die nubox 101 kann recht stolze 90 watt sinus ab - und im zweifel retten schutzschaltungen den winzling
kleiner hochtonboost gefällig? ein kippschalter macht es möglich
bisher habe ich um nubert-lautsprecher einen kleinen bogen gemacht

Die nuBox 101 ist ein Zweiwegelautsprecher mit Bassreflexöffnung. Im 11,5cm-Tiefmitteltöner schwingt eine Polypropylenmembran. Der 19mm-Kalotten-Hochtöner indes verfügt über eine Textilgewebe-Membrankuppel. Versorgt werden diese beiden Chassis über eine Frequenzweiche, auf der immerhin 16 Bauteile verbaut sind, was in dieser Preisklasse nicht gerade Standard ist.

Nebst hochwertigen Folienkondensatoren finden sich auf dieser Frequenzweiche auch Schutzschaltungen, die im Fall der Fälle den Winzling retten sollen. Allerdings kann der laut Datenblatt sowieso schon recht stolze 90 Watt Sinus ab - und Impulsspitzen von 120 Watt. Na ja, eigentlich wird man die nuBox 101 wohl nur mit grobem Vorsatz elektrisch zerstören können.

Wo wir bei der Weiche sind - es gibt eine weitere Besonderheit zu vermelden: Auf der Rückseite der Box befindet sich innerhalb des Anschlussfelds ein kleiner Kippschalter, der es gestattet, den Hochtöner einen Tick lauter aufspielen zu lassen, um vermufften Abhörsituationen entgegenwirken oder allzu puristischen Verstärkern ohne Klangregelung im Nachgang die Zunge herausstrecken zu können. Der Frequenzgang der nuBox 101 ist mit 78 - 22.000 Hz angegeben und der Wirkungsgrad liegt bei eher bescheidenen 84,5 dB/Watt/m. Das Anschlussfeld wartet mit handelsüblichen Schraubklemmen auf; somit kann die Box wahlweise mit schierer Litze, Kabelschuhen oder Bananensteckern bedient werden.

Privat habe ich bisher um Nubert-Lautsprecher einen kleinen Bogen gemacht, was keinesfalls am Prinzip des Direktversands liegt, sondern ausgerechnet an der oben angedeuteten Konzentration auf recht umfangreiche Frequenzweichen, die dem Entwickler Günther Nubert erwiesenermaßen am Herzen liegen. So sehr ich elektrotechnisch seinen Ansatz nachvollziehen kann, nicht nur einfach jedem Lautsprecher seinen Frequenzbereich zuzuschaufeln, sondern über die Weiche zum Beispiel auch das Ein- und Ausschwingverhalten des Schallwandlers zu optimieren - mein sich auf Empirie stützendes Credo „Je mehr Bauteile im Signalweg, desto weniger effizient spielt die Komponente“, verbunden mit meinem Faible für ausgesprochen einfach aufgebaute Röhrenverstärker führten bei mir bis dato immer zur Sorge, Nubert-Lautsprechern schlicht und einfach nicht genügend Verstärkerleistung bieten zu können.
