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Test: HiFiAkademie miniStreamer | Netzwerkplayer
Preis: 495 Euro

Kein Mac, aber mini

HiFiAkademie miniStreamer

August 2015 / Michael Bruß

Wenn man nach dem HiFiAkademie miniStreamer googelt, lässt sich neben den offiziellen Seiten des Herstellers das eine oder andere einschlägige Forum finden, in dem die Ankündigung ebendieses Geräts für Wellen sorgt. Warum?

Nun ja, weil die HiFiAkademie mit Sitz in Leimen (www.hifiakademie.de) sehr gute Geräte zu einem erschwinglichen No-Nonsense-Preis baut, wie unsere Tests des CD-Players namens cdPlayer oder des PowerDacs, einer Kombination aus Vollverstärker, DAC und Netzwerkplayer, belegen. Und eine gesunde Portion Bodenständigkeit kommt offenbar gut an bei den Forenteilnehmern. Nur ein User mit einem angesichts seiner Aussage ironisch-euphemistisch anmutenden Namen ließ sich in einem Thread zur Ankündigung des miniStreamers zum Kommentar „Würde eher sagen 495 [Euro sind] ein sehr, sehr stolzer Preis“ hinreißen – ein Fall von kognitiver Verzerrung oder die Spätfolgen der Marketingkampagnen zweier großer Elektronikmarktketten?

HiFiAkademie miniStreamer

Auf jeden Fall ist die Aussage meiner Meinung nach nicht wirklich nachvollziehbar, schließlich beherbergt dieses kleine, solide aus Aluminium gefertigte Kästchen im Format von etwa fünf oder sechs aufeinandergestapelten CDs im Prinzip alles, was man zum Musikhören per Streaming braucht – bis auf einen Endverstärker.

Ausstattung

Auch eine (digitale) Lautstärkeregelung integriert der miniStreamer – wenn er also die einzige Quelle in einem Setup ist, kommt man auch ohne dedizierten Vorverstärker aus.

Blick in den HiFiAkademie miniStreamer
Blick in den HiFiAkademie miniStreamer

Als sehr willkommen geht zudem sicherlich die ab Werk integrierte 64-GB-SSD (Solid State Drive, also keine rotierende Festplatte) durch, auf der sich ohne Umwege und zusätzliche Hardware zum Beispiel bis zu 200 Alben im FLAC-Format abspeichern lassen. Für die eine oder andere Musiksammlung kann das schon genug sein und dem Besitzer so einiges an Aufwand und Kosten für eine NAS ersparen. Und Freunden verlustfreien Streamings aus der Cloud sei verraten: TIDAL/WIMP und Qobuz „kann“ der miniStreamer ebenfalls.

Äußerlich betrachtet bietet der HiFiAkademie miniStreamer zunächst nichts Besonderes: Frontseitig finden sich weder Bedienelemente noch Anschlüsse, im Deckel leuchtet eine einsame weiße LED, wenn das Gerät mit dem Stromnetz verbunden ist (einen Ein-/Ausschalter gibt es nicht), und auf der Rückseite befinden sich zwei Paar vergoldeter Cinchbuchsen, der Anschluss für das Netzteil, der Sicherungshalter, der Einschub für die SSD-Komponente und die Ethernetbuchse für die LAN-Verbindung. Die beiden gleich aussehenden Cinchbuchsenpärchen sind realiter aber ein analoger Ausgang sowie zwei Digitalausgänge – hier hat man sich wohl aus Kostengründen eines Viererblocks Anschlüsse bedient und diese intern entsprechend der Bestimmung der Ausgänge verdrahtet.

Anschlussfeld des HiFiAkademie miniStreamers
Das Anschlussfeld des HiFiAkademie miniStreamers

Ein zweiter Punkt kontra „Der ist aber teuer“ ist also, dass im miniStreamer auch ein D/A-Wandler integriert ist. Punkt 3: Der miniStreamer nimmt auch per WLAN Kontakt zum lokalen Netzwerk auf. Des Weiteren beherbergt er eine 900-MHz-CPU sowie 1 GB RAM als Arbeitsspeicher und zusätzliche 4 GB Programmspeicher. Die getrennte Spannungsreglung für Audio, Digitalteil und Netzwerkeinheit sollte weitgehend gegenseitige Beeinflussungen unterdrücken. Er besitzt eine rein passive Kühlung, kommt also ohne laute Lüfter aus.

HiFiAkademie miniStreamer - Steuerung über den BrowserEin besonderer Clou ist die Steuerung des miniStreamers via Browser. Eine dedizierte App oder Fernbedienung sind also nicht nötig, allerdings kann man grundlegende Funktionen auch mit UPnP-fähigen Apps wie PlugPlayer steuern. Etwas länger musste ich allerdings schon suchen, bis ich einen Hinweis darauf fand, mit welcher IP-Adresse ich den HiFiAkademiker denn im Browser finden könnte – eine Standard-IP gibt es nicht, sie wird dynamisch zugeordnet. Die Antwort auf meine Suche gab mir erst die Verbindungsübersicht im User-Interface meines Routers. Dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, hat sich sicher auch Hubert Reith gedacht und dem miniStreamer deshalb eine Sprachausgabe mit auf den Weg gegeben, die nach dem Booten die derzeitig vergebene IP-Adresse über die Lautsprecher vorliest. Dummerweise hatte ich das Gerät bei der ersten Installation angeschlossen und gebootet, bevor die Endstufen eingeschaltet waren. Nun ja, man lernt nie aus.

In Sachen Usability könnte das Browser-GUI noch ein wenig an Eleganz gewinnen, denn so ganz intuitiv gelingt die Navigation vor allem in der Ordnerhierarchie nach oben (zum Beispiel vom Album zurück zum Künstler) auf Anhieb nicht.

Die Steuerung des miniStreamers erfolgt über den Browser - hier in der Ansicht über ein Smartphone
Die Steuerung des miniStreamers erfolgt über den Browser - hier in der Ansicht über ein Smartphone

Positiv an dieser Art der Bedienung ist auf jeden Fall, dass der miniStreamer immer und überall einsetzbar ist, ohne dass man ein Gerät mit installierter App mit sich führen muss – jeder PC, Laptop und jedes Smartphone und Tablet können zur Steuerung eingesetzt werden. (Weitere Details zur Bedienung und dem Umgang mit dem miniStreamer finden Sie hier.)

 

Kompatibilität mit Formaten

HiFiAkademie miniStreamer

Der HiFiAkademie miniStreamer spielt übrigens so ziemlich alles ab, was es in der digitalen Welt gibt. Fakten gefällig? Bitteschön: aac, aif, aiff, alac, ape, flac, mp3, m4a, ogg, wav, wma – um nur die wichtigsten zu nennen. Diese Formate spielt er natürlich bei quasi allen gängigen und weniger gängigen Taktraten zwischen 11 und 192 kHz sowie Bittiefen zwischen 8 und 32 Bit ab. DSD bleibt außen vor, ebenso exotische HighRes-Aufnahmen in 384 kHz. Aber seien wir mal ganz ehrlich: An DSD scheiden sich gelinde gesagt sowieso die Geister, und wer Wert auf noch höhere PCM-Auflösungen als 192 KHz legt, wird sicher nicht in diesem Preisbereich nach einer Streaminglösung suchen, sondern eher in Richtung Auralic Aries oder so schielen.

 

 

 

 

Im Test:

Netzwerkplayer HiFiAkademie miniStreamer

UVP zum Testzeitpunkt:

495 Euro

Hersteller/Vertrieb:

HifiAkademie

eMail:
info@hifiakademie.de
Web:
http://hifiakademie.de


Größe des Hörraums:

Grundfläche: 24,5 m²
Höhe: 2,7 m

 

Equipment:

Quelle:

analog: Tonabnehmer ZYX R100 Fuji, Plattenspieler VPI Scout II mit JMW 9; Phonostufen Neukomm MCA112S und Sonneteer Sedley USB

digital: Streamer AURALiC Aries

Verstärker:

Kopfhörerverstärker: Meier Audio Corda Classic
Streamingverstärker: Linn Majik DSM
Vorverstärker: Norma Audio SC-2 DAC
Endverstärker: Norma Audio PA 160 MR

Lautsprecher:

Lansche Audio No.3.1
Audioplan Kontrast Va

Kabel:

fastaudio Black Science Phonokabel, Graditech Kide 3 und Kide 1 Cinchkabel, Audioquest Yukon Cinchkabel, Audioquest Rocket 88 LS-Kabel, AQ Cinnamon Ethernet und USB, AQ Carbon Coax, AQ NRG-2 Netzkabel

Zubehör:

Audioplan Powerstar, Fisch Audiotechnik AFL Filterleiste, fastaudio Absorber, Acoustic System Resonatoren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

speichert intern bis zu 200 alben im
flac-format

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

passiv gekühlt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

könnte noch an
eleganz gewinnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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