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Test: Elac AIR-X 403 Aktivlautsprecher | AIR-X Base für Drahtlosübertragung | Preis: 2.900 Euro und 390 Euro

Leinen los!

Juni 2014 / Jochen Reinecke

Keine Frage, „drahtlos“ liegt im Trend, auch was die Musikwiedergabe angeht. Der Grund liegt auf der Hand: Funkverbindungen machen HiFi erst so richtig flexibel. Wer will, der kann aktive Lautsprecher oder Endgeräte mal eben unter den Arm klemmen und in einen anderen Raum tragen – außerdem vermeidet man auf diese Weise das Verlegen von Verbindungskabeln. Beim Drahtlos-Trend möchte sich natürlich auch der deutsche Traditionshersteller Elac (www.elac.de) keine Blöße geben. Mit der AIR-X-Serie bietet Elac nun auch seine ersten Aktivlautsprecher mit kabelloser Musikübertragung an.

Zurzeit handelt es sich dabei freilich noch um eine überschaubare Serie. Sie besteht, Stand Mai 2014, aus zwei Schallwandlern: Da wäre zum einen der Standlautsprecher AIR-X 407, der auf dem hier bereits getesteten FS 407 basiert – und unser heutiger Proband AIR-X 403, dem man wiederum eine gewisse Verwandtschaft zum Bookshelf-Lautsprecher BS 403 nachsagen darf und den Elac im vergangenen Jahr erfolgreich neu einführte.


Aktives Herzstück der Elac AIR-X 403 ist ein Class-A/B-Verstärker

Der AIR-X 403 ist ein 2-Wege-Aktiv-Kompaktlautsprecher. Als Verstärker fungieren nicht, wie man es vielleicht erwarten würde, Class-D-Endstufen, sondern pro Weg zwei reinrassige, analoge Class-A/B-Amps, die trotz des geringen Platzbedarfs beeindruckende 75 Watt leisten. Wir sprechen also von 150 Watt Verstärkerleistung pro Lautsprecher. Nicht schlecht für so kleine Böxchen! Man habe sich bei Elac ganz bewusst für ein analoges Class-A/B-Konzept entschieden, so Entwicklungsleiter Rolf Janke. Bei Class-D seien insbesondere im Hochtonbereich immer noch Probleme der sauberen Durchzeichnung gegeben – und diesen Kompromiss wolle man bei der AIR-X-Serie nicht eingehen. Der Verstärker ist eine Eigenentwicklung aus dem Hause Elac, die trotz der respektablen Leistung lediglich eine etwa faustgroße Kernelektronik braucht.

Für den Tiefmitteltonbereich bis zur Grenzfrequenz von 2700 Hertz zeichnet ein bei Elac selbst entwickelter AS-XR-Konuslautsprecher – mit der typischen „Kristallmembran“ – verantwortlich. Er bekam eine Downfire-Bassreflexöffnung spendiert, die über einen definierten Abstand auf die Bodenplatte des Lautsprechers abstrahlt. „Obenrum“ arbeitet der allseits bekannte und gerühmte Jet-5-Hochtöner, ebenfalls eine Elac-Eigenentwicklung, die unter anderem auch in der 500-er Topserie spielt.


Downfiring – die Bassreflexöffnung der AIR-X 403 bläst gen Süden

Die Elektronik beinhaltet eine frei programmierbare DSP-Stufe, die verschiedene Entzerrungsmöglichkeiten bietet – und auch ein Delay für eine Zeitkorrektur der Chassis. Und so findet sich auf der Rückseite der Elac AIR-X 403 ein „Mäuseklavier“ mit acht DIP-Schaltern, von denen fünf zur klanglichen Anpassung an verschiedene Einsatzszenarien gedacht sind: Über die Schalter „Free/On-Wall“ kann eingestellt werden, ob der Lautsprecher frei oder wandnah aufgestellt ist. Der „Console“-Schalter sorgt für eine optionale Ortsentzerrung bei Nahfeldanwendungen, beispielsweise als Studiomonitor. Zwei weitere DIP-Schalter gestatten die Anhebung von Höhen und Tiefen um jeweils 2 Dezibel. Und zu guter Letzt wäre da noch eine zuschaltbare dynamische Loudnessfunktion. Vereinfacht gesagt, greift diese umso stärker an den Frequenzgangenden ein, je niedriger die Abhörlautstärke ist. Je höher der Pegel ist, desto mehr „schleicht sie sich aus“, so Rolf Janke. Basis dieser Loudnessfunktion seien die Fletcher-Munson-Kurven, die eine gehörrichtige Verzerrung des Frequenzbandes bei niedrigen Abhörlautstärken postulieren.


Schalten und walten: das Heck des AIR-X 403

Die restlichen drei Schalter gestatten es, zwischen fixer (zum Beispiel beim Einsatz einer separaten Vorstufe) und variabler Verstärkung auszuwählen, den Infrarotempfänger für die Signale der Fernbedienung zu deaktivieren sowie die Grundhelligkeit der frontseitigen Leuchtdiode für „Tag und Nacht“ anzupassen.

Auf drei Wegen kann man sich gewissermaßen Zutritt zum AIR-X 403 verschaffen. Wer es klassisch kabelgebunden mag, der kann mit analogen Signalen unsymmetrisch per Cinch- oder symmetrisch per XLR-Kabel Anschluss finden. Zu betonen ist, dass die im Lautsprecher verbauten Verstärker über die Fernbedienung lautstärkegeregelt werden können. Wer nur eine einzige Quelle nutzen möchte, der braucht also keinen Vorverstärker. Der dritte Weg ist der drahtlose: Hierzu ist die separat erhältliche AIR-X BASE erforderlich, ein kleines Kästchen, das A/D-Wandler und Sender vereint. Eingehende Analogsignale werden zuerst digitalisiert, gesendet wird komplett digital im KleerNet-Format, einem offenen 2,4-GHz-Standard, der Signale bis 48 kHz Samplingrate und 24 Bit Wortbreite unkomprimiert übertragen kann. Im Freifeld kann der Sender übrigens 70 Meter Luftlinie überbrücken. Im Lautsprecher wiederum werden die eingegangenen Digitalsignale zurückgewandelt und analog den Endstufen zugeführt.


Funken und wandeln: Die Elac AIR-X Base

Die den Lautsprechern serienmäßig beiliegende Fernbedienung gestattet unter anderem die Anwahl der Quelle und der Lautstärke. Sie kommuniziert ausschließlich mit den Lautsprechern. Somit kann man die AIR-X BASE theoretisch irgendwo in einem Schrank oder in den Niederungen des Hifi-Racks verschwinden lassen – die Kommunikation zwischen Lautsprecher und AIR-X BASE findet per Funkstrecke statt.

Die BASE verfügt über vier Eingänge, die in vielfältigen Kombinationen genutzt werden können. Eingang 1 ist ein analoger Cinch-Hochpegeleingang. Eingang 2 besteht aus einem Elac-Wireless-Dongle-Anschluss (beispielsweise für Bluetooth nutzbar), Eingang 3 kann wahlweise per 3,5-mm-Stereoklinke analog oder per TOSLINK digital beschickt werden. Der vierte Eingang wiederum wartet – ganz nach Belieben – mit einem TOSLINK und einem USB-Anschluss auf. Damit dürften die wichtigsten Heim- und Studioanwendungen abgedeckt sein, allein einen koaxialen S/PDIF-Input sucht man vergebens.


Die AIR-X Base kann digital wie analog

Bis zu drei AIR-X-Systeme können gleichzeitig genutzt werden, anhand von Schaltern auf der Rückseite der AIR-X BASE und des Lautsprechers kann der Anwender wählen, welcher Lautsprecher welches X-BASE-Signal wiedergibt – wobei die Zahl der eingesetzten Lautsprecher nahezu beliebig groß ist. Wer also eine Party im Haus feiern und alle Räume beschallen will, der kann theoretisch beliebig viele Lautsprecherpaare mit einer BASE befeuern – wobei bis zu vier unterschiedliche Musikprogramme in bis zu drei verschiedenen Lautsprechergruppen wiedergegeben werden können.

 

 

 

 

Im Test:

Aktivlautsprecher:
Elac AIR-X 403, optional mit AIR-X Base

Preis: 2.900 Euro, optional zzgl. 390 Euro für AIR-X Base

Hersteller/Vertrieb:
ELAC Electroacustic GmbH

Web:
www.elac.de
eMail:
info@elac.com

Telefon:
+49 (0) 431 647740


 

Equipment:

Quelle:
iPod classic 5 160GB mit Pure i-20 Dock
Pro-Ject Xpression III mit Ortofon OM 30 Super
Audiolab 8200CDQ

Verstärker:
Audiolab 8200CDQ Vorstufe
Dynavox TPR-2 Vorstufe
Trends Audio TA-10.2 SE
Yarland FV-34C III
Abacus Ampollo Endstufe

Lautsprecher:
Neat Momentum 4i Stand-Lautsprecher
Nubert nuBox 101 mit AW 441 Subwoofer
Selbstbau-Transmissionline (Breitband F120A)

Kabel:
Goldkabel Profi NF
Ortofon SPK 500 (LS)
Real Cable OFC 400 (LS)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hat's gefunkt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

tiefgründig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

universell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

auch ohne vorverstärker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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