fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Test: Lautsprecher Sehring S 700 SE und S 701 SE

Einstieg mit Ausbaustufe

Sehring S 700 SE

Oktober 2008 / Ralph Werner

Regelmäßige fairaudio-Leser  werden es wohl wissen: Ein 3-Wege-Standlautsprecher namens Sehring S 703 SE gehört zu unserem „Gerätefuhrpark“ und dient dank neutraler Spielweise als Arbeitsgerät. Eines, mit dem sich freilich auch viel Spaß haben lässt.

Im diesem Bericht soll es nun um das Einstiegsmodell der Firma Sehring Audio Systeme gehen: den 2-Wege-Kompakt-Lautsprecher S 700 SE. Wobei das Buchstabenkürzel am Schluss schon indiziert, dass es ein noch günstigeres Modell dieses Herstellers gibt: Unser Testproband, die „Selected Edition“, liegt bei 2.000 Euro das Paar, während für die „normale Edition“ S 700 1.500 Euro aufgerufen werden. Um Sie gleich ein wenig mehr zu verwirren, sei hier schon verraten, dass es im weiteren Verlauf des Testberichts dann auch um den 2-Wege-Stand-Lautsprecher S 701 SE (Paarpreis 3.300 Euro) gehen wird – zu verlockend war die Idee, die kleine 700er einfach auf das entsprechende Bassreflex-Koppelvolumen zu stellen und dergestalt einen anderen Lautsprecher zu kreieren. So macht man das nämlich bei diesen Wandlern, wenn man im Nachhinein noch aufrüsten will – in gewisser Weise ist‘s Lego für Hifiisten. Aber langsam und der Reihe nach, kennt ja nicht jeder die Produkte des Herrn Stefan Sehring, obwohl es die schon gute 20 Jahre lang gibt ...

Derzeit werden im Hause Sehring zwei Produktlinien angeboten: die 500er, ein Wandlautsprecher-System, und die fünf Mitglieder zählende 700er-Familie. Besondere Kennzeichen dieser Lautsprecher? Zum einen das sehr klare und gradlinige Design. Wozu da groß Worte verlieren?

Sehring S 700 SE

Die Entscheidung des Herstellers, künftig als Standardfarbe (auch) Weiß anzubieten, kann ich nur begrüßen. Ich weiß, alles Geschmackssache, aber mir ist das „Nextelgrau“ dann doch zu technisch-bieder. Unser Testproband war zudem mit einer Hochglanz-Front versehen, welche aber aufpreispflichtig ist: plus 300 Euro. Man könnte meinen, einen Designlautsprecher vor sich zu haben – aber Design bedeutet ja nicht nur Optik, und so besitzen denn auch kleine Details einen dezidiert technischen Hintergrund, zu dem ich (in Auszügen) noch kommen werde.

Und zum anderen: Wer den Kreuzberger Hinterhof, in dem dieser Hersteller seinem Gewerbe nachgeht, aufsucht, der betritt eine Voodoo-freie Zone. Vielleicht ist dies ein Charakterzug des Herrn Sehring. Oder es liegt daran, dass zu den Kunden eben auch solche aus dem Profilager – sprich Tonstudios – gehören. Jedenfalls ist von Dipl.-lng. Sehring viel über Amplituden- und Phasengänge zu hören oder dem Kampf gegen k3-Verzerrungsanteile, nichts hingegen über paraphysikalische Grenzerfahrungen. Wessen Herz aber für deutsche Gründlichkeit schlägt, wird angesichts der Durchdachtheit des Sehring-Modulsystems gewisse Sympathien kaum zurückweisen können. Denn das ist die Besonderheit dieses Herstellers: Die einzelnen Lautsprecher bauen aufeinander auf, sie sind den sich ändernden Bedürfnissen anpass- und aufrüstbar. Wenn sich beispielsweise einer für die hier zu testende S 700 SE entscheidet und eines Tages plötzlich Geldsegen einsetzt und/oder umzugsbedingt räumliches Wachstum – dann kann er „die Kleine“ behalten und ihr das gewünschte Zusatzmodul hinzufügen. Soll‘s dann also Sehrings Spitzenmodell werden, die 704, dann zahlt er lediglich die Kaufpreisdifferenz und aus dem 2-Weg-Zwerg wird ein stattliches 3 ½-Wege-Standmodell - für knapp unter 10.000 Euro das Paar.

Sehring S 700 SE

Die Grundidee ist derart simpel, dass ich für fünf Minuten leicht verwirrt bin ob der Tatsache, dass dergleichen nicht viel öfter am Markt zu finden ist. Nun mag es kaufmännische Füchse geben, die mir sagen, an einem komplett neuen Lautsprecher lasse sich eben mehr verdienen als an einer Ausbaustufe. Stimmt. Und aus Freude darüber wird der Kunde bereitwillig mehr zahlen und der Marke dann auch treu bleiben?! Schon atemberaubend clever. Nun, ich muss ja nicht alles verstehen. Herr Sehring steht mit seiner Modulidee jedenfalls so gut wie allein da, und sagen wir mal so: Richtiggehend jammern aufgrund schwindender Kundentreue tut er nicht.

 

 

 

 

 

 

Im Test:

Lautsprecher:
Sehring S 700 SE
Sehring S 701 SE

UVP: 700 SE - 2.000 Euro
        701 SE - 3.300 Euro

Hersteller & Vertrieb:
Sehring Audio Systeme
Tel. +49(0)30-61 70 98 09

eMail:
info@sehring-audio.de
Web:
www.sehring-audio.de


 

Equipment:

Quellen:

analog:

Laufwerk:
Acoustic Solid MPX

Tonarme:
Phonotools Vivid-Two
SME M2 12 Zoll

Tonabnehmer:
Denon DL-103
Ortofon MC Rondo Bronce
Shelter 501 MK II
Zu Audio DL-103

digital:
audiolab 8000CD

Verstärker:

Phono-Pre:
Aqvox 2 CI MKII

Vorverstärker:
Funk LAP-2
Octave HP 300 MK2

Endverstärker:
SAC il piccolo (Monos)

Vollverstärker:
Audio Note Oto SE
Myryad MXI 2080

Lautsprecher:

Quadral Rondo
Volent Paragon
ZU Audio Druid mk4
ZU Audio Presence

Kabel:

NF: Ecosse Baton + Symphony, Funk BS-2,
van den Hul Integration Hybrid, Zaolla Reinsilber

Phono: fis Audio Phono, WSS Silver Line

LS: Ecosse SMS2.3, Ixos 6006 Gamma, Zu Audio Libtec

Racks & Stands:

Creactiv, Taoc,
Liedtke Metalldesign Stand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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