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Test: Rega Planar 3 2016 | Plattenspieler | Preis: ab 800 Euro

Unter der Haube

Rega Planar 3 2016

Januar 2017 / Jochen Reinecke

Hätten Sie's gewusst? Der erste Rega Planar 3 (www.rega-audio.de) wurde bereits 1977 ausgeliefert. Heute, 40 Jahre später, gibt es ihn immer noch, allerdings wurde er inzwischen so umfassend überarbeitet, dass – so sagt es zumindest der Hersteller – bis auf die Staubschutzhaube jedes Bauteil einer Frischzellenkur unterworfen wurde. Schauen wir uns die aktuelle Version „Rega Planar 3 2016“ einmal genauer an:

Unverändert geblieben ist das Grundprinzip des „Bretts“, wie die Planar-Serie von ihren Adepten zuweilen liebevoll genannt wird: Wie eh und je finden wir eine rechteckige, auf drei solide erscheinenden, jedoch nicht höhenverstellbaren Gummifüßen ruhende MDF-Basis, die vollständig schnörkellos daherkommt – hier sind keine Kanten abgerundet, es gibt keinerlei Zierrat. Oder doch? Ja, erstmals wurde der Chassisplatte eine in Weiß und Schwarz erhältliche Hochglanz-Acryl-Lackierung spendiert – was allerdings nicht nur deutlich auf die edel erscheinende Optik einzahlt, der Lack soll der Holzzarge zudem etwas mehr Steifigkeit und Halt geben.

Rega Planar 3: Verstrebung zwischen Teller- und Tonarmlager
Rega Planar 3: Verstrebung zwischen Teller- und Tonarmlager

Das Tellerlager und die Tonarmbasis sind durch eine Metallverstrebung mit kreisrunden Aussparungen (wir erinnern uns an das Rega-Credo „maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht“) miteinander verbunden – wobei man genauer sagen müsste: voneinander getrennt. Denn die Verstrebung soll beide Endpunkte in Sachen Resonanzen „auf Abstand halten“ und wurde gegenüber der letzten Inkarnation des Rega Planar 3 aus diesem Grunde auch noch einmal ein wenig verstärkt – auf eine Dicke von drei Millimetern.

Rega Planar 3

Das optische Herzstück des Planar 3 ist ein 12 Millimeter starker, gläserner Plattenteller mit polierter Kante, der gut zur Geltung kommt, weil es eben nichts gibt, was das Auge ablenkt: Selbst der Ein/Aus-Schalter wurde auf die linke, vordere Unterseite verbannt. Neu ist auch die Innenverdrahtung, die mit kapazitätsarmen Kabeln aufwarten soll – und das aus dem Plattenspieler herausschauende, erfreulich lange NF-Kabel wirkt hochwertig und besitzt Neutrik-Cinchstecker. Leider gibt es, wie auch beim Vorgängermodell, immer noch kein Erdungskabel.

Rückseite des Rega Planar 3
Rückseite des Rega Planar 3

Angetrieben wird der Rega Planar 3 von einem 24-Volt-Motor, der über eine klassische „Wandwarze“, also ein Steckernetzteil, mit Strom versorgt wird. Alternativ kann das externe Netzteil TT PSU-R für 320 Euro erworben und mit dem Rega Planar 3 verbunden werden – es soll nicht nur für ein Mehr an Laufruhe sorgen, es gestattet auch die Umschaltung von 33 1/3 auf 45 Umdrehungen per Knopfdruck; in der Basisversion heißt es nämlich Hand an- beziehungsweise den Antriebsriemen umlegen. Der Antriebsriemen verbindet die Motorachse mit dem Kunststoff-Subteller, auf dem der Glasteller übrigens nicht direkt aufliegt – der Subteller ist vielmehr mit zwölf kleinen, leicht gekrümmten Erhebungen versehen, welche etwa einen Millimeter über die plane Grundfläche hinausragen. Dieses in seiner Einfachheit fast banal anmutende Konstruktionsdetail zeigt erneut, dass es nicht immer hochkomplexer Kniffe bedarf, eine möglichst resonanz- und schlupfarme Ankopplung von Plattenteller und Subteller zu realisieren.

Auch der Tonarm wurde überarbeitet und hört nun auf den Namen RB330. Gegenüber dem Vorgängermodell RB303 kommt er nun mit einem resonanzoptimierten Rohr und Lagerblock sowie verbesserten Einstellmöglichkeiten für Auflagekraft und Antiskating. Horizontal- wie Vertikalachse sollen in der überarbeiteten Fassung noch reibungsärmere Lager aufweisen.

Regas Tonarm RB330
Regas Tonarm RB330

Neben dem fehlenden Erdungskabel und den nicht höhenverstellbaren Füßen ist eine weitere Eigenheit zu konstatieren: Wer, was bei manchen Tonabnehmersystemen erforderlich ist, die Tonarmhöhe korrigieren möchte, um den VTA einzustellen, der muss den Tonarm lösen und sogenannte Spacer (man könnte auch sagen: Unterlegscheiben) einsetzen, was schon ein recht umständliches Verfahren darstellt. Bei dem optional mitgelieferten Magnetsystem Elys 2 ist das jedoch nicht nötig, auch ein Ortofon Red ließ sich mühelos montieren. Nichtsdestotrotz ist es zwingend erforderlich, mit einer Wasserwaage zu arbeiten, der Rega Planar 3 reagierte in meinen Hörtests recht verschnupft auf eine nicht plane Stellfläche.

Rega Planar 3

Da ich mich selbst vor zwei Jahren in das außerordentlich quirlig und alert aufspielende Einsteigermodell Rega RP1 verguckt habe, war ich natürlich besonders gespannt, wie sich nun das optisch und haptisch merklich edlere Modell Planar 3 schlägt. Hören wir doch mal rein!

 

 

 

 

Im Test:

Rega Plana 3 2016

UVP zum Testzeitpunkt:

800 Euro (ohne System)
950 Euro (mit Elys 2)
1.100 Euro (mit Exact)

Vertrieb:

TAD Audiovertrieb GmbH

Telefon: 08052 - 9573273

eMail:
hifi@tad-audiovertrieb.de
Web:
www.rega-audio.de


Größe des Hörraums: Grundfläche: 32,5 m²
Höhe: 3,6 m

 

Equipment:

Quellen:
C.E.C. CD 5
iPod classic 5 160GB mit Pure i-20 Dock
Notebook mit foobar und Logitech Squeezebox-Server
Rega RP-1 mit Ortofon RED
B.M.C. PureDac

Verstärker:
Pro-Ject Phonobox MM
Pro-Ject Phonobox DS+
Abacus Preamp 14 Vorstufe
Abacus Ampollo Endstufe
Accustic Arts Power I MK4 Vollverstärker
Audreal MS-3 Monoblöcke

Lautsprecher:
Audes 116,
Harbeth 30.1,
Quadral Rondo,
Nubert nuPox A-100

Kabel:
Goldkabel Profi (NF)
Oehlbach XXL Series 7 MKII (digital, koaxial)
Oehlbach XXL Serie 80 (digital, Toslink)
Ortofon SPK 500 (LS)
Real Cable OFC 400 (LS)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

minimax

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

keine ablenkung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

eigenheiten