fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Test: Audioplan Kantata | Lautsprecher | Preise: ab 3.200 Euro, 1.000 Euro für optionale Aluminium-Ständer (jeweils Paar)

Kritischer Genießer

Audioplan Kantata

Juli 2011 / Martin Mertens

Während neue Boxen bei manchen Herstellern ungefähr im Jahresrhythmus vorgestellt werden, ist ein neuer Lautsprecher aus dem Hause Audioplan (www.audioplan.de) schon eine kleine Sensation. Ich beschäftige mich seit etwa 25 Jahren mehr oder weniger intensiv mit HiFi, und Audioplan-Boxen zählen traditionell zu den festen Größen im Bereich der audiophilen Schallwandler.

Bei fairaudio bereits zu Gast waren die die Mitte der Audioplan’schen Modellpalette definierenden Kontrast V. Bei den kleineren, als Kompaktlautsprecher konzipierten Audioplan Kantata mit StänderKantata, um die es im Folgenden geht, handelt es sich um die neuste Audioplan-Entwicklung. Sie treten das Erbe der Kontrapunkt an.

Die Kantata sind zwar Zwei-Wege-Kompaktboxen, gehören aber definitiv nicht ins Regal - dazu sind sie mit 380 Millimetern auch zu tief - sondern auf die eigens für sie entwickelten Lautsprecherständer. Zum einen sehen die Lautsprecher darauf am besten aus - die Ständer sehen von der Seite wie ein „Z“ aus und deren Schräge wird vom seitlichen Teil des Lautsprechers optisch aufgenommen -, zum anderen sind Lautsprecher und Ständer auch klanglich optimal aufeinander abgestimmt. Der Philosophie des Hauses Audioplan entsprechend, bilden Antispikes sowohl die Verbindung der Ständer zum Boden als auch zu den darauf stehenden Lautsprechern.

Die Bestückung der als Bassreflexsystem konzipierten Kantata setzt sich aus einem 145-mm-Tiefmitteltöner und einer 27-mm-Hochtonkalotte zusammen. Bei den von Seas stammenden Chassis werden spezielle Wünsche von Audioplan berücksichtigt - es handelt sich also nicht um irgendwelche Bauteile von der Stange. Das 145-mm-Tiefmitteltonchassis besitzt eine Membran aus gewebtem und verklebtem Kunststoff.

Audioplan Kantata - Details des Tief-/Mitteltöners

Anstelle einer Staubschutzkalotte hat das Chassis einen Phaseplug aus Kunststoff. Damit kann die sonst übliche Staubschutzkalotte im Zentrum der Membran entfallen. Staubschutzkalotten stehen im Verdacht, für unerwünschte Kompressionseffekte der zwischen dem Polkern des Magneten und eben der Staubschutzkalotte eingeschlossenen Luft verantwortlich zu sein. Daneben soll ein Phaseplug das Abstrahlverhalten eines Chassis verbessern.

Im ausgebauten Zustand ist die moderne Korbform mit dünnen Stegen sowie die großzügig belüftete Schwingspule des Chassis zu sehen. Aus der Kontrast übernommen ist die Technik, den rückwärtig abgestrahlten Schall durch eine labyrinthartige Bedämfung des Gehäuses mit formgestanzten Wollfilzplatten zu filtern. Die vom Tiefmitteltöner nach hinten ins Gehäuse abgestrahlten mittleren Töne werden im Filzlabyrinth absorbiert, die tiefen Töne gelangen dagegen ungehindert zur Bassreflexöffnung, wo sie dank gezielt abgestimmter Resonanz die Wiedergabe der unteren Lagen unterstützen. Bei der Bassreflexabstimmung verlässt sich Thomas Kühn, der Kopf bei Audioplan, nur bei den ersten Entwürfen auf Formeln und Computersimulationen. Die endgültige Abstimmung des Bassreflexsystems erfolge nach Gehör, wobei immer berücksichtigt werde, dass die Belastung für den Verstärker und das Chassis gering bleibt. Man könne ein kleines Chassis allerdings auch auf Teufel komm raus zu einer rechnerisch und messtechnisch beeindruckenden Tieftonwiedergabe zwingen. Allerdings muss die kleine Membran dann wilde Hübe vollführen und die dynamische Impedanz des Lautsprechers wird im Bassbereich kritischer. Die Folge ist, dass man akustisch mit Kompressionseffekten der Luft und elektrisch mit der Stromlieferfähigkeit des Verstärkers zu kämpfen hat – beides keine guten Voraussetzungen für eine souveräne Basswiedergabe.

Chassis der Audioplan Kantata

Das Gehäuse der Kantata besteht aus HDF und verfügt über ein neu entwickeltes „Woofer Resonance Control“-System (WRC). HDF - hochdichte Faserplatte, weist im Gegensatz zu dem üblicherweise im Lautsprecherbau verwendeten MDF (mitteldichte Faserplatte) eine höhere Dichte und damit eine höhere Stabilität auf. Deshalb wird es meist in dünneren Materialstärken verarbeitet. Nicht so bei der Kantata. Hier wird HDF in 19 mm Stärke verwendet, was auch bei MDF ein gängiges Maß für Lautsprecher dieser Größe ist. Zudem wird das Gehäuse der Kantata noch durch eine zusätzliche Versteifung im Inneren sowie durch den Bassreflexkanal stabilisiert.

WRC-System der Kantata

Das erwähnte WRC-System dient zur Kontrolle und Ableitung der Schwingungsenergie des Tiefmitteltöners. Es handelt sich um eine spezielle Konstruktion, bei der die mechanische Energie, die das Tiefmitteltonchassis im Normalfall an das Gehäuse abgibt, in einen Antispike geleitet wird, der sie aufnimmt und absorbiert. So soll vermieden werden, dass Schwingungen des Tiefmitteltöners auf den ebenfalls im Gehäuse sitzenden Hochtöner übertragen werden und die Hochtonwiedergabe stören. Bei der Kontrast V ist der Hochtöner aus diesem Grunde in einem eigenen, entkoppelten Gehäuse untergebracht.

WRC-System der Kantata - von innen

 

 

 

 

Im Test:

Kompakt-Lautsprecher:
Audioplan Kantata

Hersteller & Vertrieb:
Audioplan

Telefon 07246 - 17 51

eMail: info@audioplan.de

Web: www.audioplan.de

Paar-Preise:
- ab 3.200 Euro
- 1.000 Euro für optionale Aluminium-Ständer


 

Equipment:

Quellen:

analog:
Thorens TD 160 HD
(mit TP250 Tonarm &
Benz Micro MC Gold
Tonabnehmer)

digital:
Creek CD 43 Mk II
Logitech Transporter


Verstärker:

Phono-Pre:
Lehmann Black Cube SE II

Vollverstärker:
Jadis Orchestra blacksilver
Exposure 2010 S
B.M.C. Amp C1
Accustic Arts Power I Mk2
Magnat RV2

Lautsprecher:
Gaithain ME150

Kabel:
NF: Vampire CC
LS: Fast Audio Compact 6M in Biwiring-Konfiguration

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gehört auf
einen ständer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gewebt und verklebt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

woofer resonance control