Klangfluss
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

edele seide

 

 

 

 

 

 

 

... sorry, ich glaube, so könnte es hier einigen gehen ...

 

 

 

 

einerseits ist man hin und weg, so frei spielt sie auf, andererseits ...

 

 

 

 

 

 

 

wer so seine suppe würzt, sollte klangregler vielleicht auch nicht verabscheuen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

also mal eine röhre probieren ...

 

 

 

 

 

 

man kann sie erstaunlich weit auseinander rücken, sie zeigt sich recht aufstellungs-
unkritisch.

 

 

 

 

 

 

 

habenseite: lebendig und räumlich

 

soll: etwas zu präsent

 

 

 

 

 

Also alles perfekt, atemberaubende Raumabbildung, Bass schnell und griffig, Höhen weich? Ja, schon, aber was nicht so schön ist, zumindest für mein Empfinden, ist der Mitten- und Präsenzbereich. "Klangfarbenstark" habe ich hier und dort gelesen. Soso, da ist wohl jemand Freund von Aquarellen, wie? Hier stimmt was nicht, dort wo die Wärme einer Stimme sitzen sollte, kommt zu wenig; dafür sind Zungenschläge eingezoomt, fast spürt man den Speichel spritzen und das ist faszinierend, denn in Kombination mit der grandiosen Lokalisations-Schärfe hat man das Gefühl, man könne den Sänger anfassen. Ich mag das, so was ist ganz wichtig: Es gibt einem die Illusion, live dabei zu sein. Aber warum klingt die Stimme nur so klinisch, so abgemagert, so, als wären nur Mund und Zunge beteiligt? Präsenz ist okay, Überpräsenz ist aber auf Dauer lästig. Und, sorry, ich glaube, so könnte es hier einigen gehen. Das gleiche zeigt sich auch bei Gitarren: schnell, flirrend, frei und impulsiv - das ja. Aber auch latent flach, körperlos und stählern. Sehr schön, wie hart die Saite angerissen wird. Aber so hart klingt das nicht in echt. Wo ist der Holz-Korpus geblieben?

Mein erster Verdacht war, dass sich das alles im Laufe der Zeit legen würde. Aber die Einspielzeit dürfte nach knapp hundert Stunden langsam vorbei sein, und so viel hat sich in der Zwischenzeit auch nicht getan. Klar wurde es etwas besser, aber der Grundcharakter ist geblieben. Und deswegen sage ich, die Argenta macht es einem nicht leicht: Einerseits ist man hin und weg, so frei spielt sie auf; andererseits hat sie eine Tendenz zum Lästigen, und - je nach vorgeschalteter Elektronik - zum Farblosen. Was macht man denn nun damit? Basteln!

 

Bastelstunde

Was macht der HighEnder, wenn es tonal nicht hinhaut? Er kauft ein Kabel. Ehrlich gesagt, ist mir das stets ein wenig suspekt geblieben. Wer so seine Suppe würzt, sollte Klangregler vielleicht auch nicht verabscheuen. Aber es ist wohl auch eine Dosisfrage, ein bisschen Feinschliff kann nicht schaden. An Kabeln gab es ZU Libtec und Fast Audio Compact 6M als Lautsprecher-Verbinder; den NF-Bereich übernahmen van den Hul "Integration Hybrid" und Zaollas Reinsilberstrippen.

Das Ergebnis war durchwachsen (und insofern Wasser auf meine Mühlen was die Sache mit der Tonkorrektur via Strippe angeht): Das ZU-Kabel war gewohnt schnell, aber als das Fast dran war, wurde der Argenta ein wenig die Schärfe genommen - dafür war der Bass weicher. Mehr Körper konnte es den Instrumenten aber auch nicht verleihen. Ähnlich war es mit den Cinchkabeln: Die Silberstrippe silbriger - was an diesem Wandler nicht nottut - das van den Hul etwas ausgewogener. Fazit: Ja, es sind Unterschiede zu hören - allein, das Gefühl, dass es "Einrastet", hatte ich nicht. An einem völligen Mismatch der Verkabelung liegt es also nicht, dass die kleinste Sonics so tönt, wie sie tönt. Gehen wir einen Schritt weiter und ändern den Verstärker .

Mit dem Dussun V8i steht alles wie eine Eins sauber aufgegliedert. Der Bass ist trocken, fast schon dröge, aber es ist auch ganz schön hart. Klavieranschläge, beispielsweise, kommen nahezu herausgehämmert. Normalerweise ist mir das so auch lieber, als verschlafen, aber es ist ein bisschen sehr viel. Zudem sollte das Ausschwingen dann auch glaubhaft und mit Körper kommen - so hat man das Gefühl, es sei ein Stakkato. Stimmen wirken nasal-hingehaucht. Verführerisch bei mancher Sängerin, aber nach fünf Minuten kennt man den Effekt und danach kommt keine rechte Freude mehr auf. Weg mit dem Dussun.

 

adagio music gamut
Einstein Audio
Denon
Thorens TD 309

 

Da der C.E.C.-AMP 5300 gerade beim Kollegen unter Beobachtung steht, wird er direkt mal ausgeliehen und angeschlossen. Gar nicht so übel. Das Eisenharte, wie mit dem China-Amp, ist weg. Die Höhen sind feiner aufgelöst, der Bass ist recht ähnlich, vielleicht blasser. In Summe passt wohl das Adjektiv "hell". Hart nicht mehr, aber manchmal doch noch spitz. Und etwas blass. Das bringt mich auch nicht weit nach vorne ...

Dritter Versuch: Also mal eine Röhre probieren, LUA 4040C. Erwartungsgemäß klingt es wärmer, weniger harsch. Den Stimmen wird ein Körper introjiziert, endlich etwas weicher, runder und glaubwürdiger - aber auch kein richtiger Kick. Intim ist das nicht, es wurde lediglich ein Fehler gedämpft, ohne an die Wurzel zu gehen. Es bleibt etwas flach. Der Bass weicht ein wenig auf und wird etwas wärmer, voller. Das ist besser als bei den Transistoren. Die Höhen sind aber nicht mehr so strahlend, ein Becken ist teilweise nur zu erahnen, wo es vorher gut zu vernehmen war. Tja, durchwachsen. Insgesamt gefällt mir die Performance in Kombination mit dem Lua am Besten - aber das liegt nicht am zusätzlichen Zauber, sondern an der runderen Präsentation der oberen Mitten und am Bass, der als Kontergewicht die Gesamtdarstellung nun ausgewogener macht.

Ehrlich gesagt, ist das alles hier schon sehr gut - nur nicht so mein Geschmack. Es ist immer noch zu hell für mich und die Attacke und der Bühnenaufbau sind durch die Röhre etwas auf Normalmaß zurechtgestutzt worden - schade eigentlich! Das, was die Argenta sehr gut kann, wird abgeschwächt und dort, wo sie weniger überzeugt, wird ihr durch den sexy harmonischen Klirr der glimmenden Glaskolben mehr Leben eingehaucht.

Zur Aufstellung: Man kann sie erstaunlich weit auseinander rücken, ohne dass die Bühne wankt. Ein Vorteil wie ich finde, so wird eine größere Darstellung geboten und die wunderbare Abbildung bleibt trotzdem bestehen. Ich habe die Argenta ungefähr einen halben Meter von der rückwärtigen Wand entfernt positioniert, dort wird der Bass angenehm unterstützt, ohne dass die Räumlichkeit einknickt. Den Neigungswinkel kann man natürlich auch variieren, sollte sich aber nicht Welten davon versprechen; genauso wenig, wie bei der Wahl, den Tweeter außen oder innen zu positionieren. Sowieso zeigt sich die Argenta recht aufstellungsunkritisch: Steht einem der Sinn danach, kann man sie durchaus auch völlig frei aufstellen und näher zusammenrücken, oder sie als Nahfeldmonitor verwenden.

 

Fazit:

Manchmal ist man am Ende so schlau wie am Anfang und das befriedigt einen nicht wirklich. Was fange ich denn nun mit dem Sonics Einstiegsmodell an? Der Hype ging vor anderthalb Jahren los, es wurde einiges geschrieben - auch in Internet-Foren - und zumeist positiv. Ich kann das aber, sorry, nur zu sagen wir mal 70% nachvollziehen. Auf der Habenseite stehen für mich ganz klar die Lebendigkeit und die Räumlichkeit der Argenta. Hier etwas in der Preisklasse zu finden, was dem nahe kommt, wird schwer. Ganz schwer. Deswegen ist auch spontan jeder sehr angetan, der diesen Lautsprecher zum ersten Mal hört. Es knistert eben.

Auf Dauer kann einen die Mittenwiedergabe aber ermüden. Zu hart, zu präsent ist sie, zumindest für mein Empfinden. Ich habe mich öfter dabei erwischt, lieber den Pegel leiser zu drehen. Ich weiß, das hört sich nach einem hartem Verdikt an - aber warum eigentlich? Es ist nämlich ganz erstaunlich, was man an Details und Rauminformationen bekommt, obwohl der Pegel geschätzte 30% unter der Zimmerlautstärke ist. Mit der Argenta macht es Spaß, leise zu hören. Etwas, was von den meisten Lautsprechern wohl nicht gesagt werden kann - viele brauchen ein gewisses Level, um lebendig zu werden. Besitzt man eine Röhre und eine saubere Quelle und verkabelt dies nicht unbedingt mit den analytischsten Strippen des Weltmarktes - dann kann die Argenta eine sehr gute Wahl sein. Man bekommt Live-Feeling schon bei moderaten Pegeln und langweilen wird sie einen auch nicht - dafür ist sie zu vorwitzig.