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Test: Sonic Impact T-Amp

Die wollen uns wohl verschaukeln ...

Sonic Impact T-Amp

Juli 2007 / Ralph Werner

Ja, ich weiß, es ist nicht mehr der allergeheimste Tipp und nein, ich habe nicht vor, einen Romanzyklus über den Sonic Impact T-Amp 5066 zu schreiben. Allerdings bin ich schon der Ansicht, dass nicht schnurstracks zum Dreisatz "Technik, Finish, Klang" übergegangen werden kann.
Denn zunächst gilt es, sich von einigen Vorurteilen zu verabschieden. Dies einerseits, um die Performance dieses Verstärkers überhaupt erst einmal angemessen würdigen zu können und andererseits, um sich von der Unverhältnismäßigkeit der Relation "Klang pro Euro" nicht dauerhaft irritieren zu lassen ...

Aber langsam, worum geht es eigentlich? Die Rede ist von einem (im wahren Sinne des Wortes) kleinen Vollverstärker mit dem Namen "T-Amp 5066" - hergestellt von dem in Kalifornien beheimateten Unternehmen Sonic Impact Technologies. Diese noch recht junge Firma konzentriert sich vornehmlich auf Zubehör für mobile Audio-Anwendungen - im Klartext: auf iPod Zubehör. Der Siegeszug des Apple-Players hat nicht nur die Musik-Industrie kräftig wachgerüttelt - auch Hardware-Anbieter sprießen seitdem aus dem Boden, die mit mehr oder weniger sinnvollen "Drumherum" am Boom partizipieren wollen. Und so hat auch Sonic Impact eine portable Dockingstation mit integrierten Kleinst-Lautsprechern zu bieten. Das Ganze in einem schicken Case, welches mit einem Reisverschluss versehen ist - für die Handtasche sozusagen. Auch eine Home-Dockingstation ist im Angebot sowie kleine, flache Lautsprecher die, am Laptop oder mp3-Stick angeschlossen, eine gute Figur machen sollen. Und es gibt den mobilen Vollverstärker "T-Amp".

Sonic Impact Technologies sieht sich eher im Lifestyle-Sektor beheimatet. Das offenbart auch ein Blick in den "Press Room" auf der Homepage des Herstellers: Viele bunte Cover interessanter Zeitschriften sind dort zu sehen - wohl um zu zeigen, dass die Resonanz auf ihre Produkte recht beachtlich war (und ist). Über "Men's Fitness" und "Surf" bis zum "Playboy" und dem "Penthouse" geht die Berichterstattung. Die Tatsache, dass ich schon lange von der Aufzählung "Playboy, Penthouse und nun auch bei fairaudio!" träume, ist allerdings nur ein Grund für den vorliegenden Test.

Nun aber ernsthaft. Sie werden sich vielleicht fragen, was denn bitteschön ein batteriebetriebener "mp3-Stick-Verstärker" in einem ernsthaften HiFi-Magazin zu suchen hat. Nun, quer über den Globus wird Kunde über diesen kleinen Digi-Amp verbreitet, der nur ziemlich schmalbrüstige fünf Watt bietet, aber umso mehr Klangpotential besitzen soll.

Sonic Impact T-Amp von oben

Was tun, wenn gestandene HighEnder sich selbst von einem Plastikgehäuse nicht abschrecken lassen, gegenüber dem eine TCM-Kaffemaschine wahrlich wehrhaft aussieht? Sondern - ganz im Gegenteil - in einer Art und Weise über diesen Verstärker schreiben, die schon fast verzweifelt zu nennen ist. Schauen Sie doch einmal in seriösen und gut gemachten Web-Magazinen wie 6moons.com (oder bei tnt-audio.com) nach den entsprechenden Stellen. Oder sehen Sie sich in Internet-Foren um: Auch ich halte nicht alles für Gold, was dort zu lesen ist - aber in dieser Häufung? Und was den deutschen Printbereich betrifft: Sogar die renommierte "image hifi" war sich nicht zu schade für einen kurzen Bericht zum T-Amp. Hinweise darauf, dass es sich beim Sonic Impact-Verstärker um ein interessantes Produkt handeln könnte, gab es also genug - da konnten wir bei fairaudio schlechterdings kaum widerstehen ...

 

Preise & Beschaffung

Über die Homepage des Herstellers lässt sich der T-Amp für 39 $ beziehen. Für ein passendes Netzteil müssen noch einmal 20 $ "investiert" werden. Unser Testproband liegt also in der noch wenig erforschten "Sub-60-$"-Klasse. Wer nicht in den USA direkt bestellen möchte, kann den T-Amp auch in deutschen Landen kaufen, beispielsweise von spektrumaudio.de für 75 € incl. Netzteil. Freilich lässt er sich auch bei eBay finden.

Sonic Impact T-Amp: Das Set

Sie lächeln? Ja, manche Dinge sind wahrscheinlich zu günstig, um wahr zu sein. Bei den allermeisten HighEndern dürfte der Monometer Lautsprecher-Kabel ein Vielfaches dieses Verstärkers kosten. Der Gedanke drängt sich auf, dass das kein Schnäppchen ist, sondern eher lachhaft ...

 

 

Technik & Finish

Das dieser Amp überhaupt von experimentierfreudigen HiFi-Enthusiasten entdeckt worden ist, dürfte dem Umstand zuzuschreiben sein, dass in seinem Inneren der Chip eines gut beleumundeten Halbleiter-Herstellers die Hauptrolle spielt: nämlich der Tripath TA2024. In stärkeren Versionen konnte dieser schon bei anderen Herstellern glänzen - so beispielsweise bei Bel Canto.

Der Tripath-Chip

Die Tripath-Chips beruhen auf einem Konzept, welches der Hersteller mit dem Namen "Digital Power Prossesing®" bezeichnet. Diese Technik soll die klangliche Güte von Class-A/AB Verstärkern mit der Effizienz von Class-D Schaltungen kombinieren.

Im Grunde handelt es sich dabei um eine Variante Art der Class-D Technik. Bei dieser wird durch die sogenannte Puls-Weiten-Modulation das eingehende Musiksignal in ein Rechecksignal transformiert. Wesentlich ist nun, dass dieses Rechtecksignal zwar eine einheitliche Amplitude und Frequenz besitzt, aber eine unterschiedliche Breite der "Rechtecke", der "An/Aus-Informationen". Hierin liegt der Grund für die hohe Effizienz dieses Schaltungsdesigns: Die Transistoren werden "ganz oder gar nicht" geschaltet, nur eben unterschiedlich lange. Und weil so kein Ruhestrom fließt, fällt auch kaum Verlustwärme an. Allerdings muss, da das Eingangssignal auf eine Trägerfrequenz moduliert wurde, am Ausgang eine Filterung vorgenommen werden, die den "Träger" wieder von der "Musik" abzieht.

Sonic Impact T-Amp: SMD-Details

Hier setzt die von Tripath unternommene Modifikation an. Es wird nicht, wie sonst üblich, mit einer fixen Trägerfrequenz gearbeitet, sondern mit einer variierenden, die zudem in einer wesentlich höheren Region angesiedelt ist. Tripath-Chips arbeiten mit durchschnittlich 600-700 kHz - bei Spitzenwerten von bis zu 1,5 MHz. Gängig sind sonst eher 100-300 kHz. Eine bessere Ausgangsfilterung wird sich hiervon versprochen - Residuen der Trägerfrequenz im Musiksignal soll so endgültig der Garaus gemacht werden. Des Weiteren soll der Tripath-Chip mit einer Art Intelligenz versehen sein, die die Charakteristika der Ausgangstransistoren "kennenlernt" und bei der Steuerung mitberücksichtigt. Tripath hat sich diese Technik unter dem Markennamen "Class-T®" eintragen lassen. (für weitere technische Details hier das Tripath-pdf)

 

Was sind also unterm Strich die Vorteile der Class-D Technik?

  • Da kaum Verlustleistung entsteht, können voluminöse und teure Kühlkörper entfallen, das Design wird einfacher, leichter - und damit auch preiswerter.
  • Wenn am "Verstärkungs-Ende" weniger verloren geht, sind am Eingang auch keine riesigen Reserven notwendig. Sprich: Die Stromversorgung kann kleiner dimensioniert werden. Was wiederum Gewicht, Aufwand und Kosten spart.

Wird mit dieser Technologie ein klanglich ebenbürtiges Ergebnisse erzielt, wie es mit guten Class-A Verstärkern möglich ist - und das behauptet Tripath ja - dann dürfte eigentlich eine kleine Revolution im Verstärkerbau anstehen. Denn solchen ökonomischen Vorteilen kann kaum jemand widerstehen.

Aber wenn der Massenmarkt um Potenzen größer ist, als der HighEnd-Bereich und Letzterer zudem recht konservativ darauf besteht, dass ein Verstärker zwar gut für die Ohren, aber schlecht für die Bandscheiben zu sein hat ... Warum sollte die neue Technik dann zuerst bei uns Klang-Connaisseuren Verwendung finden? Und nicht in DVD-Playern für 59,95 €? Eine Überlegung wäre, einfach zentimeterdicke Bleiplatten in Digital-Amps zu legen. So ließe sich bestimmt eine höhere Akzeptanz finden. Es darf dann ja durchaus etwas von einem resonanzoptimierten Gehäusedesign erzählt werden und ... okay, ich hör' schon auf. ;-)

Im Test:

Vollverstärker:
Sonic Impact T-Amp 5066

Sonic Impact Technologies
www.si5.com

UVP: ab 59 $ (mit Netzteil)


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
audiolab 8000CD
Wandler: Benchmark DAC1

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Dussun V8i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Funk BS-2, van den Hul Integration Hybrid, Zaolla Reinsilber NF

LS: Fast Audio Copact M6, Ixos 6006 Gamma, ZU Audio Libtec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

playboy, penthouse und nun auch bei fairaudio!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die wenig erforschte "sub-60-$"-klasse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der tripath-chip

 

 

 

 

 

 

 

class-d ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

... class-t

 

 

 

 

 

 

der amp in der revolte?