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Test: HiFiAkademie PowerDac | Verstärker mit D/A-Wandler, Streaming-Modul und Festplatte | 2.840 Euro

Der Netzwerker

HiFiAkademie PowerDac

 

Februar 2012 / Tobias Zoporowski

Das Testobjekt von HiFiAkademie (www.hifiakademie.de) aus Bumm-Bumm-Boris‘ Heimatstadt Leimen trägt seine Hauptbestandteile im Namen: „Power“ = Leistungsverstärker, „Dac“ = D/A-Wandler. Macht zusammen „PowerDac“ und ist doch untertrieben. Denn das Ding kann viel mehr, als es seine vollkommen tastenbefreite Frontplatte vermuten lässt.

HiFiAkademie PowerDacIn der Basisausführung handelt es sich um einen Vollverstärker mit reichlich 2 x 250 Class-D-Watt Ausgangsleistung an 4 Ohm, der über vier digitale Eingänge (S/PDIF, TosLink) verfügt und einen DSP (Digital Signal Processor) zum Anpassen der klanglichen Performance an die Raumakustik an Bord hat. Für 1.890 Euro bereits ein sehr pralles Paket. Welches sich modular zum Wiedergabe-Multitalent aufrüsten lässt. So lieferte HiFiAkademie-Chef Hubert Reith mein Testgerät in „vollem Ornat“ aus. Heißt: Analogeingang, Netzwerkinterface (Internetradio-Zugriff, Gapless-Wiedergabe aller Formate außer WAV bis hin zu 192-kHz-FLAC und 392-kHz-DXD, „Twonky“-Server implementiert) und eine integrierte 1-TB-Festplatte klären im Grunde alle anstehenden und künftigen Formatfragen, treiben den Preis des PowerDac indes auch auf 2.840 Euro. Was angesichts der gebotenen Quellenvielfalt und im Vergleich zum Erwerb mehrerer Einzelkomponenten immer noch als sehr fair bezeichnet werden muss.

Das kommt sicher auch daher, dass Reith sein Unternehmen seit 2006 als Direktvertriebler führt, somit keine Fachhandelsmargen einkalkulieren muss und den so entstehenden Preisvorteil an die Kunden weitergeben kann. Und es geht noch günstiger. Der Leimener gründete seinen Geschäftserfolg anfangs mit dem Vertrieb von Selbstbaukomponenten, seit 2008 ergänzen die fertig aufgebauten Produkte das Angebot und bilden heute den Schwerpunkt im Programm. Wer technisch und handwerklich fit ist und sich den Zusammenbau seines Audio-Equipments selbst zutraut, bekommt bis heute die Verstärker „PreAmp“ und „PowerAmp“ (siehe Test dieser Verstärkerkombi), sowie die dazu passenden Module (z.B. das Phonomodul oder den DSP) zum „Selberschrauben“ und kann damit durchaus den ein oder anderen Euro sparen.

Gespart hat sich Hubert Reith, seinem multitalentierten Vollverstärker eine Fernbedienung beizulegen. Da viele Kunden sowieso bereits lernbare Fernbedienungen besitzen, möchte Reith diese nicht mit noch einem „Griffel“ nerven, der dann doch nur in der Ecke verstaubt. Kann man so sehen. Was zumindest denjenigen zunächst etwas dumm aus der Wäsche schauen lässt, der sich – wie ich – zunächst nicht darüber informiert hat, dass das mittig in die Frontplatte eingelassene Display ein Touchpanel ist. Alle zum Setup und laufenden Betrieb des Gerätes notwendigen Funktionen lassen sich also auf „Fingertipp“ abrufen und einstellen.

HiFiAkademie PowerDac - Touch-Display

Den Vergleich mit der berührungsempfindlichen Oberfläche und der Auflösung eines modernen Smartphones hält es freilich nicht stand. Die Darstellung der Symbole ist grob und die Oberfläche des Displays zu weich, um wirklich so exakt wie etwa ein iPhone zu reagieren. Das Einstellen der gewünschten Lautstärke mittels eines Balkendiagramms macht nicht wirklich Spaß. Ich persönlich empfehle jedem potenziellen Kunden die Anschaffung einer lernbaren Fernbedienung – auf Wunsch liefert die HiFiAkademie gegen moderates Aufgeld von 20 Euro eine passend für das Gerät vorbelegte „Harmony 300“ von Logitech gleich dazu.

Harmony 300 von Logitech

Der PowerDac kommuniziert aber auch mit nahezu allen Gebern, die am Markt zu haben sind oder kann – und das ist die eleganteste Lösung – via integriertem Browser und nach Einbinden in ein vorhandenes Netzwerk über ein iPhone (und andere Smartphones) gesteuert werden.

Mittig zu sehen: Der wohl wichtigste Eingang, die LAN-Buchse
Der wohl wichtigste Eingang - die LAN-Buchse

Apropos „einbinden“: Das funktioniert denkbar einfach, nämlich (fast) von selbst. Netzwerk hochfahren, LAN-Kabel in den Rücken des PowerDac stöpseln, Gerät einschalten – schon wird es als „HA_Netplayer“ erkannt. Um ihn steuern zu können, muss man jetzt nur die IP-Adresse, die der PowerDac auf seinem Display anzeigt, in den Browser seines Smartphones eingeben.

 

 

 

 

 

Im Test:

All-in-One-Player/Verstärker:
HiFiAkademie PowerDac

Preis: 2.840 Euro

Hersteller & Vertrieb:
HiFiAkademie

eMail:
hreith@hifiakademie.de
Web:
www.hifiakademie.de


 

Equipment:

Quelle:

analog:
Transrotor Insigne mit Tonarm Rega RB 300 und Abnehmer Goldring 1042 GX, Phono-Pre: Lehmann Audio Black Cube Statement, Tuner: Sansui T-80 (modifiziert)

digital:
CD-Spieler Lua Appassionato und Yamaha CD-S 1000, iPod-Station: Advance Acoustic MiP-Station (modifiziert)
Musical Fidelity vDAC
Naim DAC

Verstärker:

Symphonic Line RG 9 MK IV
Yamaha A-S 1000

Lautsprecher:

Magnat Quantum 905
Nubert nuVero 14
Klipsch RF-82 II

Kabel:

LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in vollem ornat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zum fingertippen - das display des powerdac