diesen song hatte ich bei anderen lautsprechern raumfüllender in erinnerung
tonmöbel im wortsinn
diese lautsprecher spielen klar, crisp
und ehrlich
jetzt reißen
wir mal richtig auf
system audio
mantra 60 - ungemein beruhigend
... oder macht sie sich damit die Finger schmutzig? „The Brother Song“ von Crime & The City Solution, ein Meilenstein versoffener Kaputtheit, dabei aber irrlichternd schön und traurig zugleich. Die Darbietung der mantra 60 erstaunt mich zunächst ein wenig, denn diesen Song hatte ich bei anderen Lautsprechern insgesamt raumfüllender in Erinnerung, merke aber bei genauem, vergleichendem Hören: Wiederum ist die Bühne unseres Probanden tief und bis in die hinteren Ecken sauber ausgeleuchtet. Aber eben nicht übertrieben breit. Beim Herumwandern stelle ich erfreut fest, dass dieser Lautsprecher in Sachen Aufstellung ausgesprochen unkompliziert ist. Auch noch einen halben Meter links beziehungsweise rechts der idealen Hörposition ist ein konsistentes Bühnenbild vorhanden, was die mantra 60 - ganz unabhängig von ihrem eleganten Äußeren - zu einem Tonmöbel im Wortsinne qualifiziert.

Weiter mit Steven Bernsteins Album Diaspora Soul, hier der Track „Manishtana“. Dieses jüdische Traditional, anlässlich des Pessach-Fests gesungen, wird bei Steven Bernstein zu einem sexy Instrumental, denn es wird so richtig schön schlampig von Trompete und Tenorsaxofon runtergerotzt, hinten links orgelt ein Wurlitzer-Piano mit bei Höchststand abgebrochenem Tremolo-Knopf - und es ist dies wohl eines der wenigen Stücke, bei denen die provozierend langsame Percussion den Song bremst. All dies serviert die mantra 60 mit weißen Handschuhen, wie ein guter Barmann den Martini Cocktail; also elegant und geschmeidig, aber auch etwas „vornehm-distanziert“. Welche Musik mag noch zu diesem Lautsprecher passen? Aber natürlich: Steely Dan. Die wundervoll arroganten Tüftler mit dem Händchen für die glitzernde Studio-Produktion. Ich höre mich durch „Babylon Sisters“, „Haitian Divorce“, später auch „West Of Hollywood“ und habe Spaß. Diese Lautsprecher spielen klar, crisp, ehrlich - und deshalb ungemein langzeittauglich.

Zu guter Letzt ein wenig Elektronik. „Trouble Rides A Fast Horse“, ein energetischer Drum & Bass Track von Palm Skin Productions, vom sehr empfehlenswerten Album Remilixir. Synthesizer mit knallender Attack sowie abgrundtiefe Subbässe und live zugespielte, präzise Drums. Jetzt reißen wir mal richtig auf. Die präzise Bassdrumarbeit und der elektronische Bass knallen gut rein und lassen sich lautstärkemäßig bestens hochskalieren, und das bei konstanter Präzision und Attack, fordern allerdings auch einen potenten Zuspieler. Der Opera Audio M100 plus (Röhre, 2x40W) bringt’s locker, der Yamaha A-S 2000 (Transistor) sowieso; beim Yarland FV 34 CIII (Röhre, allerdings nur 2x10W) hingegen fangen die Bässe an zu schlabbern, was der mantra 60 nicht angekreidet werden kann, es sollte nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden: Wer den bei mittleren und geringen Lautstärken quasi im Lieferumfang enthaltenen präzisen Antritt auch bei höheren Pegeln genießen möchte, sollte einen Verstärker davorschnallen, der hier mithalten kann.
