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Test: Blumenhofer Acoustics Fun 13 | Lautsprecher
Preis: ab 2.400 Euro

Have Fun!

Blumenhofer Fun 13

 

Januar 2012 / Ralph Werner

Vor gut einem Jahr war die knapp 9.000 Euro kostende Genuin FS3 - ein Zwei-Wege-Bassreflex-Lautsprecher mit Hochtonhorn - von der bayrischen Manufaktur Blumenhofer Acoustics bei uns. Nun ist von der gleichen Firma die Fun 13 hier, und ein Horn besitzt der aktuelle Proband ebenfalls - allerdings „nur“ für die unteren, nicht für die oberen Lagen. Erstaunlich, oder? Ein Basshorn, das hat man nun wirklich nicht gleich auf der Rechnung angesichts der zwar recht hohen, aber doch auch auffallend schmalen Säule mit dem kleinen, gelben Wooferchen; und auch nicht angesichts des Preises: ab 2.400 Euro das Paar.

Blumenhofer Fun 13Die Fun 13 stellt das neue Einstiegsmodell der Bayern dar und ist der mit Abstand günstigste Lautsprecher im Blumenhofer-Portfolio. Gleichwohl gelte weiterhin „Made in Germany“, weder Schreinerarbeit noch Montage der Box würden ins günstigere Ausland outgesourct, nein, das alles geschehe in Augsburgs westlichen Wäldern (siehe Blumenhofer-Firmenbericht), so Andrea Vitali, der für Marketing & Vertrieb Zuständige. Auch das finde ich erstaunlich. Nun gut - womit haben wir es hier eigentlich zu tun?

Wie bei allen Lautsprechern der Firma, handelt es sich auch bei der Fun 13 um einen Zweiwegler. Die Chassis - eine 19-mm-Gewebekalotte für den Hochton, ein 13 cm durchmessender Bass/Mitteltöner mit dreischichtiger Hexacone-Sandwich-Membran aus Kevlar - bezieht man von Eton, einem deutschen Hersteller, der quasi bei Blumenhofer um die Ecke, nämlich in Neu-Ulm seine Dependance hat. Besondere Anpassungen an diesen Treibern nimmt man seitens Blumenhofer Acoustics nicht vor.

Was ich mich angesichts des Konus spontan frage, ist: Wann habe ich schon mal so wenig Treiberfläche in einer Standbox verbaut gesehen? Sogar die niedliche Neat Motive SE 2 hatte da, glaube ich, mehr zu bieten, und die war keine 80 cm hoch, die Fun 13 hingegen bringt's auf über 1,1 m. Und auch, wenn die Blumenhofer mit ihren 17 cm Breite schlank wirkt, ist sie doch ein halbwegs stattlicher Lautsprecher, was die äußeren Maße angeht. Aber eben einer mit einem Bierdeckel-großen Treiberchen ...

Nun kann man aber argumentieren, das sei nur die halbe Wahrheit. Denn schließlich besitzt die schmale Blumenhofer-Säule, wie eingangs erwähnt, ein Basshorn und die Öffnung dieses Horns, der sogenannte Hornmund, kann quasi als „virtuelle Membran“ zur schallabstrahlenden Fläche hinzugezählt werden; im Fall der Fun 13 besitzt der Hornmund knapp 300 cm² Fläche, und dass er genau Richtung Boden zielt, vergrößert den Wirkungsgrad im Arbeitsbereich - der zwischen 50 und 400 Hertz liegt - noch.

Der Hornmund der Blumenhofer Fun 13 strahlt Richtung Boden ab
Der Hornmund der Blumenhofer Fun 13 strahlt Richtung Boden

Bei der Fun 13 handelt es sich um ein Viertelwellenhorn, die rückwärtige Schallenergie des Eton-Konus wird also nutzbar gemacht, indem sie auf einen zwei Meter langen, sich stetig weitenden Weg Richtung Bodenöffnung geschickt wird - so wie bei einem Backloaded-Horn, doch im Gegensatz zu diesem ist dank der einfacheren Geometrie keine Druckkammer vonnöten, was die schlanken Bauform der Fun 13 mit ermöglicht, so Andrea Vitali. Im Grunde ist das Fun-13-Basshorn nix anderes als ein schräg gestelltes Brett in einer länglichen Box. Hört sich in der Theorie einfach an, muss praktisch aber auch funktionieren. Doch zum Klanglichen kommen wir ja gleich.

Eton-Chassis der Blumenhofer Fun 13

Das Lautsprecherkabinett ist übrigens - unüblich bei Blumenhofer - aus 19 mm starkem MDF-Platten gefertigt. Hier habe man den Rotstift ansetzen müssen: Die Verwendung von Birke-Multiplex, wie bei den anderen Lautsprechern im Programm, sei in dieser Preisklasse nicht machbar. Nicht allein, weil das Material als solches teurer, sondern weil die Verarbeitung von MDF wesentlich einfacher und schneller möglich sei - und Zeit ist Geld.

Um die Dinge bei der Fun 13 möglichst einfach zu halten, wurde auch darauf verzichtet, der Frequenzweiche (die Trennung erfolgt bei 3 kHz mit 12 dB/Oktave) eine eigene Kammer zu spendieren, wie dies beispielsweise bei der Genuin FS 3 der Fall ist. Bei der Fun 13 steckt sie im unteren, geschlossenen Ende des Basshorns. Sympathisch, dergleichen als notwendige Einsparmaßnahmen „zuzugeben“. Gibt es nicht um Vielfaches kostspieligere Lautsprecher, die aus MDF gefertigt werden und ebenfalls keine separate Weichen-Kammer besitzen? Mir scheint das sogar eher der Standard zu sein.

 

 

 

 

 

Im Test:

Stand-Lautsprecher:
Blumenhofer Fun 13

Hersteller & Vertrieb:
Blumenhofer Acoustics

Telefon: 08239-7394


eMail: info@blumenhofer-acoustics.com

Web: www.blumenhofer-acoustics.com

UVP: ab 2.400 Euro
(Testmuster mit Sonderfurnier: 2.700 Euro)


 

Equipment:

Quellen:

analog:

Laufwerk:
VPI Scout II

Tonarme:
SME M2 12 Zoll
VPI JMW 9T

Tonabnehmer:
Denon DL-103
Ortofon MC Rondo Bronce
ZU Audio DL-103

Phono-Vorverstärker:
SAC Gamma Sym

digital:

(SA)CD-Player:
Luxman D-05

Computer & Co:
Logitech Squeezebox 3
Readynas Duo NAS-Server
HP Notebook

DA-Wandler:
Benchmark DAC1 USB

Verstärker:

Vorverstärker:
Octave HP300 inklusive MC-Phonoboard

Endverstärker:
Electrocompaniet AW180

Vollverstärker:
Denon PMA-2010AE

Lautsprecher:

Ascendo System F
Thiel SCS4

Diverses Zubehör, Kabel, Racks etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fun 13, das horn mit
dem treiberchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die halbe wahrheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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