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Test: Arcam Solo Music | All-in-one-Receiver mit CD-Laufwerk und Netzwerkplayer | Preis: 2.200 Euro

Die Alleskiste

Arcam Solo Music

Nick Mavridis / Juni 2016

„Na gut. Wenn es nur eines ist, dann darfst du.“ – Was wie die Antwort eines Elternteils auf die Frage nach einer Süßigkeit vor dem Mittagessen klingt, könnte auch die Antwort des Partners oder der Partnerin auf den Vorschlag sein, die in die Jahre gekommene heimische Komponentenanlage durch ein Gerät wie den Arcam Solo Music (Web: www.arcam.co.uk) aufzubessern: Arcams Solo trägt ja schon in seinem Namen das „Einzeltum“, denn das Gerät ist auch in seiner neuesten Version eine All-in-one-Lösung. Den Vorgänger Solo Neo hatten wir übrigens schon 2010 getestet.

Arcam Solo Music

Was nun wirklich „All-in-one“ ist, oder genauer, was dieses „All“ tatsächlich umfasst, das ist natürlich Auslegungssache. So gibt es mit dem großen, circa 600 Euro teureren Arcam Solo Movie ein System, welches direkt ein Laufwerk für bildgebende Wiedergabe, entsprechende Videoausgänge und, das ist dann nur der logische Schluss, eine mehrkanalige Audioendstufe zur Verfügung stellt. Der Arcam Solo Music hingegen, über den Sie hier lesen, ist mit einem CD/SACD-Laufwerk sowie einem zweikanaligen Endverstärker ausgestattet. Schon zwei Boxen - bei den Arcam Solo weder integriert noch standardmäßig beiliegend - akustisch sinnvoll im mit Mitmenschen zu teilenden Wohnraum unterbringen zu müssen, führt dann und wann ja schon zu Diskussionen ...

Blick ins Innere des Arcam Solo Music
Blick ins Innere des Arcam Solo Music

Das wird vielleicht auch für den Arcam Solo Music gelten, denn das Gerät ist mit 42 x 40 x 8 cm (BxTxH) alles andere als klein und besitzt gemeinsam mit seinem Verbündeten, der Gravitation, die Macht, ungeeignete Aufstellorte sofort als solche zu identifizieren: Ein leichtes Regal, möglichst noch mit schwächlicher Wandbefestigung, wird Arcam und Aufstellgebilde möglicherweise schneller einige Zentimeter oder sogar Meter Richtung Erdmittelpunkt rücken, als dem Besitzer lieb ist. Schon beim Auspacken des Solo Music wird man durch die 11,5 kg Lebendgewicht darauf hingewiesen, dass Masse und Stabilität etwas mit Schwingungsminimierung zu tun haben und somit ein wesentlicher Faktor auf dem Weg zu gutem Klang sein können.

Bedienelement des Arcam Solo Music
Bedienelement des Arcam Solo Music

Ob die sanft geschwungene Front und die klaren Linien jeden Designgeschmack treffen, ist natürlich offen, zumindest regiert beim Arcam die Einfachheit. Möchte man bei der Nutzung nicht nur der Fernbedienung vertrauen, muss man auf das zentrale Bedienelement auf der Oberseite des Geräts zurückgreifen, um dessen mittiges Drehrad vier Richtungsnavigationstaster sowie Menu, Mute, Ok und Display gruppiert sind. Dieses liegt recht tief und muss bei der Nutzung gesehen werden können. Auf einem Low- oder Sideboard gestellt, steht der Bedienung des Solo Music nichts im Weg – auf einer Ebene des HiFi-Racks, die wenig Luft nach oben lässt, sieht das allerdings schon anders aus. Blindbedienung ist nicht jedermanns Sache, zumal die Anordnung der Tasten nicht mit denen der mitgelieferten Fernbedienung korrelieren. Der etwas ältere Arcam Solo Mini macht das besser, wie ich finde, denn hier ist die Bedienleiste recht gut schräg einsehbar.

Arcam Solo Music

Die Frontseite des leicht „weltraumig“ aussehenden Geräts selbst wirkt recht unbevölkert. In der durchgehenden schwarzen Leiste sind die Schubladenöffnung für das SACD-Laufwerk untergebracht, das Display, welches sich (hurra!) dimmen und ausschalten lässt, sowie weitere Bedienelemente. Namentlich sind das die Quellenwahltaster, Schubladenmotor, Play/Pause und Skip in beide Richtungen. Im Sinne der Symmetrie (die ja von bösen Zungen auch „Ästhetik des kleinen Mannes“ genannt wird) sind Netzschalter rechts und 3,5mm-Kopfhörerbuchse mit Zierring links eingesetzt.

Ich hatte vorhin von Quellen gesprochen: Physikalische Tonträger können in Form von Silberlingen in das Laufwerk gebracht werden – wie schon erwähnt, kann der Arcam Solo Music CDs und SACDs abspielen. Auch dürfen Musikdateien auf CD-R und CD-RW untergebracht sein, der Decoder ist nicht allzu wählerisch und frisst MP3 und Flac genauso wie WAVE, AIFF, Ogg und WMA – dort, wo es der Codec zulässt, bis hinauf zu einer Abtastrate von 192 kHz. Der optische S/PDIF-Digitaleigang (Toslink) wird zwar als „TV“-Input bezeichnet, kann aber selbstredend auch beispielsweise Signale eines CD-Laufwerks oder einer Soundkarte erhalten. Klassische analoge Cinch-Eingänge für die Aufnahme von typischen Komponenten gibt es nicht viele: ein Stereopärchen, um genau zu sein. Als „Line In“ benannt und ohne separate Masse wird klar, dass dahinter kein Phono-Preamp wartet. Wer seinen Vinylplayer anschließen will, muss also auf einen externen Vorverstärker zurückgreifen. Als typischen Mobilgeräteeingang erlaubt der Arcam Solo 3,5mm-Stereoklinkensignalen das Entern des Receivers über die „Aux“-Buchse. Hinter „STB“ verbirgt sich ein koaxialer Digitaleingang.

Der Arcam Solo Music bietet reichlich Anschlussmöglichkeiten
Der Arcam Solo Music bietet reichlich Anschlussmöglichkeiten

Des Weiteren ist das Multifunktionsgerät netzwerkfähig, daher wird wohl das Vorhandensein einer LAN-Buchse nicht verwundern. Der USB-A-Eingang wartet versteckt auf der Rückseite auf den Anschluss von Speichersticks oder USB-Laufwerken – oder man „geht mit der Zeit“ und wählt kabellose Verbindungen: Dem Arcam liegen Antennen zum Anschluss an die WiFi- und die Bluetooth-Buchse bei. Über den DAB-/DAB+-Antennenanschluss kann weiterhin auch die gute, alte Ultrakurzwelle empfangen werden.

Durch seine Armada an HDMI-Eingängen erhebt der Arcam zudem Anspruch darauf, der unbestreitbare Dreh- und Angelpunkt des wohnzimmerlichen Klanggeschehens zu sein: Insgesamt warten vier HDMI-Inputs darauf, Audiosignale entgegenzunehmen. Eine fünfte HDMI-Buchse liefert Videosignale, die im (ganz recht: im!) Solo entstehen: Wo schon ein Fernseher in der Nähe ist, kann man diesen doch gleich nutzen, um diverse Einstellungen und Bedienungen über ein riesiges Display namens TV vorzunehmen. Das ist zwar im Solo Movie von höherem Nutzen, dennoch auch bei unserem Probanden praktisch.

Der Arcam Solo Music kann via HDMI an jeden TV angeschlossen werden
Der Solo Music kann via HDMI ans TV angeschlossen werden

Nach Verstärkung durch die im seltenen Class-G-Betrieb (näheres zum Prinzip: Test Arcam FMJ A39 Vollverstärker) laufenden Endstufen verlassen Audiosignale das Gerät über die Lautsprecherklemmen, ein externer, separater Subwoofer kann vom Gerät zusätzlich angesprochen werden. Da das Signal an einer RCA-Buchse anliegt, muss für Verstärkung selbstständig gesorgt werden, der Sub sollte also aktiv sein – oder Sie nutzen eine passiven, den eine separate Endstufe antreibt.

 

 

 


Im Test:

CD-Receiver inklusive Bluetooth- und Streamingfunktion:
Arcam Solo Music

UVP zum Testzeitpunkt:

2.200 Euro


Vertrieb:

GP Acoustics GmbH


Telefon: 0201 - 17039-0

eMail:
sales@gpaeu.com
Web:
www.arcam.co.uk


 
Größen der Hörräume:

Grundfläche:
51 m² und 12 m²
Höhe:
2,3 m und 2,1-2,6 m

 

Equipment:

Quellen:

Apple iPhone 5s, iPad mini 4, MacBook Air
Arcam Solo Mini DAB+
Focusrite Scarlett 6i6 USB
Lavry DA-11
Moog Sub 37
Rega Apollo
Rega Radio
Sony BDP-S490

Verstärker:

Rega Mira (Vollverstärker)
Rupert Neve Designs RNHP (Kopfhörerverstärker)

Lautsprecher:

Auratone 5C
JBL Control 1C
Genelec 8010A
Piega TMicro 5
Vogel Custom Blue & White

Kopfhörer:

Ultrasone ProLine 2500
AKG D-240DF
Beyerdynamic Custom One
KOSS Porta Pro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

alles andere
als klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

leicht „weltraumig“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

netzwerkfähig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

class-g