fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Test: T.A.C. V-88 | Verstärker | Preis: 4.999 Euro

TACtgefühl

T.A.C. V-88

 

September 2011 / Martin Mertens

Irgendwie bin ich bei fairaudio gerade auf Verstärker abonniert. Zugegeben, ich bin selbst schuld daran. Zum einen habe ich hinlänglich Kund getan, dass ich gerade Spaß fairaudios's favourite Award 2012an dem Thema habe, zum anderen habe ich zurzeit wenig Lust auf die logistische Herausforderung, vor die einen Lautsprecher gerne stellen.

Wenn es ganz schlimm kommt, liefert eine Spedition einem dann nämlich zwei Kisten von der Größe einer Kühl-Gefrier-Kombi ins Haus. Die wollen dann ins Hörzimmer bugsiert und ausgepackt werden. Zu allem Übel müssen die Kartons dann noch irgendwo zwischengelagert werden. Und schließlich beginnt das große Herumrücken, um den optimalen Standort der Lautsprecher im Raum zu finden. Wie viel einfacher ist da ein hübscher, kleiner Karton mit einem Vollverstärker. Der Karton kommt in den Keller, der Verstärker ins HiFi-Regal und ab dafür.

T.A.C. V-88

Der T.A.C. V-88 (Tube Amp Company, Web: www.vincent-tac.de) hat es mir dann doch nicht ganz so leicht gemacht. Das Paket hatte die Größe eines veritablen Überseekoffers und wog schlappe 43 kg, wovon nach dem Auspacken noch gut 34 kg übrig blieben. Beim Entblättern kam mir so eine russische Puppe, in der immer wieder eine kleinere Puppe steckt, in den Sinn. Ok, ich will Sie jetzt nicht weiter mit den Leiden eines HiFi-Redakteurs belästigen. Irgendwann stand der Röhrenverstärker T.A.C. V-88 auf meinem Regal und machte Musik. Und wie! Aber bevor ich jetzt anfange, Ihnen von den musikalischen Talenten des Amps vorzuschwärmen, muss ich noch ein paar andere Punkte ansprechen.

Der erste Punkt ist ganz pragmatisch und unter Umständen wichtig, falls Sie sich denn so gar nicht mit Röhrenverstärkern auskennen sollten.

T.A.C. V-88

Die meisten Röhrenverstärker werden nicht mit Röhren bestückt geliefert. Die erste Amtshandlung des neuen Besitzers ist für gewöhnlich, die separat beigepackten Röhren in die richtigen Sockel zu stöpseln. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, beschreibt dabei - meist recht ausführlich - die Bedienungsanleitung. Beim T.A.C. V-88 stecken die Röhren dagegen fertig in ihren Sockeln. T.A.C. V-88Zum Schutz der Glaskolben beim Transport wurde ihnen aber jeweils ein Styroporblock übergestülpt. Die erste Maßnahme bei der Inbetriebnahme des V-88 sollte also darin bestehen, die vier Schrauben, die den Deckel halten (die „Abschlusskappen“ der vier Säulen an den Ecken des Verstärkers) abzuschrauben, den Deckel abzunehmen und die Styroporteile über den Röhren zu entfernen. Die recht karge, englischsprachige Bedienungsanleitung geht darauf gar nicht ein. Ich möchte mal wissen, wie sich der Vertrieb herausredet, wenn jemand das Teil „out of the box“ einschaltet und sich dann beschwert, weil ein durch schmelzendes Styropor entfachter Schwelbrand das Wohnzimmer demoliert hat. Andererseits glaube ich aber auch nicht, dass jemand, der mit der Thematik Röhrenverstärker nicht vertraut ist, mal schnell 5.000 Euro für so ein Teil raushaut. Und wenn, hilft ihm dabei hoffentlich ein kompetenter Händler.

 

 

 

 

 

Im Test:

Röhren-Vollverstärker:
T.A.C. V-88

Preis: 4.999 Euro

Vertrieb:
Sintron-Vertriebs GmbH

Telefon: 07229 - 18 29 98
eMail: info@sintron.de
Web: www.vincent-tac.de


 

Equipment:

Quellen:

analog:
Thorens TD 160 HD
(mit TP250 Tonarm &
Benz Micro MC Gold
Tonabnehmer)

digital:
Creek CD 43 Mk II
Logitech Transporter


Verstärker:

Phono-Pre:
Lehmann Black Cube SE II

Vollverstärker:
Jadis Orchestra blacksilver
Exposure 2010 S

Lautsprecher:
Gaithain ME150

Kabel:
NF: Vampire CC
LS: Fast Audio Compact 6M in Biwiring-Konfiguration

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hat es mir dann doch nicht ganz so
leicht gemacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

styroporteile rausnehmen