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Test: Luxman DA-06 | D/A-Wandler | Preis: 5.000 Euro

Ex oriente lux

Luxman DA-06

Juli 2015 / Ralph Werner

fairaudio's favourite AwardWurde auch Zeit!“, so mein erster Gedanke, als ich das Luxman-D/A-Wandler-Flaggschiff DA-06, in die Finger bekomme (www.luxman-deutschland.de). Zwar ist mein Heißhunger auf DACs nun langsam auch echt mal gestillt – in letzter Zeit schlug einer nach dem anderen auf –, aber das hier ist etwas Persönliches. Schließlich nenne ich seit nun schon fünf Jahren den Luxman D-05 – einen SACD/CD-Player mit Wandlerfunktion – mein Eigen, und diese kleine Ewigkeit soll was heißen. Nämlich dass mir in der ganzen Zeit keine Digitalquelle unterkam, die „summarisch“, über alle Klangkriterien hinweg, in meiner Anlagenkonstellation einen entscheidenden Schritt nach vorne bedeutet hätte. Wie schlägt sich da nun der großen Konverter aus dem gleichen Stall?

Das Grundgerüst des Luxman DA-06 ähnelt dem zweitgrößten SACD/CD-Player der Japaner, dem D-06 – mit knapp 16 kg eine wahrlich schwere Maschine und preislich ebenfalls kein Leichtgewicht, da noch einmal 3.000 Euro teurer als der Wandler, um den es hier geht. Beiden gemein sind die Stromversorgung, das Wandlerchipset und die Ausgangsstufe. Logischerweise hat unser Proband kein Laufwerk, dafür aber ein paar mehr Digitalinputs spendiert bekommen. Mit je zwei koaxialen S/PDIF- und TOSLINK-Buchsen, einem AES/EBU- sowie USB-Typ-B-Anschluss bietet er eingangsseitig das Übliche in diesem Bereich. Analog geht es symmetrisch wie unsymmetrisch hinaus, digital optisch und elektrisch via S/PDIF. Was Datenraten und Formate angeht, befindet man sich mit dem DA-06 auf der sicheren Seite: Via USB kann er PCM-Ströme bis 32 Bit/384 kHz verdauen, Einbitsignale nimmt er mit 2,8224 und 5,6448 MHz entgegen (DSD64 und 128), alle anderen Inputs verstehen zwar kein DSD, aber dafür PCM bis 24 Bit/192 kHz.

Luxman DA-06

Der Blick ins Innere (siehe Bild unten) offenbart einen sehr akkurat anmutenden Aufbau – typisch japanisch, könnt man sagen. Linkerhand der üppig dimensionierte Trafo, der wesentlich zum Gesamtgewicht des DACs von satten elf Kilogramm beiträgt und seine Sekundärspannungen der Stromaufbereitungsplatine (unten-mittig im Bild) zuführt. Grundsätzlich erfolgt hier eine Dreiteilung der Spanungsversorgung nach Logik-, DAC- und Ausgangsstufen-Schaltkreisen, womit man eine gegenseitige Beeinflussung der einzelnen Sektionen untereinander minimieren möchte.

Der Luxman DA-06 von innen
Der Luxman DA-06 von innen

Auf der oben-mittig platzierten Platine erfolgt die eigentliche Wandlung. Hierfür ist das Zusammenspiel eines 32-Bit-Digitalfilters, der unter anderem das Upsampling auf 352,8 beziehungsweise 384 kHz besorgt, einer dem Vernehmen nach hochpräzisen Clock sowie zweier in Doppelmonokonfiguration arbeitender Wandlerchips von Burr-Brown, den PCM1792A, zuständig. Die Digitalabteilung des Luxman DA-06 soll eine Dynamik von 132 dB ermöglichen, so die Japaner.

Das Anschlussfeld des Luxman DA-06
Das Anschlussfeld des Luxman DA-06

Naturgemäß wird dieser Wert von der Ausgangsstufe wieder etwas geschliffen, aber die 120 dB fürs gesamte Gerät lesen sich im Spec-Sheet ja auch nicht übel. Die analogen Schaltungen befinden sich auf der rechten Platine. Sie beinhalten vier komplett identisch aufgebaute Verstärkerzüge, da der DA-06 in der Ausgangsstufe vollsymmetrisch arbeitet. Warum dabei das HOT-Signal am Pin 3 der XLR-Buchse anliegt, also nicht standardgemäß, sondern invertiert ausgegeben wird, weiß ich nicht zu sagen. Allerdings ist das auch nicht weiter entscheidend, denn auf der Front des Edel-Konverters lässt sich die Phase invertieren, sodass man sich seinen Wunschwert einstellen kann. (Übrigens: Wenn der XLR-Ausgang auf Pin 2 = HOT eingestellt ist, invertiert der unsymmetrische Ausgang.)

Wo wir uns schon auf der geradezu feinsinnig-ziseliert gearbeiteten Stirnseite des Wandlers befinden – schwer zu bedienen ist der Luxman nun wahrlich nicht. Man kann die Eingänge wählen, Digital-Out (de)aktivieren, das Display dimmen/ausschalten sowie fünf unterschiedliche Digitalfilter (3 x PCM, 2 x DSD) durchschalten – und, wie erwähnt, die Phase invertieren.

Luxman DA-06

Wichtig zu wissen: Der Luxman DA-06 besitzt keine Lautstärkeregelung. Die günstigeren Konverter der Japaner haben so etwas mit an Bord. Warum sparen sie sich das also ausgerechnet beim Flaggschiff der DAC-Zunft? Eben deshalb: Wer einen solchen Luxus-Wandler kauft, so wohl die Markteinschätzung, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch verstärkerseitig gut bestückt sein. Weshalb also etwas hineinbauen, was vermutlich sowieso nicht genutzt werden wird? Offenbar möchte man alles in den guten Klang investieren und spart folglich bei der Ausstattung. Beim zuletzt von mir getesteten, noch kostspieligeren Accustic Arts Tube Dac II Mk 2 verhält sich das genauso, auch sein Ausgang ist nicht regelbar.

 

 

 

Im Test:

D/A-Wandler
Luxman DA-06

UVP zum Testzeitpunkt:

5.000 Euro

Vertrieb:

IAD GmbH

Web:
www.luxman-deutschland.de
eMail:
info@iad-audio.de
Telefon:
02161 - 6178 30


Größe des Hörraums:

Grundfläche: 30 m²
Höhe: 3,4 m

Equipment:

Quellen:

Laufwerk:
VPI Scout II

Tonarm:
VPI JMW 9T

Tonabnehmer:
Denon DL-103R
Ortofon MC Rondo Bronce
Shelter 201

Phono-Vorverstärker:
BMC Audio MCCI

SACD/CD-Player/DAC:
Luxman D-05

Computer & Co:

Audiodata MusikServer,
Readynas Duo NAS-Server,
Logitech Touch Streamer,
HP Notebook,
M2Tech Hiface

D/A-Wandler:
Benchmark DAC1 USB

Verstärker:

Vorverstärker:
Octave HP300 inklusive MC-Phonoboard

Endverstärker:
Musical Fidelity M8 700m

Vollverstärker:
Denon PMA-2010AE

Lautsprecher:

Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Sonstiges:

Rack: Creaktiv Trend 3

Stromversorgung, Netzleiste und Netzkabel: fis Audio Black Magic

Kabel:

LS: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec

NF: fis Audio Premiumline Lifetime, Vovox, Mundorf Cable und andere

Digital: Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF), Aqvox (USB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

typisch japanisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vollsymmetrisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

keine pegelregelung