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Test: Marantz PM-14S1 SE und SA-14S1 SE | Vollverstärker und CD-Player | Preis: je 2.499 Euro

Spezialfälle

Marantz PM-14S1 SE und SA-14S1 SE | Vollverstärker und CD-Player

März 2016 / Jörg Dames

Eigentlich wirken solche Vergleiche ja immer ein bisschen wie an den Haaren herbeigezogen, finde ich, aber wie unsere aktuellen Probanden – der Vollverstärker Marantz PM-14S1 Special Edition und der CD-Player Marantz SA-14S1 Special Edition (www.marantz.de) – da so in meinem Rack parken, komme ich dennoch nicht umhin zu denken: „Wie die VW-Golfs des HiFi.“ Optisch nicht gerade übertrieben aufregend, aber wertig designt, strahlt das Marantz-Duo unaufgeregte Zuverlässigkeit aus.

Marantz SA-14S1 SE

Ein Eindruck, der von der Haptik unterstrichen wird: Die mechanische Qualität der Schalter, Regler und Schnittstellen, die resonanzarmen, fünf Millimeter starken Gehäusedeckel, die generelle Oberflächenqualität oder auch die gummibeschichtete CD-Lade zählen unter anderem zu den Details, die suggerieren, dass der Hersteller bei der Konzeption der Geräte durchaus besondere Akkuratesse hat walten lassen.

Marantz PM-14S1 SE

2.499 Euro je Gerät liegen zwar klar über „Kleinwagen-Hifi“-Niveau, aber für ambitionierte Musikhörer, die sich etwas „für lange“ zulegen wollten, sicherlich in der Vernunftspreisklasse. Spätestens bei der Kommunikation umweltrelevanter Daten trennen sich aber die Wege zwischen unseren 14S1 SE und den bereiften Untersätzen aus Wolfsburg:

Statt der auf der Marantz-Webpage angegebenen eher unschmeichelhaften 220 Watt, die wohl höchstens im Partybetrieb erreicht werden, gönnt sich der Amp realiter gerade mal 30 Watt im Leerlauf und im normalen Fahrbetrieb nicht viel mehr. Ein guter Wert für einen doch schon recht PS-starken Class-A/B-Verstärker (2 x 90 Watt/8 Ohm), der zudem mit erfreulich geringer Wärmeentwicklung einhergeht. Und als ob das in Sachen Energieeffizienz noch nicht genug sei, schaltet sich der PM-14S1 SE nach 30 Minuten Leerlauf automatisch in den Standby-Betrieb (was sich allerdings auch deaktivieren lässt).

Marantz PM-14S1 SE
Der Marantz PM-14S1 SE von innen

Der SA-14S1 SE ist dem Amp mit 23 Watt (37 Watt deklariert) in puncto Energiehunger schon recht nah auf den Fersen - erstaunlicherweise aber auch in Sachen Gewicht: Über 15 Kilogramm sind für einen Player jedenfalls schon eine Ansage, da werden sicherlich nicht zuletzt der kräftige Ringkerntrafo, der massive Gehäuseaufbau, aber auch die zusätzliche Bodenplatte zur Chassis-Verstärkung beziehungsweise Resonanzminimierung ein Wörtchen mitreden. Der PM-14S1 SE, obwohl ebenfalls kein Leichtgewicht und mit dem gleichen vorbildlich wertigen Gehäusekonzept aufwartend, bringt gerade mal ein Drittel mehr auf die Waage.

Marantz PM-14S1 SE
Das Anschlussfeld des Marantz PM-14S1 SE beherbergt unter anderem Phono MM/MC sowie Pre Out und Power Amp Direct. Die Hochpegeleingänge sind ausschließlich als Cinchvarianten ausgeführt

Marantz deklariert für seinen PM-141 SE unter anderem eine „Lineare Lautstärkeregelung“ und greift hierbei auf ein Konstruktionsprinzip der Premiummodelle zurück. Um ein besseres Signal/Rausch-Verhältnis zu erreichen, kommt eine Kombination aus IC (MAS6116 von Micro Analog) und den hauseigenen HDAM-SA3 zum Einsatz, wodurch eine gleitende Lautstärkereglung im Bereich von 0 bis –100 dB in Schritten von ±0,5 dB möglich wird. Apropos HDAM-Technologie, diese Marantz-Spezialität kennen wir ja auch von anderen Geräten der Japaner: Im Grunde handelt es sich dabei um aus diskreten Bauteilen aufgebaute Operationsverstärker, die insbesondere durch eine große Bandbreite, hohe Stromlieferfähigkeit und insgesamt „schnelle“ Arbeitsweise glänzen sollen. Die HDAMs existieren in verschiedenen Versionen und gelangen in den Komponenten an unterschiedlichen Stellen zum Einsatz: „Das Besondere für uns hieran ist“, so Marantz, „dass sie im Vergleich zu integrierten Bauteilen noch Möglichkeiten zum klanglichen Feintuning bieten. Und das nutzen wir hier voll aus.“

Marantz PM-14S1 SE
Das Display beziehungsweise die Illuminierung der Bedienfelder des Marantz PM-14S1 SE lassen sich per Knopfdruck auch deaktivieren

Im Inneren des Marantz SA-14S1 SE werkelt ein Texas Instruments DSD1792, mit dem der Japaner PCM-Signale bis 192 kHz/24 Bit (über Coax, Toslink, USB) sowie Super-Audio-CDs verdauen kann. Über seinen rückseitigen USB-B-Anschluss kann man ihn darüber hinaus auch mittels DSD2.8/DSD5.6 (DoP) füttern (den USB-Treiber finden Sie hier). Frontseitig hat’s ebenfalls eine USB-Schnittstelle, die aber nicht fürs Hören mittels Rechner taugt, sondern insbesondere für iDevices kompatibel ist. Löblich ist, dass der SA-14S1 SE auch einen 6,3-mm-Kopfhörerausgang bietet - ebenso wie der PM-SA14S1 SE übrigens -, dessen zugrundeliegende Schaltung, so Marantz, „deutlich aufwändiger gestaltet als beim Verstärker“ sei. Als Dreingabe kann er sich auf jeden Fall hören lassen, ich hatte kurz meinen Shure SRH-1840 angestöpselt und empfand die Wiedergabe als sauber durchgezeichnet, klar und neutral – über meinen Funk MTX Monitor V3b (ein ehemals um die 2.700 Euro kostender Vorverstärker), der ebenfalls über eine solche Dreingabe verfügt, tönte es einen Tick verhangener, weniger aufgeräumt-präzise, dafür etwas wärmer und weniger distanziert.

Marantz SA-14S1 SE Rückseite
Die Rückseite des Marantz SA-14S1 SE

Zu den inneren Werten des Marantz SA-14S1 SE zählt nicht zuletzt ein kräftiger Ringkerntrafo - über seine zwei Abgriffe wurden getrennte Netzteile für die Analog- und Digitalschaltkreise realisiert. Eine in den Specs hervorgehobene „Potenzialausgleichschiene“ aus Kupfer soll einen möglichst ungehinderten Potenzialausgleich für die Cinch-Schnittstellen sicherstellen. Gleichmäßige Masseverhältnisse und damit einhergehende geringe Impedanz „sind hier klanglich entscheidend“, so Marantz.

Fernbedienung
Dem SA-14S1 SE und dem PM-14S1 SE liegen identische Fernbedienungen bei, mit denen sich jeweils beide Geräte einheitlich komfortabel steuern lassen

Bei der CD/SACD-Wiedergabe bietet der Marantz SA-14S1 SE zwei Filtercharakteristiken an, zwischen denen für etwaige Hörvergleiche bequem mit der Fernbedienung hin- und hergeschaltet werden kann. „Filter 1“ bietet kurze Impulsreaktionen für Pre- und Post-Echo, „Filter 2“ setzt eher auf Homogenität beziehungsweise Echo-Symmetrie und soll „analoger“ tönen. Nun, die klanglichen Unterschiede geben sich äußerst subtil, aufgrund des minimalen Quäntchens mehr Hochtondifferenzierung gelangte während des Testhörens aber durchweg „Filter 1“ zur Anwendung.

Marantz SA-14S1 SE innen
Das Innenleben des Marantz SA-14S1 SE

 

Händler, die Marantz führen:

 

 

 

Im Test:

Vollverstärker und CD-Player: Marantz PM-14S1 SE und SA-14S1 SE

Preis zum Testzeitpunkt:
je 2.499 Euro

Hersteller/Vertrieb:
Marantz Deutschland D&M Germany GmbH

Telefon: 0541/404660

eMail:
info@marantz.de
Web:
www.marantz.de

 
Größe des Hörraums: Grundfläche: 29 m²
Höhe: 3,3 m

 

Equipment:

Quelle:
Laptop mit JRiver MC im Verbund mit Auralic Aries und D/A-Wandler Electrocompaniet ECD 2, CD-Player Fonel Simplicité

Lautsprecher:
Sehring 902
Quadral Megan VIII

Verstärker:
Vollverstärker:
Abacus Ampino
Vor-/Endverstärker:
Funk MTX Monitor V3b
NuForce Reference 20

Kopfhörer/-verstärker:
Audeze LCD-2, AKG K712 Pro, RHA T20, Shure SRH 1840, NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Kabel:
NF: Straight Wire Virtuoso
LS: WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo, Reson LSC 350
Netz: Quantum-Powerchords, Tellurium Q Black, Hifi-Tuning Powercord Gold inkl. IeGo-Konfektionierung, Netzleiste HMS Energia
USB: BMC Pure USB1, Chord USB SilverPlus

Rack:
Lovan Classic II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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