"... der mittenbereich ist generell ein wirklich starkes stück ..."
"... volles und dichtes klangbild - das sich hervorragend von den boxen ablöst ..."
eierlegende wollmilchsau?
"laut ist nicht"
... leise um so mehr ...
wichtig!
neutral und ...
Stimmen geraten über die Epos M16 überaus farbig und körperhaft. Ja - das ist eine der Stärken dieses Wandlers. Wo andere - selbst hochpreisigere - Lautsprecher distanziert und bisweilen ein wenig blutleer wirken, zeichnet die M16 überaus farbig und körperhaft. Das gilt natürlich nicht nur für Stimmen - der Mittenbereich ist generell ein wirklich "starkes Stück" - auch was die Kriterien Feindynamik und Auflösung betrifft.
Passend zur Jahreszeit: Der Song "Holiday" von Celebration. Die Stimme der Sängerin Katrina Ford gerät über die Epos sehr greifbar und authentisch - weniger entrückt bzw. distanziert als bei anderen Wandlern. Nein - anämisch klingen die zierlichen Säulen, gerade im Mitten - und Bassbereich, überhaupt nicht.
Die Epos M16 liefert insgesamt ein sehr volles und dichtes Klangbild - das sich hervorragend von den Boxen ablöst. Die finalen Takte von "Holiday" sind ungemein dicht arrangiert: Faszinierend, wie sich die Bühne öffnet und man in die raumgreifenden Klangschwaden, die das Stück produziert, eintaucht. Gute Lautsprecher sind dazu freilich vonnöten - die Epos M16 stellt das vor kein Problem. Was sie allerdings insbesondere von teureren "Kollegen" unterscheidet: Die Musiker rücken sich schon ein wenig dichter auf die "Pelle". Ausmaß und Plastizität der Bühne sind nach "außen hin" zwar als ungemein involvierend zu bezeichnen. Im Inneren, im Verhältnis der Musiker zueinander, lässt es die M16 gleichwohl schon ein wenig lässig angehen.
Allerdings habe ich in dieser Preisklasse noch keinen Lautsprecher gehört, der neben solch farbiger und neutraler Musikwiedergabe eine derartig raumfüllende Bühne zaubert und darüber hinaus noch als Ausbund an Lokalisationsschärfe zu bezeichnen ist. Eine "Eierlegende Wollmilchsau" hat bekanntermaßen selbst die Natur noch nicht hervorgebracht - von Lautsprecherherstellern - gerade in Anbetracht der Preisregion, in welcher sich die Epos M16 bewegt - ganz zu schweigen. Lässt man die Kirche im Dorf, ist Obiges zwar erwähnenswert, aber alles andere als eine wirklich greifende Kritik.
Wenn man bei diesem ansonsten überaus ausgewogen musizierenden Lautsprecher überhaupt von Schwachpunkten reden will, liegen diese an anderer Stelle. Und da liefert "Holiday" wiederum ein gutes Exempel: Die zu Beginn des Stückes einsetzende Tamburin klingt nicht gerade überragend "locker-luftig-frei"- sondern eher ein wenig kompakt. Der dafür verantwortliche Hochtöner erreicht - was Feinauflösung angeht - nicht die Qualität seines für den Mittenbereich zuständigen Pendants. Mir ist dieses in diesem Song allerdings erst bei den mehrmaligen A/B-Vergleichen aufgefallen. Dennoch - der Hochtonbereich ist grundsätzlich nicht gerade das Sahnestückchen der Epos M16 - hier malt die Aluminiumkalotte, in Relation zu ihrem eine Frequenzetage tiefer agierenden Nachbarn, mit vergleichsweise groben Pinselstrich. Feine Ohren mögen hier mitunter - abhängig von der gespielten Musik - in der Tat ein wenig pikiert reagieren.
Noch mal zum Thema "eierlegende Wollmilchsau": Wie erwähnt - die Epos M16 ist ein attraktiv schlank gehaltener Lautsprecher mit einem 130mm-Basstreiber und der Fähigkeit, "ausgewachsenen" Tiefgang zu produzieren. Erwarten Sie also keine Pegelorgien. "Laut" ist nicht. Zumindest nicht ohne hörbare Verzerrungen in den unteren Lagen.
Last but not least: Bisher unerwähnt geblieben ist ein weiterer, nicht zu verachtender Pluspunkt - und das meine ich im gerade genannten Zusammenhang keinesfalls sarkastisch - die Epos M16 klingt auch bei geringen Abhörlautstärken sehr angenehm.
Mir gefällt die Epos M16 außergewöhnlich gut. Es gibt nicht allzu viele Lautsprecher in dieser Preisklasse,
die ein so reifes Klangbild abliefern bzw. summa summarum bereits mit so vielen Eigenschaften teurerer Lautsprecherklassen ausgestattet sind. Dies gilt im Grunde auch für die Verarbeitung - von den erwähnten kleinen Ausnahmen abgesehen. Eine paar Dinge gibt es allerdings zu beachten. Will man das Optimum aus seiner Kette herauskitzeln, gerät die Empfehlung, dass man hinsichtlich Lautsprecheraufstellung eigentlich gar nicht penibel genug sein kann, fast schon zur Binsenweisheit. Diesbezüglich ist auch die Epos M16 ein Sensibelchen - die Aluminiumkalotte ist durchaus in der Lage, im Bereich der oberen Frequenzetagen ungewollt "Attacke" zu blasen.
Neben der richtigen Einwinkelung und Neigung der Boxen gilt aber auch "trau, schau, wem" bei der Partnerwahl. Ein laststabiler, potenter Verstärker mit kontrolliertem Bass ist sicherlich eine gute Entscheidung. Komponenten, welche die oberen Mitten bzw. den Hochtonbereich allzu auf dem Silbertablett präsentieren oder es in den oberen Frequenzgefilden von Haus aus an Geschmeidigkeit missen lassen, sind wohlmöglich weniger ratsam. Nur nebenbei: Für 65 EUR (3,50m/konfektioniert) ist in dieser Hinsicht tatsächlich das ebenfalls vom Epos-Vertrieb stammende Lautsprecherkabel Reson LSC 350 keine schlechte Wahl - gerade in Anbetracht dessen Preises.
Charakteristika:
Die Epos M16 ist ein neutral abgestimmter Lautsprecher ...
Schenkt man der Epos M16 ausreichend Aufmerksamkeit in puncto Partnerwahl und Aufstellung, ist sie preisklassenbezogen schon als "kleiner Hit" zu bezeichnen. Nein - kein kurzfristiger Sommerhit, der seine Oberflächlichkeit mit Aufdringlichkeit und Lautstärke wettzumachen versucht. Die Epos M16 ist ein nachhaltiges Investment. Und "klein" nur wegen ihrer Ausmaße ...