gravur
mensch, na klar!
noch nie so perfekt die raummaße
gehört ...

Vielleicht hat sich bei mir durch Gewöhnung etwas akustisch eingraviert: Wenn ein Lautsprecher entfernt aufspielt, dann wird er auch flacher, denn die Vorne-Hinten-Differenzierung ist dann (so gut wie immer) einfach weniger intensiv bzw. involvierend zu erleben. Diese Erfahrung ist bestimmt mit ein Grund, warum ich frontale Wandler ganz gut tolerieren kann: Wenn "Vorne" auf Armlänge Abstand ist, ist "Hinten" vier Schritte weiter - also tief, ergo gut! (Natürlich nur, wenn der Wandler auch tief staffeln kann ...) Um im Bild zu bleiben: Bei der Podium geht man erstmal drei Schritte und darf dann weitere sechs laufen ...

Dass ich dieses Phänomen nicht ganz einsortieren konnte, lag vermutlich daran, dass ich mich bei der Musikwahl zunächst auf einige vertraute Platten beschränkt hatte - allesamt Studioproduktionen. Und so höre ich Calexico und finde es interessant, dass der Drummer zwei Zimmer weiter spielt - aber was will mir die Podium damit sagen? Ist das nun richtig oder falsch? Interessant zweifellos, aber nun ja ...
Arvo Pärt / Tabula rasa - die Nadel senkt sich und zwei Minuten später frage ich mich, wie blind man eigentlich sein kann. Natürlich, das ist die Perspektive, Mr. Katz sagt's doch selbst! (Aber die Gewöhnung gegenüber solchen schönen (Marketing-)Aussagen ist wohl inzwischen zu groß ...) Mit der Podium sitzt man im Konzertsaal, mit gutem Blick auf die Bühne. Oder sollte ich vielleicht "Orchesterpodium" sagen? Das fällt mir erst jetzt auf, manchmal brauch' ich echt länger ... Aber man sitzt nicht in der ersten Reihe, nein, sondern weiter hinten, so etwa in der Mitte des Saales. Das Orchester ist also schon ein Stück weit entfernt, aber trotzdem klar und deutlich zu vernehmen. Naturgemäß kann ich von hier nicht jede Geige einzeln orten, aber die Größe des Orchesters und die grundsätzliche Aufstellung der Akteure, diese Dinge bekomme ich sehr gut mit. Und vor allem: Die Größe und der Charakter des Ortes, in dem die Aufführung stattfindet, werden mir vermittelt. Die Künstler spielen eben nicht einfach im luftleeren Raum, sondern in einem bestimmten.
Also lege ich so viele Klassik- und Live-Aufnahmen auf (oder ein), wie ich finden kann - und komme zu dem Schluss, dass es genau diese Fähigkeit ist - nämlich die Raumakustik der Aufnahmesituation wiederauferstehen lassen zu können -, die es bei "Studioware" ungewohnt und seltsam, wenn auch interessant klingen lässt; und die sich bei Live-Produktionen als phänomenal erweisen kann. Legt man besonderen Wert auf die Illusion, einer klassischen Musikaufführung in der Konzerthalle selbst beizuwohnen - dann dürften (zu diesem Preis) kaum andere Wandler zu finden sein, die dieses Kunststückchen in dem Maße beherrschen, wie es die Podium kann. Mag ja sein, das hier und da mehr Schmelz denkbar ist, aber dieses Raumgefühl ist mehr als außergewöhnlich. Und auch nicht einfach nur eine Steigerung von etwas (dem Hifi-Freund) wohl bekannten, sondern etwas qualitativ anderes, etwas substantiell Neues.
Dass
dies nicht "nur bei Streichquartetten" funktioniert, darf ich recht verblüfft bei einer Live-Platte von Tori Amos feststellen: "To Venus And Back" / Disc 2. Ich mag diese Platte - der Lieder wegen, die darauf zu finden sind, nicht weil sie live eingespielt wurde. Offen gestanden, hat mich das schon so manches mal eher gestört: Applaudierendes Publikum, der Raumhall, dieser etwas ungenaue Klang - so was kann meinen Musikgenuss schon stören. Über
die Podium .5 wird genau das zum Gewinn, ich habe diese
Platte noch nie so perfekt von den "Raummaßen" her gehört- da wird doch tatsächlich eine große Halle in meinen Hörraum gebeamt. Und noch nie zuvor habe ich mich über den Applaus als, nun ja, lebendiges Element so gefreut. Das nervt doch meist, seien wir ehrlich: zu weit weg oder zu frontal, zu spitz oder zu rauschig ... hier dagegen wird das Applaudieren wichtiger Teil der Aufführung selbst, da es die Live-Illusion vermittelt, statt nur die profane Erkenntnis: "Ah,
`ne Live-Platte, ..."
"Love it or hate it", ist etwas übertrieben gesprochen, aber es dürfte die zu erwartenden Reaktionen über diesen sehr besonderen Lautsprecher im Grunde treffend beschreiben. Die Performance der Podium Sound .5 ist sehr stark vom musikalischen Programm abhängig; sie ist kein Universallautsprecher ("pragmatisch" gesprochen, denn "grundsätzlich" bin ich der Meinung, dass es diesen sowieso nicht gibt). Das Sound-Ideal ist meiner Meinung nach:
Damit ist nicht gesagt, dass alle drei Bedingungen immer erfüllt sein müssen, damit es "funktioniert". Aber je mehr Haken man setzten kann, desto besser wird die Podium .5 ihre Stärken ausspielen können. Und umgekehrt: Mit Drum&Bass will dieser Lautsprecher wohl kaum gehört werden. Wenn die Rechnung aber aufgeht, überzeugt die Podium Sound .5 durch:
Weitere Vorteile der Podium Sound.5 sind:
Herrn Shelley Katz ist sowohl in technischer als auch in klanglicher Hinsicht ein ziemlich einmaliger Lautsprecher gelungen - ob dies auch "einmalig gut" bedeutet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Von völlig begeisterten Kundenstimmen bis hin zu Verrissen in den Untiefen von HiFi-Foren ist alles zu lesen. Ich hoffe, dass die Möglichkeit, sich selbst ein Bild hiervon zu machen und den Podium Sound Lautsprechern einmal probehalber (und ruhig länger) zuzuhören, bald "flächendeckender" gegeben sein wird - der deutsche Vertrieb befindet sich gerade im Aufbau (... und freut sich auf Anrufe und eMails). Good Luck!
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zum hersteller: www.podiumsound.co.uk deutscher vertrieb: Werner Hellfritzsch |