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fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

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zu druid

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

thiel c.s. 2.4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wharfedale opus² 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

moral von der geschicht' ...

 

 

 

 

 

 

audiolab Pre 8000Q und Monos 8000M

... nämlich fast keinen. Und das im durchaus emphatischen Sinne: Old-School-HiFi eben - aus einer Zeit stammend, in der noch nicht jeder Zweite mit "warm & analog klingend" warb. Tonal gelingt es mir einfach nicht, den audiolabs groß etwas anzukreiden. Damit ist nicht gesagt, dass sie an allen Wandlern gleich gut tönen - nicht immer gefällt es mir. Aber dies laste ich nicht ausschließlich der Verstärkung an, sondern sage: "Auf die Kombination achten!" Und so erwischte ich mich dabei, dass ich Für und Wider der einzelnen Wandler erwog, während doch eigentlich die Beurteilung des audiolab Pre/Mono-Gespanns anstand. Also, um es so knapp und sachlich zu erklären, wie es den audiolabs gebührt: Keine Bevorzugung eines bestimmten Frequenzbereichs, sehr linear und transparent, deutlich, aber ohne Härten. (Und um der Kürze ihre Würze gleich wieder zu nehmen: Freilich lässt sich dies auch anders lesen. Dem "klangfarbenstarken Röhrenzauber" Erlegenen dürften die audiolabs "zu kalt" und streng sein. Sie malen nicht, schon gar nicht pastellig ... Das muss man mögen oder eben woanders suchen.)

Das zweite besondere Kennzeichen - neben der tonalen Neutralität - ist die erstklassige Raumdarstellung, die diese Kombination ermöglicht. Natürlich hatte ich mir gerade in dieser Hinsicht auch etwas von dem Einsatz der Monoblöcke versprochen - aber nicht jede Theorie geht auf. Hier schon. Und das der "Bühnenzauber" tatsächlich von den Monos ausging, zeigte sich, wurde die Endverstärkung einem anderen überlassen: Die Tiefenstaffelung geriet in Bedrängnis und auch die Lokalisationsschärfe nahm meist ab. Vor allem aber änderte sich die Form der Tiefe von eher viereckig in wieder "normal" halbkreisförmig. Hm, können Sie sich das vorstellen? Statt vieler Worte, schnell mal eine Skizze:

Schema Tiefenstaffelung

Nicht jede Platte bedarf dieser Fähigkeiten, aber Klassik profitiert ganz klar und auch ein Jazzclub wird geräumiger. Bei Lutoslawskis Chain 2 fiedelt die Violine plötzlich hinter dem Lautsprecher. He, das geht doch gar nicht! Geht wohl doch ... Sehr nett. Auch bricht die saubere Sortierung der Instrumente bei stürmischeren Passagen um keinen Deut ein. Durch diese Stringenz in der Raumaufteilung und durch die "gewonnen Ecken" ist das Lutoslawski / Chain II + IIIOrchester einfach durchhörbarer, die gesamte Darstellung zeigt sich transparenter. Der Dussun V8i ist von ähnlichem tonalem Schlag (strammer im Bass, in den Höhen nicht so deutlich, aber insgesamt auch sehr neutral), aber diese präzise und vor allem tiefe Bühne schafft er nicht. Eine "große" Kleinigkeit, denn solch musikalisches Programm lebt von Rauminformationen.

Diese beiden Kennzeichen - klangliche Neutralität und hervorragende Raumdarstellung - zeigen sich bei wechselndem Programm immer wieder:

 

Calexico / The Black Light

Calexico / The Black Light

 

  • Hall der Aufnahme deutlicher
  • Track 10: Detaillierter im Hochton

 

 

 

 

Sufjan Stevens / Illinoise

Sufjan Stevens / Illinoise

 

  • Track 9: Background-Chor besteht aus einzelnen Stimmen, kein
    Konglomerat. Durchsichtiger, strukturierter.

 

 

The Chemical Brothers / We Are The Night

Chemical Brothers /
We Are The Night

  • Track 8: Soundschichten werden sauber gestapelt und auseinandergehalten.
  • Track 1: Böse geht auch!

 

 

Tord Gustavsen Trio / Changing PlacesTord Gustavsen Trio /
Changing Places

 

  • kein "Klangmaler", transparent, nüchtern, etwas streng. Raum!

 

 

 

... und so weiter, um mal ein wenig O-Ton aus dem Notizblock zu bringen. Und - wie schon angemerkt - auch an unterschiedlichen Wandlern lassen sich die audiolab-Grundzüge klar ausmachen, aber das gerät etwas verwickelter ...

 

Dynaudio Xeo
hifisound
Elipson
ABACUS electronics

 

ZU Audio DruidDie ZU Audio Druid ist ein Lautsprecher, den ich sehr schätze: unheimlich schnell, erstklassige Dynamik und ein freies, räumliches Klangbild. Dazu eine völlig kohärente Mittenwiedergabe. Was sie (prinzipbedingt) nicht kann, ist echten Tiefbass liefern - da sie aber auch keinesfalls magersüchtig klingt, habe ich mich schnell damit arrangiert. Was mir dann und wann aber doch fehlt, ist ein Schuss mehr Hochton. Erfreulicherweise bekomme ich den, als ich die audiolabs 8000 Q + M anschließe. Nun, die Druid verwandelt sich nicht in ein Hochtonbändchen, aber es ist schon so, dass "oben" ein deutlicheres Verhalten eintritt - kein mikroskopisches Sezieren, aber auch keine Härten. Dieser Breitbänder klingt mit den audiolabs breitbandiger. Die Änderung in der Bühnendarstellung fällt freilich nicht "weltbewegend" aus - die Druids sind hier eh schon klasse. Allerdings ist die oben skizzierte "Tiefenform" zu konstatieren - und die Steigerung bei der Lokalisationsschärfe ist doch recht deutlich. Dies ist die präziseste Abbildung von allen Verstärkern, die ich an diesem Wandler im Laufe der Hörsession angeschlossen habe (siehe grauer Kasten, Seite 1). Fazit: Dieser Lautsprecher klingt mit den audiolabs transparenter in den oberen Oktaven und gewinnt Präzision beim "Bühnenaufbau". Fein.

 

Thiel C.S. 2.4Die Thiel 2.4 ist ein ganz anderer Wandler: Ein Feinmechaniker, sehr genau und kleinteilig werden alle Informationen weitergereicht. Emotionaler Überschwang gilt ihr als "sachlich inadäquat". Zehn Zentimeter von der optimalen Abhörpositon entfernt, klärt sie einen darüber auf, dass sie zehn Zentimeter in die falsche Richtung bewegt wurde. Den Spruch: "Passt, wackelt und hat Luft.", den hat sie wahrlich nicht erfunden. Ein Abhörwerkzeug. Ich hatte so meine Befürchtungen: Auf die Punkte "Neutralität, Transparenz, räumliche Präzision" ist die Thiel wirklich nicht angewiesen, sie besitzt diese Eigenschaften schon in hohem Maße. Räumlich wurde durch die audiolab-Verstärkung auch nichts entscheidendes mehr hinzugewonnen. Befürchtete tonale Härten blieben zwar aus, aber ... Nun, sagen wir einmal: "klinisch rein, kein Fitzelchen Staub ist auszumachen, ganz unwahrscheinlich sauber." Korinthen... wäre ein bisschen hart, aber so manchen dürfte unbehaglich werden. Irgendetwas Entscheidendes fehlt hier. Die Attacke ist es bestimmt nicht. Eher das, was nach der "Initialzündung" eines Klanges folgt - der (körperreiche) Ausklang. Insgesamt gleicht das Klangbild eher einer guten Skizze, denn einem vollfarbigem Porträt. Gefällt mir nicht. Keine so gute Kombination.

 

Wharfedale Opus II-3Wie entscheidend die Wahl des richtigen Verstärkers bei einem Lautsprecher sein kann, durften wir dann mit der Wharfedale Opus 3 erneut erleben. Ich möchte hier nicht dem noch kommenden Testbericht vorgreifen, aber sagen wir einmal so: Auge in Auge mit vier 25er Carbon-Basstreibern liegt man mit dem Anfangsverdacht, "die können wohl auch mal zur Sache kommen", nicht ganz daneben - mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich führt. Dann wurden die audiolabs angeschlossen, der erste Track eingelegt - und zwei Leute fragten sich, was denn eigentlich hier abgeht?! Schlicht und ergreifend alle Parameter waren betroffen: Der Bass gestaltete sich um Längen trockener, straffer. Der Mittelton - befreit von Übergriffen aus den tieferen Lagen - spielte im besten Sinne neutral und entschlackt. Dies machte wiederum das gesamte Klanggeschehen viel durchsichtiger und nachvollziehbarer als zuvor. Gut, den Hochton gestalteten die audiolabs auch nicht zur letzten Instanz in Sachen Auflösung - aber gleichzeitig deutlich und nicht nervig. Am beeindruckendsten geriet die Verwandlung aber in Sachen Raumdarstellung: "Sag mal, das kenn' ich doch eigentlich von der Thiel ...?", war entsprechend der perplexe Kommentar. Die Präzision der Abbildung lag schlicht zwei Ligen höher, breiter wurde die Bühne zwar nur etwas, aber tiefer ganz deutlich. Kein angestrengtes "Durchwursteln" à la "was tönt denn da hinten links?" Jetzt wurde mit offenen Karten gespielt, nicht gemutmaßt. Die audiolab Tugenden: Neutralität, Transparenz, Raumdarstellung - mit der Opus 3 kamen sie klasse zur Geltung. Eine sehr interessante Kombination. Der Ökonom spricht in solchen Fällen von "Win/Win".

Und die Moral von der Geschichte? Immer in Zusammenhängen denken: Lautsprecher und Verstärker! "Gleich und Gleich gesellt sich gern", mag in Liebesbeziehungen funktionieren, bei HiFi nicht unbedingt. Ich weiß, solche Mutmaßungen stehen auf dünnem Eis: Aber wird beispielsweise eine Sonics Argenta an den audiolabs 8000Q & 8000M eine gute Figur machen? Räumlich schon stark, wird hier der Gewinn aller Wahrscheinlichkeit nach gering ausfallen; und die zur Härte neigenden Mitten des Wandlers erhalten von dieser Verstärkung keine "Charmespritze". Umgekehrt kann ich mir vorstellen, dass "meine EX", die Dynaudio Audience 80, richtig Profil bekäme - ein durchaus basspotentes Grundnaturell, aber nicht ganz easy zu betreiben. Nicht gerade die schnellste und räumlichste unter der Sonne - aber wenn sie richtig an die Kandare genommen würde? Tja, leider ist dies zur Zeit für mich nicht mehr überprüfbar. Sollte mich aber stark wundern, wenn die streng neutrale Gangart der audiolab-Kombination und die räumlichen Fähigkeiten der Monos sich nicht deutlich positiv bemerkbar machen würden ... Damit möchte ich dann aber auch zu Ende spekuliert haben.

 

Fazit:

Mein Resümee zur audiolab Kombination aus Vorverstärker 8000Q und den Monos 8000M:

 

  • Zeitlos-elegante Optik. Die Verarbeitung ist guter Branchenstandard: Materialschlachten überlassen die Britten anderen, Schlampereien ebenfalls. Lautsprecherklemmen habe ich schon einmal bessere gesehen.
  • Mit sechs Hochpegel-Eingängen ist der Vorverstärker gut ausgestattet. Leider findet sich kein symmetrischer darunter. Zwei Pre-Ausgänge machen Bi-Amping leicht möglich. Eine Besonderheit ist der Gain-Wahlschalter: Er ermöglicht die Einpegelung des Lautstärkestellers in Abhängigkeit von der Leistung der Quelle resp. dem Wirkungsgrad der Lautsprecher.
  • Die klanglichen Tugenden der getesteten Kombination: tonale Neutralität, sehr transparente Darstellung und eine hervorragende Bühne. Mit Ihnen besitzt die Tiefenstafflung kein "typisches" halbkreisförmiges Raumtiefen-Profil mehr, sondern auch links und rechts, "hinter" den Lautsprechern, können Orchestermitglieder aufspielen. Hinzu kommt eine hohe Lokalisationsschärfe.
  • Je nach "Gefühlshaushalt" des Hörers und Wahl des Lautsprechers, die die audiolabs betreiben sollen, kann es etwas "streng" zugehen. Sie lieben das Gefühl, um die Instrumente sei "Luft"? Dies stellte sich mit den audiolabs bei keinem Lautsprecher ein - dafür gerät der Raum insgesamt größer. Vielleicht etwas mehr Charme bei der Stimmwiedergabe? Diese Kombi macht eine "sachliche Box" nicht zum Playboy, eher bringt sie "vollmundige" zur Räson. Aber die audiolabs haben - bei aller Deutlichkeit - keinen Hang zur Härte. Einen an sich schon asketischen Monitor würde ich jedoch nicht wählen. Auf die reche Mischung achten.
  • Der Preis der Kombination gibt ihr einen Sonderstatus. Eine Pre/Mono-Verstärkung für (im teuren Fall) 2.400 € gibt es am Markt nicht häufig. Die "natürlichen" Konkurrenten sind damit hochwertige Integrierte oder eine Kombination mit einer Stereoendstufe. Entgegen Überlegungen, dass sich ein solches Konzept erst in wesentlich höheren Preisregionen bezahlt macht, wissen 8000Q plus 2 x 8000M klanglich zu überzeugen.

audiolab Pre 8000Q und Monos 8000M