Fonel Audio
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

eine befürchtung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das ist lässig-sexy!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

auch für "sauberhörer"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der magnetostat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

details ohne
nerv-appeal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

klangfarbentreue

Klang:

Eine Befürchtung hatte ich im Vorfeld dieses Tests - nämlich dass die Basstüchtigkeit der absolut perfect sich als "Overkill" in meinem Hörraum erweisen würde. Die Bassfallen (Marke Eigenbau) in den Ecken würden jedenfalls etwas mehr als normalerweise zu tun bekommen: Mein "Haus und Hof"-Wandler, die Druid von ZU Audio, kann ganz unten zumindest nicht so viel bieten. Richtiggehend vermisst hatte ich das bisher nicht, zumindest bewusst nicht. Und eigentlich wollte ich nur eine Art "Bass-Raumantwort-Test" unternehmen, wählte zu diesem Zweck eine Erykah Badu Platte aus, schließlich ist die Dame dem Tiefbass doch nicht abgeneigt ... Tja, um es kurz zu machen: Test bestanden, mein Raum neigt auch "ganz unten" in keiner Weise zum Dröhnen.

Aber ich hatte an einer anderen Front zu kämpfen: Das hier war nichts weniger als ein Frontalangriff aufs Unterbewusstsein und ich Trottel dachte, ich könne auch ohne auskommen ... nein, das geht nicht! "I want the rimshot, hey, digidigi, the rimshot, hey, come on!" Oh yes, ist das lässig-sexy und ich red' nicht von Erykah, nein, sondern von diesem extrem tief ansetzenden Groove. Und wie ich das vermisst habe, verdammt! Liebe Zwei-Wege-Winzlings Besitzer: Euch fehlt nix? Sicher? Ja ja, ich weiß, prima Rundstrahlverhalten und so. Nützt aber nüscht - der Triebgrund der Musik liegt unten, ganz tief unten. Macht euch doch nichts vor, ihr wollt es doch auch. Kleiner Anspieltipp: 4 Leaf Clover von Mrs. Badus Debütalbum Beduizm. Viel Spaß mit euren Kleinen! Und wenn Ihr die Chance habt, das Stück mal über eine absolut perfect zu hören - nutzt sie. Oder auch nicht, könnte gut sein, dass sich eine neue Baustelle in eurer Kette auftut, mir geht es jedenfalls so. Ich hör' schon die leicht süffisanten Bemerkungen aus dem Freundeskreis: "Bist ja 'nen kleiner Soulboy geworden, Ralph!" Ach, wisst ihr was, Leute, ich sag nur: "Hey, digidigi!"

Um das Kapitel Bass abzuschließen - in dieser Klasse geht es nicht um schiere Macht und Kraft, die Präzision der Wiedergabe ist (mindestens) genau so wichtig. Die absolut perfect erlaubt sich hierbei keine Fehler - in sich strukturiert wird ein Basslauf dargestellt, "Textur" und Griffigkeit sind einfach da - nur das es eben eine Oktave tiefer als bei den meisten Wandlern hinunter geht. Dass es dann bei 30-40 Hz nicht mehr ganz so mit Grip klingt, wie drei Oktaven höher, liegt in der Natur der Sache. Es macht nicht nur Spaß, die Basswiedergabe ist auch für "Sauberhörer" eine Offenbarung. Ja, man könnte die Wendung "der Raum öffnet sich", die meist beim Thema Hochtonwiedergabe fällt (oder auch nicht), hier mal für den Frequenzkeller gebrauchen: Spätestens dann, überträgt dieser Speaker das tiefe, sonore Ausschwingen eines Klaviers, ist der Spruch fällig.

Ab nach oben! Die absolut perfect verwendet für den Hochton einen Magnetostaten der Firma Swans. Schaut man ganz genau hin, sieht man die feinen Leiterbahnen auf der Folie, durch die das Signal fließt. Die Folie befindet sich in einem Magnetfeld, welches dafür sorgt, das das elektrische Signal in eine (mechanische) Schwingung umgewandelt wird. Prinzipbedingt haben Folienlautsprecher einen Tempovorteil, das Verhältnis "bewegte Masse zu Antriebskraft" spricht einfach für sie. Und den begrenzten Hub versuchen sie durch die größere Membranfläche wieder wett zu machen. Die Sache mit dem Tempo stimmt. Und ob irgendwann eine dynamische Kompression in den oberen Oktaven eintritt, will ich nicht überprüfen, denn bevor die perfect staucht, bricht die Hölle los und ich handele mir eine Räumungsklage ein.

Um zum Tempo und dem damit wohl zusammenhängenden Detailreichtum der Wiedergabe zurückzukommen: Ein Jazz-Trio bei sehr leisem Pegel zu hören, macht nach wie vor Spaß, die leisesten Ticks aufs Blech sind wahrzunehmen - nuanciert und präzise. Andere Vertreter fassen hier schon einmal großzügig zusammen oder unterschlagen ganz - die absolut perfect nicht. Unmittelbar werden die kleinsten Impulse verfolgt. Und so schnell diese starten, so genau gibt das "Bändchen" deren Ende wieder: Schließt sich die HiHat, ist nicht einfach "Ende": Ein charakteristisches, leises "Tschimp" gibt den Vorgang fast schon sichtbar wieder.

 

Hört Sich Gut An
Input Audio
Acoustic Solid
duevel

 

Sehr, sehr genau ist das - wobei die gekonnte Detailarbeit den Berliner Wandler nie in die Verlegenheit bringen wird, als "korrekter Langweiler" betitelt (denn dafür ist sie einfach zu schnell) oder als ermüdend eingestuft zu werden. Einzelheiten ohne Ende - ja. Aber ohne Übertreibung oder Verzerrung irgendeiner Art, ohne auch nur den leichtesten Anflug von Nerv-Potential - es gibt einfach nichts zu bekritteln. Mögen dreimal schärfere Ohren als die meinen kommen, ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Urteil Bestand haben wird. Klasse: Sehr hohe Feinauflösung, kombiniert mit Tempo und Akkuratesse bei der Präsentation auch winzigster "Hochton-Informationen" - und trotzdem mit wahren Longplayer-Fähigkeiten gesegnet. Der Soulboy könnte sich auch noch zum Bändchen-Freund mausern ...

Der Übergang zu den Mittelton-Treibern (bei 2,5 kHz angesiedelt, 18 dB Flankensteilheit die Oktave) fällt bruchlos aus. You want a rimshot? Bitteschön! Das "Klacken" wird trocken und schnell wiedergegeben, nichts wird von seinem harten Akzent geklaut. Auch die Stimmwiedergabe gerät famos, Gesang wird "hautnah" und authentisch präsentiert. Die Stimme des Sprechers beim "Song Of Alice" (Keren Ann / "Nolita") habe ich so aufgelöst bis dato noch nicht gehört. Und etwas, das mir auch schon bei der Wiedergabe von Gitarren aufgefallen ist, zeigt sich hier erneut: Die absolut perfect leidet nicht unter einem "bigger-then-live"-Syndrom, der Körper wird richtig proportioniert - und eben nicht "aufgepumpt". Wie gesagt, ein Gitarrenhals streckt sich nicht mit 2,5 Meter Länge durch den Raum, dieser Wandler bewahrt die Größenverhältnisse. Nicht immer üblich, auch bei anderen Top-Lautsprechern in dieser Klasse nicht. Der gut gemeinte Ansatz: "Lasst uns mal unsere Kunden beeindrucken", kommt bisweilen etwas großspurig daher.

Längere Ausführungen zu der Klangfarbentreue - gerade auch im Mitteltonbereich - spare ich mir, es ist einfach alles da. Die den gesamten Frequenzbereich umfassende, sehr lineare und saubere Wiedergabe ist selbstverständlich auch hier gegeben. Daraus folgt, dass unterschiedliche Instrumente auch tonal sehr fein differenziert werden - kleinste Schattierungen werden nachgezeichnet. Die absolut audio kennt keine (Frequenz-)Ecke, in der sie sich gemütlich eingerichtet hat: Sie gibt alle Klänge "gleich gern" wieder - ungemein transparent, neutral und echt.