Zendo Cable by Mundorf
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

"charakterkopf ..."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

von modulbauweise & entkoppelung ...

 

 

 

 

 

 

 

 

"komische ringe ..."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

beugungseffekte ...

 

 

 

 

 

 

 

 

basspegeleinstellung ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

nur 3 füße ...

Äußerlichkeiten und Konzept

Äußerlich wirken die auf nur jeweils 3 Füßen ruhenden Lautsprecher tatsächlich eher einer Manufaktur entsprungen, als einer Massenproduktion mit Mainstream-Design. Dabei dominieren einerseits ästhetisch reizvolle Sachlichkeit und Zeitlosigkeit. Anderseits ist die Sehring S703 SE durchaus ein äußerst robust und wertig verarbeiteter "Charakterkopf" mit interessanten Ecken und Kanten.

sehring 703se 

Zunächst fällt auf, dass der 110cm hohe Wandler zweigeteilt ist. Die obere Sektion des 3-Wege-Systems beherbergt den Mittel- und Hochtöner und sieht aus wie das kleinste Modell der Serie - die S700. Diese Bauweise entkoppelt den oberen Teil mechanisch vom Bassmodul. Letztlich soll dies Resonanzen minimieren und ebenso Interferenzen zwischen den Baugruppen Einhalt gebieten. Zudem können so die einzelnen Gehäuse in ihrer Dämpfung spezieller auf die jeweiligen Erfordernisse, die mit der Übertragung des Bass bzw. Mittel-Hochtones einhergehen, angepasst werden.  

 

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Stereokonzept

 

Für eine weitere markante Stelle sorgt die Schallwand, auf der die Chassis montiert sind: Auch diese ist vom restlichen Korpus der Sehring S703 akustisch entkoppelt - hierdurch entsteht eine zusätzliche Linienführung im Design.

Die erwähnte Zweiteilung hat aber noch einen weiteren Grund: Die Modulbauweise sorgt dafür, dass - von der "kleinen" S700 an - alle Modelle zur "großen" S704 upgradefähig sind und beim Umbau auf ein größeres System nur die Preisdifferenz zwischen den jeweiligen Modellen ins Kontor schlägt. Die Zusatz-Bezeichnung "SE" steht übrigens für "Selected Edition" - d.h. einer noch penibleren Bauteileselektion. Bei der S703 zieht das preislich einen Aufschlag von ca. 1.100 EUR mit sich. Zudem sollen sämtliche Varianten demnächst auf Wunsch auch aktiviert werden können.

Ein bisschen ungewöhnlich und von Freunden glatten, stromlinienförmigen Designs möglicherweise etwas argwöhnisch beäugt: Die Lautsprechertreiber. Diese sind nicht in die Schallwand eingelassen, sondern "lediglich" aufgesetzt und auch noch von "komischen Ringen" umsäumt. Dass dies nicht mangelnder Ingenieurs- bzw. Handwerkskunst des Hauses Sehring zuzuschreiben ist, darf man annehmen. Warum "das" also? 

basschassis

Diese Besonderheit basiert auf speziellen Überlegungen. Die an den Gehäusekanten eines jeden Lautsprechers entstehenden und für Interferenzen verantwortlichen Beugungseffekte sollen bewusst auf die vorstehenden Ringe verlagert werden - zumindest teilweise. Als Ergebnis gibt Sehring eine messbar bessere akustische Phasen- und Frequenzlinearität an. Auch die Filzoberfläche der Ringe gehört zum diesbezüglichen Gesamtkonzept. 

Beugungseffekte spielen ebensobasschassis bei der asymmetrischen Anordnung der ab 3,8kHz einsetzenden Hochtöner (diese sollten bei der Aufstellung nach außen zeigen) eine Rolle. Die Abstände zu den Rändern der Schallwand sind genau so bemessen, dass die am Rand entstehenden, unerwünschten Beugungseffekte (diese wirken wie "Phantomschallquellen") wechselseitig kompensatorisch wirken - sich also innerhalb eines begrenzten Rahmens gegenseitig aufheben. Als weitere Folge der Asymmetrie, lässt sich durch die Einwinkelung der Lautsprecher gleichzeitig auch der Hörabstand zum Hochtöner feinjustieren - je nach räumlichen Gegebenheiten mitunter zusätzlich hilfreich.

Rückseitig offenbart sich dann ein kleiner Kritikpunkt: Eine etwas weniger enge Nachbarschaft bekäme den Anschlussbuchsen schon gut. Aber immerhin sind sie für Bananas und Gabelschuhe gleichermaßen gut geeignet. Oberhalb des Terminals befindet sich eine Pegelbrücke zur Anpassung des Bassbereiches - genaugenommen des Bereichs unterhalb der Trennfrequenz von 300Hz zwischen Tief- und Mitteltöner. Der Pegel kann dabei - wiederum zur speziellen Anpassung an räumliche Gegebenheiten - relativ zur Neutralstellung um 2dB abgesenkt bzw. angehoben werden. Und da wir gerade bei den unteren Oktaven sind: Die Sehring S703 SE ist ein Bassreflexsystem. Die zugehörigen Öffnungen befinden sich an der Unterseite der Lautsprecher. Mitgeliefert werden Stopfen, über die eine zusätzliche Regulierung erfolgen kann. 

Richtet man die Augen zu Boden fällt die 3-Punktlagerung auf: Der Wandler ruht lediglich auf 3 Füßen, was eine kippelfrei Aufstellung erleichtert. Die nötige Standfestigkeit wird durch eine links und rechts über die Seiten der Sehring S703 SE herausragende Querstrebe erreicht - ebenfalls ein klangbestimmendes Element, das auch in Sonderausführung erhältlich ist. Dazu aber gleich mehr ...

Nicht unerwähnt bleiben soll zudem, dass die Sehring S703 SE eine 8-Ohm-Box ist - mit einem Impedanzminimum von 6 Ohm bei 120 Hz. Das ist als sehr gutmütig zu bezeichnen. Der Wirkungsgrad liegt bei 86dB/1W/1m. Eine gewisse verstärkerseitige Potenz schadet also sicherlich nicht ...

Vom Basteln und dem Spielen mit Sand ...

Ja - das schon vorweg - die Sehring S703 SE spielt Musik. Man kann aber auch, ohne Musik zu hören, selber mit der Sehring S703 SE spielen. Mit Eimer, Schaufel und Trichter. Und vielleicht noch einem Inbusschlüssel. Allerdings sind dafür noch mal über 500 EUR aus der Tasche zu ziehen - auf den ersten Blick schon ein bisschen happig. Solche Spielchen gibt`s am Wannsee billiger. Daher wollte ich wissen, ob die von Sehring optional empfohlene Aufrüstung in Form einer Sandbefüllung der Weichensektion und der bereits erwähnten, besonders gearteten Querstrebe nun tatsächlich auch klanglich ratsam ist ...

querstrebe