fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Test: Standlautsprecher Analysis Audio Omicron

Kleines Graecum

Analysis Audio Omicron

November 2007 / Ralph Werner

Wie viele griechische HiFi-Marken fallen Ihnen spontan ein? "---" Nun, da geht es mir ähnlich. Meine ersten Assoziationen bewegen sich auch eher auf kulinarischem Gebiet.

Dann fällt mir noch ein Urlaub auf Kreta ein - noch nie habe ich eine derartige Hitze erlebt - und wenn ich mich dann dem musikalischem Bereich nähere: Da rauscht mir unweigerlich Nana Mouskouris begnadete Frisur durch den Kopf. Ja, ich weiß, ich bin ein Banause, aber da die elterliche Plattensammlung einen gut Teil Ihrer Werke enthielt, brannte sich dieses Bild zwangsläufig ein.

So werde ich nie das (HiFi-)Graecum erwerben. Fangen wir von vorne an: Der Lautsprecher, um den es im Folgenden geht, stammt von "Analysis Audio", einem in Athen beheimateten Hersteller von Full-Range-Flächen. Unser Testmodell - die Analysis Audio Omicron - ist der kleinste der vier Wandler, den die Griechen im Programm haben. Die drei größeren Modelle nennen sich Epsilon, Omega und Amphytrion - Letztere überragt mit 2,15 Metern unseren Testprobanden um mehr als einen Meter. Die Omicron darf damit als relativ "kompakt" gelten (die genauen Maße: 112 x 61 x 6 cm). Verstecken lässt sie sich trotzdem schwer - naturgemäß zeigt sich die "Breitseite" optisch recht präsent.

Und einen Dipol in die Ecke zu verpflanzen, ergibt schon überhaupt keinen Sinn. Wozu auch? Flächen-Lautsprecher sind nach wie vor etwas Besonderes und das darf dann ruhig auch mal ein wenig auffallen.

Analysis Audio Omicron: Frontansicht

 

Griechische Geschichte ...

Die Firma Analysis Audio würde 1991 gegründet - Inhaber und gleichzeitig der Entwickler ist Herr Tassos Hartzis. Anfänglich beschäftigte man sich "lediglich" mit der Reparatur und Modifikation fremder Flächenstrahler. Aus der Beschäftigung mit der Materie entstand schließlich der Antrieb, selbst eigene "Fullrange Ribbon-Planar Speaker" zu entwickeln und herzustellen. Eines der primären Entwicklungsziele war und ist es, eine möglichst "gutmütige" Variante dieses Prinzips zu konstruieren - sprich, die Anforderung an die Verstärkung soll bei den Analysis Audio Modellen eher moderat sein, unmäßigen Watthunger und leicht kriminelle Impedanzverläufe überlässt man der Konkurrenz.

Analysis Audio Omicron Aufstellung

 

 

... und Technik

Für alle Analysis-Modelle wird eine Leistung von 2 x 50 Watt aufwärts empfohlen - als Maximalleistung wird für die Omicron 250 Watt / Kanal angegeben (Die Amphitrion verträgt bis zu 600 Watt). Alle Modelle weisen den gleichen Schalldruck bei "einem Watt & einem Meter" auf: 86 dB. Gesundes Mittelfeld. Am erstaunlichsten ist aber tatsächlich der Impedanzverlauf dieser Flächen. Da ist die Omicron innerhalb der Analysis-Familie noch die "Schwierigste" mit im Schnitt 6 Ohm, einem "Tiefpunkt" von gefälligen 5 und einem Peak im Bereich der Übernahmefrequenz von knapp unter 10 Ohm. Die drei größeren Modelle verlaufen noch glatter - eine Probe aufs Exempel in Sachen Laststabilität sollten diese Griechen damit nicht sein.

Spontan vermutet man da vielleicht größere (Glättungs-)Turnübungen in der Frequenzweiche - und stellt erstaunt fest, das diese nur vier Bauteilen besteht: einer Spule und drei parallelgeschalteten Kondensator. Die Crossover-Frequenz liegt bei 600 Hz, mit sechs dB die Oktave fällt die Übergabe sanft aus. Ach ja: Die Omicron ist ein 2-Wege-Lautsprecher - wie alle anderen Analysis-Modelle auch.

Analysis Audio Omicron: Frequenzweiche

Der gutmütige Impedanzverlauf der Analysis-Speaker hat seinen Grund in der besonderen Art der Wandlerchassis selbst, klärt Herr Schneider vom deutschen Analysis Audio-Vertrieb auf. Bauform und Art der Verschaltung dieser Chassis verleihe ihnen eine "inhärente Filtercharakteristik", die diese Flächen elektrisch zahm gestalte. So hat das Hochtönbändchen der Omicron eine Länge von 90 Zentimetern (!) , schaut man aber genau hin, stellt man fest, dass es im Grunde noch viel länger ist - zumindest aus Sicht des Audiosignals ...

 

 

 

IM TEST:

Standlautsprecher:
Analysis Audio Omicron

Vertrieb:
www.dipolstudio.de
Fon: 0 64 62 / 92 66 56


UVP: 7.500 €


 

EQUIPMENT:

Quellen:

analog:
Acoustic Solid MPX
Phonotools Vivid-Two
Ortofon MC Rondo Bronce

digital:
Atoll CD 80 MK I
audiolab 8000CD
Esoteric SA-10
C.E.C. TL51XR
East Sound SE PV

Verstärker:

PhonoPre:
Holfi Vitalus
Aqvox Phono 2CI

Vollverstärker:
Dussun V8i
LUA 4040C

Vorverstärker:
bel canto PRe 3

Endverstärker:
bel canto M300 (Monos)

Lautsprecher:

Spendor S3/5
Volent Paragon VL-2
ZU Audio Druid mk4

Kabel:

NF: fis Audio Studioline, fis Audio Livetime, Funk BS-2, van den Hul Integration Hybrid, Zaolla Reinsilber NF

LS: fis Audio Livetime, Fast Audio Copact M6, Ixos 6006 Gamma, ZU Audio Libtec

Netzleiste:

fis Audio Livetime

Rack:

Creactiv & Taoc AS-3,
Gerätebasis der Akustik Manufaktur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

entwicklungsziel: gutmütigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"überschaubare" frequenzweiche