehr hochwertiges, aber durchaus noch bezahlbares HiFi-Equipment. Um die Kosten unter Kontrolle zu halten, sind lediglich Entwicklung und Verwaltung in Deutschland angesiedelt, die Produktion hingegen findet im eigenen Werk in China statt. Unter Federführung von Carlos Candeias steht dem Unternehmen genug multikulturelles, internationales Know-how zur Verfügung, um alle Seiten des globalen Geschäftskonzeptes erfolgreich managen zu können.

Ein kurzer Blick auf vergangene Stationen des Herrn Candeias zeigt, dass die noch junge Marke BMC Audio einen wertvollen Erfahrungsschatz besitzt: Bereits 1986 gründete der Sohn einer siebenköpfigen, portugiesisch-spanischen Immigrantenfamilie – als er noch an der Technischen Universität Berlin E-Technik studierte – die Firma „Candeias Audio Electronics“. Über lange Jahre arbeitete er sehr eng mit der japanischen Marke C.E.C. und dem deutschen Unternehmen Aqvox zusammen und entwickelte und produzierte auch für andere namhafte Highend-Marken, sprich: war im OEM-Geschäft tätig. Darüber hinaus besitzt Candeias einige Patente, beispielsweise für die sogenannte LEF-Technologie (load-effect free), ein Schaltungsdesign, das auch in CD-Playern von C.E.C. zu finden ist. Die neuen Produkte der Marke BMC basieren nun in Gänze auf seinen technischen Vorstellungen.

BMC Audio CS2

Ich habe Carlos Candeias, zusammen mit seiner Frau Irene, auf der Münchner High End 2012 kennengelernt. Es war ein echtes Vergnügen, mit ihm über den HiFi-Markt in seiner ganzen Bandbreite zu diskutieren – er besitzt recht pragmatisch-realistische Ansichten übers Marktgeschehen; ein wichtiges Thema ist für ihn die Qualität des Händlernetzes.

BMC Audio CS2

Im Gegensatz zu manchem seiner Mitbewerber scheint Candeias, was die Preisentwicklung im Highend-Bereich angeht, sympathischerweise noch nicht völlig abgebrüht zu sein. Er versucht, seine Produkte bezahlbar zu halten. In dieser Hinsicht orientiert man sich bei BMC eher an Marken wie Vincent oder NAD als an der direkten (Highend-)Konkurrenz. Jedenfalls sieht er die in der Branche gar nicht so selten anzutreffende Ausrichtung auf „Juweliers-HiFi“ – also auf sehr teure Produkte für einige wenige wohlhabende Audiophile – kritisch. Da scheint es nur konsequent, dass die Produktion in China angesiedelt wurde. BMC Audio arbeitet diesbezüglich wie andere global ausgerichtete Unternehmen. Nun, vielleicht ermöglicht der chinesisch-deutsche Standortmix in Kombination mit Candeias' portugiesisch-spanischen Wurzeln ja tatsächlich, stylishes Aussehen, technologische Innovationskraft und kompetitive Preispolitik unter einen Hut zu bringen.

Carlos Candeias von BMC Audio

Ein Unterschied gegenüber „großen“ Marken, die mit viel Marketingpower beworben werden, ist der engere Kontakt zum Endkunden. Natürlich ist der klassische Einzelhandel für BMC Carlos Candeiaswichtig, allein schon, um die Produkte dem Kunden auch präsentieren zu können. Gleichwohl erfolgen alle Verkäufe und Lieferungen der Komponenten direkt Richtung Endkunde – der Händler erhält nach erfolgtem Abschluss eine Provision. Dies ermöglicht BMC zweierlei: einen sehr direkten Draht zum Kunden sowie mehr Kontrolle über das tatsächliche Preisniveau am Markt.

Ein Ziel von BMC ist es, nicht nur außergewöhnlich hochwertige, sondern auch modulare Produkte anzubieten. So will man erreichen, dass technischer Fortschritt leicht in ältere Komponenten einfließen kann, damit diese im Lauf der Zeit nicht zu „Antiquitäten“ werden. Alle BMC-Produkte sind deshalb upgradefähig, was die Investition des Kunden in seine Anlage sichert.

Chinesisches Werk von BMC

Damit die Produkte für viele bezahlbar bleiben, ist es nötig, die Produktionskosten unter Kontrolle zu haben. Nach normalen (Industrie-)Maßstäben gemessen ist BMC Audio natürlich ein recht kleines Unternehmen. Andererseits, angesichts von Losgrößen von über 300 Stück je Modell und in Relation zu dem, was innerhalb der High-End-Branche sonst so üblich ist, durchaus schon eine „größere Nummer“. Bei BMC Audio sieht man sich jedenfalls für den Geschäftserfolg gut aufgestellt, mehrere Faktoren kämen hier vorteilshafterweise zusammen: Natürlich zum einen die Produktionsstätte in China, aber auch die neuen technischen Anwendungsfelder der schon bewährten, patentierten Technologie sowie ein Schaltungsaufbau mittels kompakter Module, die schwer zu kopieren sind. Hinzu gesellen sich die Vermarktung von Deutschland aus und professionelle, perfekt auf die eigenen Erfordernisse angepasste Vertriebs- und Logistikaktivitäten. Nicht zuletzt war und ist auch das Aufspüren einer audiophilen Marktlücke, die so, wie BMC sie angeht, von Mitbewerbern links liegen gelassen wird, wichtig.

Chinesisches Werk von BMC

Carlos Candeias ist, im Gegensatz zu manchem „Audioguru“, denen er in Erfahrung und Wissen keinesfalls nachsteht, ein umgänglicher und offener Mensch. In gewisser Weise trägt seine Firma japanische und chinesische Gene in sich, wenn ich einmal länderspezifische Charaktere unterstellen darf: Ein hohes Bewusstsein für rationale Arbeitsabläufe sowie ernsthafte Anstrengungen in Sachen Forschung & Entwicklung – und dann die eher chinesische Art, in einem größeren Maßstab zu produzieren und dergestalt übliche Preisniveaus zu unterbieten.

Chinesisches Werk von BMC

Ein Unternehmen, das für sich reklamiert „innovative, elegante, upgradefähige, einfach zu bedienende, superb konstruierte, musikalisch klingende, von Kunden gesuchte, für Händler profitable und nicht zuletzt: bezahlbare Produkte“ anzubieten, nimmt den Mund natürlich ganz schön voll. Entsprechend neugierig war ich auf den neuen Vollverstärker von BMC Audio, den „CS2“.

Chinesisches Werk von BMC

 

 

 

 

 

Im Test:

Vollverstärker:
BMC Audio CS 2

Hersteller & Vertrieb:

BMC Audio GmbH


Telefon: 02942 - 92997590

eMail: info@bmc-audio.de

Web: www.bmc-audio.com

UVP: 5.000 Euro


 

Equipment:

Quellen:

Apple iMac, Squeezebox Touch + Welborne Labs PSU, Jadis JD-2 Drive, Audio GD Ref 5, Totaldac, Trends UD-10.1, Wyred4Sound Music Server (Testmuster), Wyred4Sound DAC 2 (Testmuster), MacBook Lion with HiFace, iMac Lion

Verstärker:

Rogue Audio Hera II, Wyred4Sound STP-SE, SPL Volume2, Orpheus Lab Three M, Trends TA-10.2.

Lautsprecher:

Triangle Magellan Duetto, Vivid Audio K1, Apertura Armonia (Testmuster)

Kabel:

Legato digital cable, Skywire Audio 2020 digital cable, Naturelle Audio interconnects Live 8 MK2, Audio Art SC-5 SE speaker cables, Legato Precision speaker cables, Legato Fluidita interconnects, Audio Art Power 1 SE, Furutech and Legato power cords

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

innovationen passieren nicht
alle tage

 

 

 

 

 

 

 

 

das ziel:
hochwertig, aber
noch bezahlbar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

pragmatisch und realistisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

noch nicht
völlig abgebrüht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

einzelhandel und direktvertrieb schließen
sich nicht aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gut aufgestellt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

nimmt den
mund voll