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fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"... so klingt es mit dem classic 6.6 auch: der bass schiebt. treibt."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"bassdrum: man muss sie mit dem magen hören können ..."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"der classic 6.6 führt stets den gröberen pinselstrich ..."

 

 

 

 

 

 

 

"wunderkind?"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hören!

Test Classic 6.6 

"Culture Of Complaint" von Grassy Knoll: Ein atmosphärisches, rhythmisches Stück - dicht instrumentiert. Facettenreich aufgrund vieler kleiner "Soundschnipsel" und flankiert von einem treibenden, bisweilen waberndem Bass, der das Stück geradezu trägt. So muss das jedenfalls theoretisch klingen, ansonsten geht Genuss "über die Wupper". Aber so klingt es mit dem Classic 6.6 auch: Der Bass schiebt. Treibt. Ist prall und dennoch präzise. Im richtigen Maße präsent. Dreidimensional löst sich dabei das Klangbild von den Sehring 703SE - und zwar über den gesamten Frequenzbereich. Die Toms, die Rassel, das Saxophon: Alles strömt einem authentisch dosiert entgegen. Zwar nicht unbedingt fein säuberlich aufgefächert, aber: Endlich mal ein Verstärker, der nicht nur distinguiert, vornehm zurückhaltend mit schwarzer Fliege und ausschließlich von der Grundlinie weg serviert. Schön, so bade ich gerne in guter Musik. Mein erster Eindruck ist: Wir haben es auf jeden Fall mit einem emotionalen Typen zu tun.

 

audioplan
BassoContinuo
Transrotor
Nubert

 

Next turn: Die Thiel CS 2.4 an den Classic 6.6 geschnallt - Arbouretum stimmt "The Rise" an. Gleich Eingangs "erheben" sich Hi-Hat und Bassdrum und spielen - ganz für sich - ein Duett. Live-Atmosphäre kommt auf. Ich habe vor Ewigkeiten selber (leidlich) Schlagzeug gespielt. So muss eine Bassdrum klingen: Druckvoll, konturiert und satt. Man muss sie mit dem Magen hören können - am besten unter Volume out of Control. Der Classic 6.6 schleudert einem die Kicks buchstäblich entgegen. Das kann - von den vergleichsweise herangezogenen Verstärkern - sonst keiner so eindrucksvoll (mit Ausnahme des Dussun V8i natürlich ...) Auch ein Accuphase E-212 nicht. Aber - was die Auffächerung des Stückes in die Breite angeht: Das gelingt anderen zum Teil besser - nicht nur dem Japaner. Ein wenig wirkt die Bühne wie ein Keil: Sie löst sich einerseits angenehm von den Boxen, andererseits stehen die Instrumente - auf die Bühnenbreite bezogen - ein bisschen dicht beieinander.Hochwertige Sicherungen Classic 6.6 Ein C.E.C AMP5300 beispielsweise sortiert hier deutlich besser - ohne allerdings den Druck und die emotionale Gegenwart des Classic 6.6 zu erreichen. Auch was den bronzenen Arbeitsbereich des Schlagzeuges betrifft: Hi-Hat und Becken wirken beim Chinesen gröber sowie ein wenig omnipräsent. Ganz empfindliche Ohren laufen dadurch Gefahr, auf Dauer ein wenig um ihre Entspannung gebracht zu werden. Letzteres ist allerdings auch von den angeschlossenen Lautsprechern abhängig: Eher zurückhaltend agierenden Lautsprechern - wie der Spendor S3/5 - haucht der Classic 6.6 durch seine forsche Gangart im oberen Mittenbereich sogar eine "genussfördernde" Lebendigkeit ein. By the way: Lohnend ist tatsächlich ein Upgrade der Gerätesicherungen.

Nach einigen weiteren standardmäßig aufgelegten Test-Scheiben, wollte ich es zum Schluss musikalisch ein wenig larmoyanter werden lassen: "Politik" und das bekannte "In My Place" von Coldplay. Der erste Song startet gleich mit einem mittelheftigen Getümmel aus Becken, sonstigem Schlagwerk, Bass und nahezu kaum bemerkbaren Pianoanschlägen. Die richtige Übersicht darüber vermag der Classic 6.6 analytisch nicht zu gewinnen. Es bleibt eher kompakt. Nicht unbedingt störend - eingebunden in die Musik wird man dennoch. Aber ein Quäntchen zusätzliche Faszination schafft beispielsweise ein Myryad MXI2080 (demnächst im Test bei uns) im Vergleich schon: Immer dann, wenn das letzte Funkeln der Obertöne eines angeschlagenen Beckens zu hören ist und das Piano im weiteren Verlauf des Stückes mit Schmelz dahinplätschert. Der Classic 6.6 führt stets den gröberen Pinselstrich, "duscht" aber dabei den Hörer - gerade im zweiten Song - angenehm druckvoll ab. Ja, die Sibilanten wirken schon ein wenig vordergründig, aber man wird durch die allgegenwärtige Energie, die sich nach vorne öffnende Bühne und die daraus resultierende Spielfreude wahrlich entschädigt.

Fazit

Ich habe Anzeigen im Internet gelesen, dort wurde der Classic 6.6 als Wunderkind gepriesen, welches etablierte Vollverstärker der 5.000 Euro-Klasse Mores lehren sollte. Gut, ein wenig Hybris ist sicherlich die Würze guten Marketings - womit wir wieder am Anfang dieses Testes wären ...

Unter einer hohen Anspruchshaltung wollten wir den Classic 6.6 aber dennoch unter die Lupe nehmen. Classic 6.6 LautstärkeradWas die äußere Verarbeitung und den Materialeinsatz betrifft, wird für einen Preis von 900 EUR tatsächlich Außergewöhnliches geboten. Was klangliche Aspekte angeht, gilt dies ebenso. Man muss ja deswegen nicht gleich "Wunderkind" sein. Für 1.000 EUR gibt es reichlich Verstärker am Markt, welche ähnliche Schwächen aufweisen - und dass, ohne die Stärken, die der Classic 6.6 innehat, derart eindrucksvoll zu zelebrieren. Wer es zupackend und emotional liebt, sich gerne von einer hoch involvierenden, nach vorne preschenden Bühnendarstellung verzaubern lässt und zudem einen Verstärker sucht, der fast jede Box kontrolliert an die Zügel zu nehmen vermag - dem ist unbedingt anzuraten, sich mit dem Classic 6.6 näher zu beschäftigen. Selbst dann, wenn ein größeres Budget zur Verfügung stehen sollte. Zumal es genügend Lautsprecher am Markt gibt, die von seiner durchaus forschen Wiedergabe geradezu profitieren.

Der Vollverstärker Classic 6.6 charakterisiert sich also durch ...

  • eine emotionale, vorantreibende Spielweise.
  • kontrollierte Ansteuerung - selbst von Lautsprechern, die ein problematisches Lastverhalten aufweisen.
  • ein "Nach-Vorne-Lösen" der Musik von den Lautsprechern und eine dabei nicht allzu aufgefächerte Bühnendarstellung, was die Breite betrifft.
  • einen authentischen, faszinierenden Bassbereich.
  • hochwertige Verarbeitung.
  • eine leichte Betonung der oberen Mitten.
  • eine eher kompakte bzw. weniger analytische Wiedergabe.

 

"Nothing was planned," ... "It just happened."

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zum hersteller: www.yushang-audio.com
(z.Z. nicht aktiv)