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Test: Advance Acoustic MDX 600 | D/A-Wandler
Preis: 450 Euro

Der Digital-Didi

Advance Acoustic MDX 600 | D/A-Wandler

Dezember 2012 / Jörg Dames

„S/PDIF-Eingänge? Aber klar doch, reichen drei? Ein Toslink-Trio hieven wir dann ebenfalls mit an Bord. Und weil ihr's seid - kommt doch einfach mal näher ran hier - pack' ich noch eine schöne USB-Schnittstelle und zudem 'ne richtig schicke AES/EBU-Buchse oben drauf. Das Ganze für 1.000 Euro. Ach, was sag' ich - komm, machen wir glatt 500 ... Wat? Ist schon gut, 450, und ich mach' euch noch zwei feine digitale Ausgänge und vorne noch mal was USB-mäßiges für euer MP3-Zeugs dran. Und ab das Ding ... Der nächste bitte.“

Nun, vielleicht haben sich die Damen und Herren aus der Advance Acoustic'schen Marketingabteilung ja tatsächlich mal etwas intensiver auf dem Hamburger-Fischmarkt umgesehen und stehen seitdem auf Vertrieb à la Aale-Dieter. Ich als Berliner will da eh nur ganz vorsichtig spekulieren - fest steht: Mit dem D/A-Wandler Advance Acoustic MDX 600 bekommt man - zumindest auf den ersten Blick - ordentlich (oder verdächtig?) viel in die Tüte fürs Geld.

Advance Acoustic MDX 600 Eingänge

Was man in dieser hingegen nicht vorfinden wird, sind ein BNC-Eingang (okay, geschenkt) sowie eine Treiber-CD. Letzteres mutet ja auch ganz komfortabel an, lässt sich unser Proband doch in reinster Plug & Play-Manier ohne jedwedes Installationsprozedere per USB mit dem Rechner verbandeln. Allerdings ist dadurch auch nur eine von den gängigen Betriebssystemen standardmäßig unterstützte Auflösung von maximal 96 kHz möglich. Dafür kommuniziert der MDX 600 laut Hersteller im asynchronen Modus - in Sachen Jitterminimierung mittlerweile fast zum Zauberwort bei USB-DACs avanciert, obwohl manche renommierte Hersteller wie beispielsweise Hegel oder Benchmark auch bewusst andere Wege gehen.

Advance Acoustic MDX 600 Filter

Als weitere klangbeinflussende Features weist unser Proband vier Filtervarianten auf, die im Vergleich zur neutralen Direct-Path-Einstellung in der Tat deutlich hörbare Unterschiede zeitigen. Das geht schon beinahe als ungewöhnlich durch, fragt man sich bei vielen anderen Geräten doch bisweilen, ob derartige Optionen nicht eher als reine Placebopillchen für neurotische Hörer gedacht sind.

Advance Acoustic (www.advance-acoustic.com) empfiehlt die Filtersetzungen insbesondere bei nicht so hochwertigen (MP3-)Tonqualitäten - nicht ganz überraschend fand ich die Neutralstellung bei meinen vorwiegend mit Laptop/J River MC und WAV-Dateien unternommenen Hördurchgängen dann auch am stimmigsten. Die andere, frontseitig vorzufindende USB-Buchse Typ A, welche ausschließlich dem Anschluss von Portis oder Festplatten dient, „versteht“ tatsächlich aber nur MP3.

Advance Acoustic MDX 600 innen

Öffnet man das erfreulich robust anmutende, an einigen Stellen aber leidet etwas scharfkantige Gehäuse, findet sich neben erwartbar viel Luft und einer einsamen Platine, die auch den Wandler-Chip Burr Brown PCM 1796 beherbergt, immerhin einen audiophiles Flair verströmenden Ringkerntrafo. Am PCM 1796 - der anderswo auch in ungleich teureren Geräten vorzufinden ist - ist aber natürlich ebenfalls rein gar nichts auszusetzen.

Lobend sei zudem vermerkt, dass sämtliche Buchsen mechanisch stabil mit dem Gehäuse verbunden sind und bei einem eventuellen Rumrütteln oder Ziehen mit Kabeln keine Belastung der Platine beziehungsweise der Lötstellen zu befürchten ist - das ist auch bei kostspieligen High-End-Komponenten leider nicht immer selbstverständlich. Und klar, auch wenn es symmetrisch hinein- (AES/EBU) und anlog per XLR ebenso wieder hinausgeht, ein vollsymmetrisches Schaltungsdesign ist in dieser Preisklasse freilich nicht zu erwarten.

Brown PCM 1796-Wandler-Chip

Aber wie dem auch sei, klemmen wir unseren mit 3,8 Kilogramm Gewicht noch als erfreulich portabel durchgehenden Halbfranzosen (Advance-Acoustic-Geräte werden durchweg komplett in China gefertigt) doch einfach mal unter den Arm, begeben uns in den Hörraum, bugsieren den Kandidaten ins Rack und klopfen mal ab, was der geneigte Käufer denn klanglich so erwarten kann ...

Advance Acoustic MDX 600 Ausgänge

 

 

 

 

Im Test:

D/A-Wandler / DAC:
Advance Acoustic
MDX 600

Preis: 450 Euro

Vertrieb:
quadral GmbH & Co. KG

Web:
www.advance-acoustic.com
eMail:
info@quadral.com
Telefon:
+49 (0)511 7904-0


 

Equipment:

Quelle:

CD-Player Fonel Simplicité,
Laptop mit foobar2000 und J River MC im Verbund mit DA-Wandller Northstar USB dac32

Lautsprecher:

Thiel CS 3.7
Sehring S 703SE Monitor

Verstärker:

Vollverstärker:
Fonel Emotion
Abacus Ampino

Vor-/Endverstärker:
Funk MTX Monitor V3b
Audionet AMP Monos

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso

LS: HMS Fortissimo, Reson LSC 350

Netz: Quantum-Powerchords, Hifi-Tuning Powercord Gold inkl. IeGo-Konfektionierung, Netzleiste MF-Electronic

USB: Kimber USB Ag

Rack:

Lovan Classic II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zugänglicher typ ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gefiltert oder pur?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

viel luft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

digitales herzstück

 

 

 

 

 

 

 

 

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