Klangfluss
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

 

doppelt hält besser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

exklusiver geschmack

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

parallel kann jeder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vertikal montierte frequenzweiche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

messing, aber solide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

glänzend

Volent Paragon VL-2: Hochtonbändchen

Freilich besitzen Bändchen auch ein paar Nachteile - ein geringer Pegel (wegen des geringen Hubs) wird Ihnen nachgesagt, weshalb auch meist versucht wird, die effektive Fläche zu vergrößern. Wird diese aber größer - bei Hochtönern also in der Regel länger -, so kommt es tendenziell zu einer stärkeren Beugung. Und so kränkeln manche Bändchen an einem engen Sweetspot und einer tonalen Mischung, die sich je nach Hörposition anders darstellt - vor allem in der Vertikalen. Hier setzt die "Twin Ribbon" Technologie von Volent an: Dieses Bändchen ist kürzer als die meisten, aber dafür breiter. Die "Kürze" soll sich durch eine geringere vertikale Beugung bemerkbar machen und die "Breite" macht wieder etwas Fläche gut - ohne dass es zu einer kritischeren horizontalen Richtcharakteristik kommen soll. Volent gibt einen 2,2 dB-Abfall bei 15 Grad aus der vertikalen Achse an - ein "normales" 6 Zentimeter langes Bändchen läge bei - 9 dB. Die Aluminiumfolie des LCY-130 misst insgesamt 3,8 Zentimeter. Sie ist auf einer Länge von 2,5 cm in der Mitte durchgeschnitten, so dass der Eindruck entsteht, es seien zwei Bändchen (mit je einem Zentimeter Breite) in einem Gehäuse vereint. Das Zwillingsdesign ermögliche eine höhere Frequenz, so Herr Lau, vor allem aber sei der Klang hierdurch "more sweet and fruitful". Dagegen habe ich nichts ...

Volent Paragon VL-2: Bändchen seitlich

Wer in den höheren Regionen sprintet, kann sich unten keine Fußfessel erlauben. Relativ schwere Membranmaterialien für den Mitten-/Tieftonbereich schieden daher wohl von vornherein aus den Überlegungen aus. Dass es der Siebenzöller des italienischen Herstellers ATD geworden ist, beweist aber wohl Geschmack - zumindest sind Produkte, die diesen Treiber verwenden, nicht immer sehr "volksnah" gepreist (z.B. Magico Mini I, Zweiwegler und kompakt auch dieser Wandler - 20.000 $. Da sind dann aber die Stands schon drin, muss man fairerweise sagen ... Wieso eigentlich nicht gleich 200.000 $? Wenn, dann richtig! Schick ist er aber schon, googlen Sie mal).

Detail ATD-Chassis / aufgedampftes Titan

Das Chassis ist eine Sandwich-Konstruktion: Im Inneren besteht es aus Graphit, welches dann beidseitig mit Titan bedampft wird. So soll der Zielkonflikt zwischen hoher Steifigkeit einerseits und geringem Gewicht andererseits gelöst werden - bei gleichzeitig hoher innerer Dämpfung. Ersteres wird auch durch die Bauart zusätzlich unterstützt: Ein Vollkonus (also ohne Loch in der Mitte der Membran) ist eben in sich wesentlich stabiler, als ein "gewöhnliches" Modell. Freilich auch aufwändiger zu produzieren und diffiziler zu zentrieren - sitzt die Mitte nicht exakt mittig, so besitzt man bei ihnen keinen Spielraum mehr. Vielleicht einer der Gründe für den hohen Preis dieses Konzeptes. Das ATD-Chassis ist recht weich aufgehängt, ein Neodym-Magnet sorgt für ein starkes Feld. Dies alles zusammen soll für ein extrem hohes Tempo sorgen, bei guter innerer Dämpfung der Membran (kein "Resonanz-Klingeln", wie bei "Voll"-Metall-Chassis gefürchtet).

 

phonosophie
6moons
Kef Blade
Transrotor

 

Weitere technische Besonderheiten? Das Gehäuse (25 mm starkes HDF, Schallwand 40 mm, innen verstrebt) ist zwecks Minimierung stehender Wellen überwiegend "nichtparallel" ausgelegt. An den Seiten verjüngt es sich nach hinten; dafür steigt der "Deckel" in die Höhe:

Volent Paragon VL-2 von oben

So wird oben wieder Volumen gut gemacht, welches die Seitenwände hinten nehmen. Die dämpfende Füllung der Volent Paragon VL-2 besteht nicht aus schnödem Noppenschaum, sondern aus 100% Schafswolle. "Passend zur Jahreszeit", mögen sich einige denken, in Hongkong denkt man aber eher an klangliche Superiorität - insbesondere im Bassbereich soll sich dies bemerkbar machen. Des Weiteren sitzt die Frequenzweiche vertikal und nicht horizontal im Gehäuse. Derart sollen Vibrationen vermieden werden und die Kondensatoren nicht zu arg unter Mikrophonieeffekten leiden. Eine noch sauberere Wiedergabe, gerade auch in den tieferen Gefilden, wird sich davon versprochen. Da versteht es sich fast von alleine, das die Weichen-Zutaten von guter Qualität sind.

Volent Paragon VL-2: Die Weiche

Die Lautsprecherklemmen sind sehr löblich.

Volent Paragon VL-2: Das LS-Terminal

Neben dem "Einhand-Cardas-Terminal" (das aber keine Bananas ermöglicht) ist dieses hier mein liebstes Kabelanschlussfeld. Groß, solide, schön weit auseinander stehend - als extra Clou können Bananas via Drehung des äußeren Ringes bombenfest angezogen werden. Fein, fein.

Volent Paragon VL-2: Detail Klemme

Die äußere Erscheinung der Volent Paragon VL-2 ist a) qualitativ sehr edel und b) sagen wir einmal sehr eigenständig. Der Farbton des Nussholzfuniers hat etwas gediegen-englisch Clubartiges, die Lederbespannung der Schallwand lässt Sonus faber-Assoziationen wachwerden. Die Formgebung besitzt gleichzeitig etwas Bauchiges und Modernes, der Silberglanz der Chassis verströmt etwas Technisches ... Okay, ich gebe es zu: Meinen persönlichen Design-Award bekommt die Kleine nicht. Dafür sagten aber auch wirklich alle, die mich in der letzten Zeit besuchten: "Ach, die ist aber mal hübsch!" Und hochglänzend, würde ich hinzufügen - solche "unfreiwilligen" Schnappschüsse entstehn bei Detailaufnahmen vom Edelfunier:

Volent Paragon VL-2: Spiegelung im Funier